Leider war es nicht möglich, euch jeden Tag ausführlich aus Vidauban zu berichten. Erstens haben wir wirklich viel zu tun mit sechs Pferden, und zweitens ist die Internetverbindung hier nicht immer optimal .

Heute ist Samstag, und ich schaue raus und … die Sonne scheint! Nachdem es gestern ab 13 Uhr nur noch geregnet hat und das Abreiten für die CDIO-Tour sehr schwierig war, freuen wir uns jetzt um so mehr darauf, wieder loszulegen.

Schade, dass Semmie Montag wieder zur Schule muss, ansonsten hätten wir überlegt, noch eine Woche dranzuhängen. Die Stallungen sind sehr gut, alles ist vom Feinsten organisiert, und die Stewards sind sehr freundlich und hilfsbereit. Gestern wurde sogar die Halle geöffnet, damit wir nicht im Regen trainieren mussten. Super! Es gibt zwei Longierzirkel, wo man in Ruhe longieren kann. Wolki und Deini genießen das – da sie während des Turniers nicht auf ihr Paddock gehen können, nehmen wir das als Ausgleich!

Ein wenig fühlen wir uns wie zu Hause … wir sind nämlich nicht die einzigen aus Hessen. Matthias Rath und Johannes Rühl haben sich auch auf den langen Weg nach Vidauban „getraut". Die deutsche Nationalhymne wurde viel gespielt, woran Matthias und Familie de Ridder großen Anteil hatten! Herzlichen Glückwunsch an alle!

Weiter zum Tagesablauf. Heute wird es nochmal spannend: Cosmos und Sönkes erste internationale Einzelaufgabe, Wolkis und Sannis erster gemeinsamer Special und Semmies Kür mit Goldi, die sie das letzte Mal in Hünxe auf der DJM geritten ist!

Freude haben uns die positiven Kommentare über Semmies verbesserten Sitz gemacht. Da gab es auch mehrfach die Note 9! Auch gab es mal wieder eine 10 für Deinis Schrittpirouetten und dreimal über 80%! Das stimmt uns sehr zuversichtlich, so früh noch in der Saison 🙂

Auch Sönke hat einen bleibenden Eindruck hinterlassen … mit Springstiefeln konnte er auch (als Springreiter) hohe Noten für seinen Sitz bekommen — nicht dass ihr denkt, er hat keine Dressurstiefel 🙂

Er hatte sich vorgenommen, so optimal wie möglich zu reiten – und das ging für ihn nur mit Springstiefeln und seinen Roeckl "Springhandschuhen"! Seine Frage war nur, "ist das erlaubt?" "Klar", sagte ich. "Warum reitest du nicht auch gleich mit deinem Springsattel?" Spaß hatten wir genug!

Es jetzt Sonntag Nacht, 01:18 Uhr, ich sitze im LKW neben Sven, der tapfer den LKW mit unserer wertvollen Fracht an Bord nach Hause fährt. Wir haben noch fünf Stunden vor uns. Nicht nur die Pferdchen stehen ruhig und sind geschafft, sondern auch unsere Freunde und Kinder schlafen friedlich! Wir sind eine ganz schön verrückte Familie, die sogar ihre Freunde mit da hinein zieht … toll!

Auch wenn ich in auf den Bildschirm schaue zum Pferdeabteil, bin ich richtig stolz, Ein Pferd wie Cosmo besitzen zu dürfen! Wolki, die immer ihr Bestes gibt, und Goldi, das Traumpony :-)))

Deini, Deveraux und Favo sind uns zusammen mit unseren beiden tollen Pflegerinnen Anja und Stefanie sechs Stunden voraus. Wir erwarten jeden Moment den Anruf, dass sie zu Hause angekommen sind.

Deini, der früher immer nach längeren Fahrten Fieber bekam, hat die Strecke gut weggesteckt. Auch dem Devilchen hat diese lange Reise nichts ausgemacht, außer dass er mal wieder 1089 KM ohne Halfter gefahren ist. Jetzt wisst ihr, warum er bei uns "das Devilchen" heißt 🙂

Cosmo, der sich mit seinen erst 7 Jahren so toll zwischen den beiden erfahrenen Stuten den Weg erklären lässt. Favo, der neben Deini keine Platzangst bekommt …

So machen wir uns Gedanken, wer mit wem am besten fährt. Nichts wird dem Zufall überlassen.

Wir stehen noch ganz am Anfang der Saison. Eigentlich haben wir noch bis April die sogenannte Hallensaison. Damit ist es das erste Jahr, in dem wir uns entschieden haben, schon so früh draußen "loszulegen". Wir haben das Gefühl, das unsere Pferde sich draußen viel wohler fühlen. Natürlich hatten wir während der Prüfungen noch mit Spannungen zu tun. Es war teilweise so windig, dass sich der Veranstalter entschied, die Fahnen abzuhängen. Dass die Ponys ihre Kür bei Flutlicht ritten, haben wir bis jetzt auch noch nicht erlebt. Toll sah es aber aus 🙂

Wir waren alle gespannt, wie Cosmo in der Kür zu reiten ist … nur, Sönke nicht, er hoffte nur, seine Kür nicht zu vergessen. Die beiden sahen großartig aus, für die letzte Trabverstärkung gab es zweimal die 9 und einmal die 10! Man hatte das Gefühl, während der Trabverstärkung unter dem Pferd durchlaufen zu können. In seiner letzten Siegerehrung konnte Sönke es nicht lassen, mal wirklich Cosmos Talent zu zeigen. Die Zuschauer waren begeistert. Piaffe und Passage vom Feinsten – man sieht es Cosmo an, mit welcher Leichtigkeit er das beherrscht!

Auch Sanneke hat viel gelernt. Wo gibt es das schon, dass man so viele verschiedene Grand-Prix-Touren hat und es so viel zu reiten gibt. Sönke hat sich ein bisschen geärgert, dass wir Dante nicht auch noch mitgenommen hatten. Er überlegte dauernd, mit wem er hier noch an den Start hätte gehen können 🙂

Semmies Ponys waren hier sehr beliebt. Sobald Semmie sie zum Führen rausnahm, standen schon Stewards da, um sich mit Deini und Goldi auf dem Foto ablichten zu lassen. Schon bei der Ankunft kam sie nicht ohne Streicheleinheiten an den Stewards vorbei – süß, so "berühmte" Ponys zu haben 🙂

Dazu kam der Steward, der sich freute, Sönke wieder im Dressursattel zu sehen, und der Ansager, der begeistert von Sanni war. Er betonte immer wieder, dass sie die erfolgreichste U21-Reiterin aller Zeiten ist. Toll! Es gab zwei Interviews mit dem französischen Fernsehen, einmal nur mit den Kindern und einmal wir als Eltern. Und es wurden tolle Fotos gemacht. Sobald sie in unserem Besitz sind, werden wir sie umgehend veröffentlichen. Geschenke gab es von Frau Bernadette Brune.

Danke für soviel Aufmerksamkeit! Wir waren gerne in Vidauban und sind bestimmt nicht das letzte Mal da gewesen!

Jetzt werde ich erstmal Kaffee für uns machen, damit wir weiter wach bleiben.

Bis dann —

Gonnelien