Von A – Z

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A

Frage: 
Mich würde interessieren, wie Ihr Eure Pferde abreitet bzw. im Training aufwärmt? Reitet ihr sie ganz lang und tief oder eher gleich etwas runder? Und reitet Ihr viele gebogene Linien oder Schenkelweichen oder Galopp am Anfang?

Antwort:
Wir finden, dass beim Abreiten weniger die Haltung des Halses und des Kopfes eine Rolle spielen, sondern wir achten vor allem darauf, dass die Pferde schön von hinten nach vorn durch den ganzen Körper schwingen. Der Weg dahin ist bei jedem Pferd anders, und abhängig von ihrer Anatomie (und auch ihrem Alter) brauchen die einen dazu mehr Anlehnung und ein kürzeres Zügelmaß, die anderen weniger. Jedes Pferd ist anders — das ist ja das Faszinierende an unserem Sport.
Grundsätzlich ist das Ziel beim Lösen natürlich, dass das Pferd (und auch der Reiter) locker wird und beide mit wenig Aufwand zusammenarbeiten können. Wenn man ein älteres Pferd hat wie z.B. Paso Doble, muss man besonders lange Schritt gehen; wenn man eine sehr junge Reiterin hat wie z.B. Semmie, wird zwischendurch immer wieder im leichten Sitz galoppiert, weil sie danach besonders tief und gerade sitzen kann. Wenn man einen weit ausgebildeten, heißen Ofen hat wie z.B. Wolke sieben, dürfen es beim Abreiten auch schonmal ein paar Piaffe- oder Passage-Tritte sein — mit etwas Glück denkt sie danach im St. Georg, ach, das ist ja einfach, das kann ich ja mit links. Und wenn ein Paar über die Jahre so zusammengewachsen ist wie Sanneke und Deveraux, ist vor der Prüfung weniger meistens mehr. Auch hier gilt also: Jedes Pferd ist anders, jeder Reiter ist anders, und was funktioniert, findet man am besten selber heraus. Und wenn man merkt, dass bei einem Pferd Übertreten oder ein ordentlicher Vorwärts-Galopp am besten funktionieren, dann sollte man das auch machen. Man lernt in diesem Sport nie aus.

Frage:

Ich habe eine 6jährige kaum gerittene Stute zum Reiten und zur Turniervorstellung, seit einigen Monaten steht sie nun bei mir im Stall. Mein Problem ist, dass man sie nicht reiten kann, wenn 3 oder mehr Pferde mit in der Halle sind, da sie die anderen Pferde attackiert und tritt mit mir oben drauf und da sie panisch losbuckelt, wenn ein anderes Pferd von hinten oder vorne angefragt/galoppiert kommt. Für mich ist das Reiten daher sehr gefährlich und im Moment sehe ich noch keine Chance, in Zukunft mit ihr aufs Turnier zu fahren, da man auf dem Abreiteplatz ja auch immer viel Betrieb hat.
Haben sie irgendwelche Tipps für mich? Es wäre eine Schande, dieses Pferd nicht vorzustellen, da sie sich toll entwickelt, wenn ich die Halle für mich habe.

Antwort:

Hast Du Dich schon einmal mit der Bodenarbeit nach Linda Tellington-Jones befasst? Das kann euch beiden bei einem solchen Problem helfen, mehr Selbstbewusstsein zu bekommen und die „Platzangst“ zu reduzieren.
Außerdem würden wir erst mal keine Hallenturniere nennen, sondern auf die Freilandsaison warten, und dann solche Turniere aussuchen, wo auf jeden Fall draußen abgeritten wird und viel Platz auf dem Abreiteplatz ist. Lieber ein paar Turniere weniger, dafür aber mit (hoffentlich!!!) guten Erfahrungen nach Hause kommen.

Frage:

Was gehört alles in die Pflegetasche eines Pflegers auf dem Abreiteplatz vor einer Prüfung?

Antwort:

Schwamm

Fliegenspray, nur bei Freilandturnieren:-)

Schweißmesser

Zucker

Sattelseife

Schere

Schwarzes Klebeband (falls am Stiefel etwas kaputtgeht oder ein Fliegenhäubchen verrutscht etc.)

Glanzschwämmchen für die Stiefel

Handtuch

Taschentücher

Aufgabenheft

Schweifbürste und eine weiche Bürste

Plastik-Wasserflasche (damit der Reiter vor der Prüfung noch einen Schluck trinken kann, den Rest brauchen wir nach der Prüfung bei heißem Wetter fürs Pferd, um ihm z.B. ein nasses Handtuch auf den Hals zu legen)

Ersatzhandschuhe (wenn es regnet, gibt es vor der Prüfung trockene Handschuhe)

Frage:

Warum genau liegen vor jedem Sprung Absprungstangen? Und was unterscheidet sie von Vorlegestangen?

Antwort:

Eine Vorlegestange liegt weiter weg vom Hindernis (beim normalen WB ca. 2,20m) und soll dem Pferd helfen, den gewünschten Absprungpunkt zu finden. Also Pferdi springt/galoppiert über die Vorlegestange, landet, um gleich wieder abzuspringen. (Manchmal legt man sie auch so, dass Pferdi noch einen Galoppsprung machen muss bevor es abspringt.) Das hilft vor allem jungen Pferden und/oder unerfahrenen Reitern, passend an den Sprung zu reiten und so nach und nach selber ein Auge für die Distanz zu entwickeln. Meist wird sie so gelegt, dass das Pferd optimal an den Sprung kommt, man kann damit aber auch spielen, indem man sie etwas näher zum Sprung rückt — das Pferd springt runder — oder eben etwas weiter weg, um flache Sprungkurven (wie etwa über Wassergräben) zu erreichen.

Eine Absprungstange legt man in unmittelbare Nähe des Hindernisses — man sagt, die Entfernung sollte nicht ganz die halbe Hindernishöhe sein (sprich bei einem Ein-Meter-Sprung 40-50cm). Sie soll zum einem dem Pferd das Hindernis optisch besser darstellen und zum anderen den Absprungpunkt etwas vor-verlagern. Generell sollte es aus Fairnessgründen besonders bei unerfahrenen Pferden immer eine Stange am Boden geben, und besonders bei Pferden, die gern den Fluss vor dem Sprung verlieren und dann aus zu kurzer Distanz springen, kann eine Absprungstange in oben beschriebener Weise Wunder wirken.

Frage:
Geht ihr mit Euren Pferden eigentlich auch ins Gelände, oder longiert Ihr sie? Und dürfen Eure Dressurpferde auch manchmal ein bisschen springen? Reiten Sie zuhause besonders oft Lektionen, oder arbeiten sie mehr an den Grundlagen?

Antwort:
Gelände ist meist (wenn das Wetter es ermöglicht) montags nach einem Turnier angesagt. Pferde/Ponys, die ein wenig ängstlich sind, gehen auch mal vor oder nach dem Training eine kleine Runde.
So richtig springen nur unsere Springpferde … Allerdings arbeiten wir auch mal mit Bodenstangen oder einem Kreuzchen. Aber das würde Sönke nicht als Springen durchgehen lassen, sondern als Gymnastik für Reiter und Pferd/Pony. Macht aber allen Spaß!
Im Herbst machen wir viel „Spaß“-Arbeit, das heißt, es geht öfters ins Gelände und wir arbeiten nicht nur im Viereck, sondern auch mal auf Sönkes Springplatz. Da gibt es nämlich ganz viel Tolles zu sehen und man kann mal richtige Strecken galoppieren. Während der Turniersaison wird selbstverständlich mehr an den Lektionen gearbeitet.

Frage:

Mein Pferd (18) und ich waren bis vor ca. 3 Jahren sehr viel im Turniersport unterwegs. Ich habe ihn bis Inter 1 geritten und er war immer sehr ausgeglichen und unerschrocken. In den letzten Jahren sind wir bedingt durch Schwangerschaft und Verletzungen kaum noch unterwegs gewesen und auch das „normale“ Training beschränkt sich auf 2-3 mal Reiten in der Woche. Ansonsten geht er viel mit einer Freundin ins Gelände. Außerdem steht er jeden Tag auf der Weide und hat eigentlich genügend Möglichkeiten sich auszutoben. Nun ist es aber so, dass er immer „unangenehmer“ im Umgang wird, um nicht zu sagen frech. Beim reiten ist er extrem „umweltorientiert“ und zuckt in jeder Ecke bei der kleinsten Kleinigkeit. Ich habe das Gefühl er will eigentlich mehr, denn wenn ich ihn mal wieder richtig fordere und Lektionen reite ist er einigermaßen brav. Allerdings bekomme ich dann gleich wieder ein schlechtes Gewissen, ob ich ihm in seinem halbtrainierten Rentnerzustand dann nicht zuviel zumute. Haben sie vielleicht eine Idee?

Antwort:
Dann steigern Sie doch das Training wieder ein bisschen — nicht unbedingt, indem Sie ihn öfter dressurmäßig reiten, die Abwechslung im Gelände tut ihm gut, aber indem Sie diese Trainingseinheiten dann etwas intensiver gestalten. Es ist doch toll, wenn ein Pferd in dem Alter noch so fit ist und dem Reiter signalisiert, dass es noch nicht zum alten Eisen gehört!

Frage:

Mein Pony jetzt 20 Jahre alt, war aber im Turniersport noch nie wirklich aktiv dabei, aber sie hätte schon das Zeug L zu gehen, bis auf Kleinigkeiten, die noch nicht so gut klappen. Für ihr Alter ist sie noch mehr als topfit! Ich muss sagen, dass ich in letzter Zeit nicht mehr wirklich Lust habe, mich mit irgendwelchen Lektionen „herumzuschlagen“. Da ich privat auch viel Stress habe, unter anderem wegen meinem Abi nächstes Jahr, setze ich mich einfach lieber zum Entspannen drauf. Ich selber merke auch, dass es meinem Pony auch viel mehr Spaß macht, im Gelände mal vorwärts zu galoppieren oder in der Springstunde mitzureiten. Mir ist klar, dass das nicht ganz ohne Dressurarbeit geht. Meine Frage ist jetzt, ob es reicht, sie dressurmäßig „locker zu reiten“, das heißt Seitengänge im Schritt, Übergänge, und galoppieren am langen Zügel mit aufgewölbtem Rücken oder ich sie noch richtig fordern muss mit Versammlung, Traversalen usw, obwohl ich merke, dass sie dabei nicht wirklich Spaß hat und es ihr schwer fällt? Und wie würden Sie das Training dann gestalten? Ich longiere sie auch oder lass sie mal am Platz laufen und auf der Koppel ist sie sowieso jeden Tag.

Antwort:

Wir würden es genau so machen, wie Du es uns hier beschrieben hast. Hör auf Dein Pony; wenn es ihr mit dieser Arbeit gut geht, braucht sie mit 20 doch nicht mehr gefordert zu werden, und für Dich ist es doch ein Geschenk, dass sie genau jetzt, wo Dir eine stressige Zeit bevorsteht, am liebsten mit Dir „chillt“.

Frage:

Ich habe ein 22 Jahre altes Pferd, das aber noch gesund ist, sodass ich ihn auch noch reite und mit ihm Turniere gehe. Viele meinen aber, dass er zu alt dafür ist und ich lieber aufhören soll, ihn Turniere zu reiten und überhaupt zu reiten. Was meinen sie dazu?
Außerdem lasse ich mein Pferd zur Abwechslung manchmal einfach frei laufen in der Halle, dabei wälzt er sich erst mal genüsslich auf beiden Seiten. Eine gute Reiterin aus unserem Stall meinte jetzt aber, dass das für alte Pferde nicht gut ist, weil durch das „hoch und runter“ die Gelenke und Knochen belastet werden. Ich bin jetzt verunsichert, weil ich ja nicht möchte, dass es ihm irgendwann nicht mehr gut geht deswegen.

Antwort:

Wenn Dein Pferd mit 22 Jahren noch sehr fit ist und sich gut anfühlt, kannst Du es ruhig weiter reiten und auch auf Turniere gehen (nur international ist mit 20 Schluss).
Freilaufen macht den meisten Pferden große Freude; sei froh, wenn sich Dein Pferd in dem Alter noch hinlegt und wälzt, das ist ein gesundes Zeichen — andere sind dazu längst zu steif. Nur die plattgedrückte Stelle im Hallenboden solltest Du hinterher harken. Vielleicht hat die „gute Reiterin“ aus Eurem Stall ja einfach Angst um den Hallenboden? 🙂

Frage:

Zurzeit hab ich ein großes Problem mit meinem neuen Pferd. Sie hängt sich auf, sobald der Strick etwas auf Spannung kommt, und das sogar, wenn sie an zwei Seiten angebunden ist. Durch irgendeinen kleinen Einfluss geht sie schnell zurück, die Stricke gehen auf Spannung, und dann setzt sie sich auf die Hinterbeine und geht vorne hoch. Danach springt sie ruckartig nach vorne und steht wieder, als wäre nichts gewesen. Hinzu kommt, dass sie sehr schnell abzulenken und sehr ängstlich ist. Das liegt aber wahrscheinlich am mangelnden Vertrauen, da sie erst einige Wochen bei mir ist. Vielleicht haben sie auch noch einen Tipp wie man dies schnell aufbaut.

Antwort:

So etwas geht leider nicht „schnell“. Am besten bindest Du das Pferd erst einmal gar nicht an, sondern bittest eine zweite Person, vorn stehen zu bleiben, und ziehst den Strick nur durch den Anbindering, ohne ihn zu befestigen. Super beruhigend und Konzentrations- und Entspannungs-fördernd sind die vorbereitenden Übungen von Linda Tellington-Jones. Optimal wäre es natürlich, Du könntest sie Dir einmal von einem geschulten Trainer zeigen lassen, der Dir dann vielleicht auch noch mehr zu Deinem Pferd sagen kann, aber es geht auch mit Hilfe eines Buches.
Bleib ruhig und geduldig, das ist das Allerwichtigste!

Frage:

Ich bin 14 Jahre alt, und da meine Oma Haflinger züchtet, besitze ich auch einen. Meine Stute ist jetzt 9 Jahre alt und ist echt talentiert und fleißig. Sie kann sogar bis M Niveau laufen, einschließlich fliegende Wechsel! Wir haben auch schon relativ viele ländliche L Dressuren gewonnen und waren in M-Dressuren platziert. Jetzt würde ich natürlich auch mal gerne eine Sichtung mitreiten. Und natürlich ist ja der Traum vieler Pony-Dressur-Reiter, auch mal in den Kader zu kommen…
Nur sehe ich ja auch, dass mein Hafi nicht so eine Trabverstärkung wie beispielsweise ihre Paso oder Goldi hat. Meine Frage jetzt an Sie: Haben sie schon öfter Robustpferderassen auf großen Turnieren und Sichtungen gesehen und glauben sie, dass ich mit so einem Pferdchen überhaupt eine Chance gegen so teure Dressurponys habe?

Antwort:

Man sieht tatsächlich leider kaum Reiter mit „anderen“ Pferderassen auf den Sichtungsturnieren. Das heißt aber nicht, dass Du hier automatisch chancenlos bist. Wenn Dein Pony M-platziert ist, muss ja die Grundqualität vor allem Deines Reitens stimmen, und solche Platzierungen sind GERADE mit einem Robustpferd viel wert, denn da musst Du ja viel korrekter sein als die „Normalen“, um die Richter zu überzeugen. Die Trabverstärkung ist in den langen Aufgaben nur eine Lektion von vielen; was Dir da fehlt, kannst Du da wett machen, wo Dein Pony seine Stärken hat!

Also: Bleib fair zu Deinem Pony, verlange nicht mehr von ihm als es kann — aber lass Dich auch nicht einschüchtern und versuch’s.
Viel Spaß und viel Erfolg!

(Unter „Trabverstärkung“ findest Du noch etwas mehr zu dem Thema und vielleicht den einen oder anderen hilfreichen Tipp.)

Frage:

Hallo, mein Pferd bekommt im Winter häufig hinten etwas dickere Beine, unten an den Fesseln. Allerdings nur, wenn er eine Nacht und einen halben Tag mindestens drinnen steht. Also hat das sicher etwas mit dem Auslauf zu tun. Die Möglichkeit, ihn im Winter öfter rauszustellen, wo er mal richtig laufen kann ist leider nicht gegeben. Würden sie ihrem Pferd hinten Stallgamaschen anziehen?

Antwort:
Stallbandagen lösen das Problem leider nur „kosmetisch“, das heißt, für den Reiter sieht es nicht mehr so beunruhigend aus, aber der Lymphfluss wird so noch weiter behindert, und letztlich wird es eher schlimmer. Besser für Dein Pferd wäre es, wenn es im Winter wenigstens auch stundenweise aufs Paddock könnte oder wenn es, wenn Du z.B. nachmittags reitest, vormittags eine halbe Stunde in die Führmaschine könnte oder jemand ein bisschen im Schritt mit ihm spazieren gehen könnte — es muss ja gar nicht „richtig laufen“. Du siehst ja selbst, dass Bewegungsmangel die Ursache ist — und da hilft nur Bewegung (und wenn das jetzt ein bisschen extra kostet, sparst Du dafür später Tierarztkosten).

Frage: 

Sie schreiben öfters, dass Semmie mehr Vertrauen bekommt. Meinen Sie das so, dass ihr Vertrauen in die Ponys wächst, dass diese z.B. brav in der Prüfung sind? Haben Sie vielleicht einen Tipp für etwas ängstliche Reiter, nach Stürzen wieder Vertrauen zu ihrem Pferd zu bekommen?

Antwort:
Bei Semmie geht es vor allem um das „Selbst-Vertrauen“, dass sie der Aufgabe, die sie sich gestellt hat, den ständig weiteren Grenzen, die sie sich steckt, auch gewachsen ist. Sie fährt immer erst aufs Turnier, wenn sie an sich glaubt, aber jede Premiere ist eine neue Herausforderung.
Angst vor Stürzen — oder Angst nach einem Sturz — ist eine andere Sache. Das solltest Du ganz langsam angehen — Dein Pferd merkt, wenn Du im Sattel Angst hast, und die meisten Pferde werden dann selbst unsicher und damit auch nervös. Wenn Du merkst, dass Du Angst hast — lass Dich von jemandem am Strick oder an der Longe durch die Bahn führen. Halte dabei selber die Zügel in der Hand und konzentriere Dich auf Deinen Sitz, auf’s Ein- und Ausatmen, darauf, dass Du nicht versuchst, das Pferd festzuhalten (das nützt sowieso nichts), darauf, dass Du schon im Schritt schön im Bügel federst und Dich vom Pferd mitnehmen lässt. Wenn das geht, macht die Longe ab, und dann versuchst Du es allein, erst im Schritt, dann im Trab oder Galopp. Nur solange wie Du merkst, dass Du es ohne Stress kannst. Lieber nur zwanzig Minuten in Ruhe als eine Stunde mit Angst und Krampf. Und falls Lästermäuler an der Bande stehen — ignorier sie einfach; es gibt sogar Olympiasieger, die nach schweren Stürzen so wieder aufs Pferd gefunden haben.

Frage:

Letztes Jahr auf einem Turnier ist mein pferd, welches davor schon bei anderen Turnieren am ersten Sprung nicht immer flüssig war, bei dem Oxer am Anfang erst zweimal stehen geblieben und beim dritten Mal so blöd reingesprungen, dass ich vornerübergefallen bin und dem Pferd die Trense mit „ausgezogen“ habe, sodass es ohne über den ganzen Platz galoppiert ist und mich sozusagen mit blauen Flecken zurückgelassen hat. Seitdem hab ich schon etwas Angst vor einem Oxer – und mein Pferd durch mich auch – besonders auf dem Turnier. Haben sie eine Idee wie ich das selbst an mir lösen kann, diese angst vor Oxern zu haben?

Antwort:

Vermutlich würde Euch beiden die Hilfe eines gefühlvollen Profis gut tun, der erst einmal in Ruhe dem Pferd die Unsicherheit nimmt und Dich erst dann wieder draufsetzt. Auch dann solltest Du erst einmal nur unter Anleitung springen und das Pferd allein nur dressurmäßig arbeiten oder ausreiten etc.
Wenn das nicht reicht, könnte ein Mentaltrainer weiterhelfen.

Frage:

Ich reite einen 12-jährigen Westfalenwallach mit Sattelzwang. Vor 1 1/2 Jahren bin ich das erste mal beim Aufsitzen gestürzt. Er ist losgerannt. Bin ihn dann lange Zeit nicht mehr geritten. Egal bei welchem Pferd, ich hatte danach immer Angst beim Aufsitzen.
Habe mich dann wieder langsam herangetastet. Vorher viel longiert, geführt und langsam gegurtet. Wir waren dann schon soweit, dass er echt gar nichts mehr gemacht hat. Seit 2 Wochen buckelt er wieder so los. Letztes mal bin ich fast runtergefallen. Ich hab jetzt einfach wieder unglaublich Angst aufzusteigen. Wenn ich weiß, dass ich bald Training oder Turnier hab wird mir schon ganz komisch.

Die Besitzerin kennt sein Problem. Da sie mehr Erfahrung hat und ihn natürlich auch öfters reitet, geht sie gelassener damit um. Bei ihr hat er das nur 1-2x gemacht. Bei mir in letzter Zeit immer wieder! Liegt es vielleicht daran, dass sie immer mit einem anderen Sattel reitet? Ich reite ihn nämlich hauptsächlich mit einem Dressursattel. Sie hingegen hat ihren Springsattel?
Ich weiß selbst, dass er Probleme mit der Halswirbelsäule hat usw.. Der Mann der Besitzerin ist Tierarzt. Das Pferd wurde auch behandelt. Ich weiß echt nicht weiter. Hab mega Angst vorm Aufsteigen.

Antwort:
Ganz ehrlich, und auch wenn es schmerzt? Wir würden das Pferd an Deiner Stelle nicht mehr reiten.
Das Pferd hat ja anscheinend einen Grund für seine heftigen Reaktionen, und genauso begründet ist daher Deine Angst, die auf diese Weise auch nicht verschwinden kann.
Wenn es Dein eigenes Pferd wäre, würdest Du die Verantwortung für die Behandlung des Pferdes tragen und könntest Dich mit den Therapeuten (Tierarzt, Physiotherapeut) austauschen und nach einer Lösung suchen; so musst Du Dich auf andere verlassen, und das wäre uns zu gefährlich.

Frage:

Ich wollte mir ein Pferd kaufen, genauer gesagt ein Schulpferd. Jetzt habe ich mir gedacht, eine Pferdeankaufsuntersuchung zu machen. Wie läuft so eine Ankaufsuntersuchung ab? Was kommen für Kosten auf mich zu? Kann ein Pferd bei der Ankaufsuntersuchung durchfallen

Antwort:
Man unterscheidet „im Volksmund“ zwischen einer kleinen und einer großen Ankaufsuntersuchung.
Bei der kleinen (korrekt: klinischen) Ankaufsuntersuchung wird der Allgemeinzustand des Pferdes überprüft (Atemwege, Fell, Zähne, Lahmheitsuntersuchung). Die Kosten dürften (je nach Tierarzt) bei ca. 200 Euro liegen.
Bei der großen (röntgenologischen) Untersuchung wird das Pferd ausgiebig geröntgt (Kosten 400 bis 600 Euro), außerdem kann man natürlich weitere diagnostische Verfahren durchführen lassen (Blutbild etc.), dann kann es schnell vierstellig werden.
Es kommt einfach darauf an, was man mit dem Pferd möchte. Wer ein teures Pferd für den Leistungssport erwirbt, möchte natürlich so viel wie möglich über das „Innenleben“ des Pferdes wissen.
Wenn Du Dich mit einem Schulpferd angefreundet hast und es als Freizeitpartner haben oder hin und wieder ein kleines Turnier damit gehen möchtest, bist Du wahrscheinlich gut beraten, wenn Du das Pferd von einem Physiotherapeuten begutachten lässt. Vielleicht kannst Du es ihm oder ihr ja sogar vorreiten. Die Kosten dürften bei etwa 150 Euro liegen.
Physiotherapeuten haben einen guten Blick dafür, wo ein Pferd möglicherweise kleine Wehwehchen hat, und können diese oft kostengünstig und nachhaltig beseitigen. Ein Pferd, das länger im Schulbetrieb gegangen ist, wird mit Sicherheit röntgenologisch nicht mehr „Eins A“ sein und vielleicht auch bei der Lahmheitsuntersuchung auffallen. Damit wäre es durch die Ankaufsuntersuchung durchgefallen — das heißt aber noch lange nicht, dass es Dir nicht trotzdem noch jahrelang ein gesunder Partner sein könnte, mit dem Du viel Freude hast.
Deshalb würden wir in einem solchen Fall zum ganzheitlichen Blick eines Physiotherapeuten raten — und wenn er oder sie dann meint, dass doch noch ein Tierarzt das Pferd begutachten sollte, könnt Ihr gemeinsam überlegen, ob es sich lohnt.

Frage:
Wenn das Pferd/Pony viele Kriterien dieser Ankaufsuntersuchung nicht besteht, kann man dann den Kaufpreis des Pferdes drücken?

Antwort:
Diese Frage klingt ein bisschen herzlos. Es geht doch bei der Ankaufsuntersuchung um die gegenwärtige und künftige Gesundheit des Pferdes, und ein Pferd ist doch kein Auto, das man vielleicht billiger bekommt, weil es einen Kratzer im Lack hat. Wenn bei der Ankaufsuntersuchung kleinere Probleme auftreten (z.B. Pferd hat einen Infekt oder Haken auf den Zähnen), sollte man mit dem Besitzer besprechen, ob er das vor dem Kauf noch behandeln lässt. Wenn es etwas Schwerwiegendes ist (z.B. Arthrose), sollte man sich den Kauf sehr genau überlegen — wobei es natürlich davon abhängt, was für Ziele man mit dem Pferd hat. Wenn man in einem solchen Fall „den Preis drückt“, ist doch vorprogrammiert, dass früher oder später der Tierarzt das „Ersparte“ bekommt.

Frage: 
Ich habe ein 10jähriges Pony, und ich habe ihn schon recht weit in L ausgebildet. Mein Problem ist aber, dass er auf der rechten Hand im versammelten Galopp nicht immer ganz in der Anlehnung bleibt. Es ist nicht viel. ich reite ihn am Anfang längere Zeit vorwärts arbwärts und auch zwischendurch reite ich ihn immer wieder tiefer, trotzdem klappt es nicht so ganz! Es wäre schön, wenn sie vielleicht ein paar Tipps für mich hätten, wie es leichter geht.

Antwort:
Diese Frage lässt sich kaum beantworten, ohne Pferd und Reiter zu sehen, da das Pony ja ansonsten alles brav zu machen scheint und Ihr schon auf recht hohem Niveau unterwegs seid. Wenn das Problem nur in der äußersten Versammlung und nur auf einer Hand auftritt, liegt es nahe, dass sich das Pony in genau diesen Momenten durch irgendeine letzte Kleinigkeit gestört fühlt. Sitzt Du dann vielleicht unbewusst „gegen“ das Pony, weil Du schon weißt, dass es gleich „haken“ wird? Bleiben Deine Schultern locker und  parallel zu den Pferdeschultern? Kannst Du innen nachgeben, oder ziehst Du vielleicht innen, ohne es zu merken? Denkst Du ans Weiteratmen? Vielleicht sollte Dein Trainer oder Deine Trainerin da noch einmal „mit der Lupe“ hinschauen. Es könnte natürlich auch einfach sein, dass mal der Zahnarzt ins Maul gucken sollte oder dass ein Physiotherapeut mal nachfühlt, ob sich an der Halswirbelsäule oder im Lendenwirbelbereich etwas „verklemmt“ hat — aber  letztlich ist es immer am wichtigsten, sich beim Reiten zu fragen, könnte es an mir liegen?

Frage:
Ich wollte dieses Jahr meine ersten L-Dressuren gehn, die Lektionen klappen alle super, bis auf die Hinterhandwendung. Unser größeres Problem sind allerdings meine Hände und seine Kopfhaltung, er ist ziemlich unruhig im Genick, leider auch wenn ich die “Zügelbrücke“ habe und meine Hände ganz still halte. Wir haben einmal die Woche Training, und immer wenn wir vom Hof wegfahren, gibt er sich die größte Mühe, und da ist alles gar kein Problem mehr, also kann mir meine Trainerin da auch nichts zu sagen. Sie haben es ja auch noch nicht gesehen, aber wissen sie vielleicht was man da tun kann?

Antwort:
Das ist natürlich aus der Ferne schwer zu beurteilen, aber beim Lesen stellt sich als erstes die Frage, ob sich Dein Pferd oder Pony denn überhaupt reell an die Hand dehnt, sprich, ob Du die Zügel aus der Hand kauen lassen kannst und es sich dann zufrieden selber trägt, ohne auseinanderzufallen oder sich einzurollen. Das sollte unbedingt in allen Gangarten klappen, bevor Du an Lektionen und L-Dressur denkst. Wenn das geht, ist Dein Pferd vielleicht wirklich super empfindlich im Genick. In diesem Fall kann es sich lohnen, den ST-Zaum auszuprobieren (www.st-zaum.de, ist national und international auf Turnieren zugelassen). Das ist ein Zaum, der durch seine Konstruktion dafür sorgt, dass das Gebiss unabhängig vom Genick ruhig im Maul liegt, und der den Druck aus dem Genick nimmt.

Frage:
Ich habe einen 4-jährigen selbstgezogenen Wallach. Ich habe das Problem, dass er sich extrem aufrollt. Ich bekomme ihn nicht von dort unten hoch. Haben Sie evtl. einen Tipp? Meine Trainerin sagte, ich soll die innere Hand starr auf den Oberschenkel legen und außen spielen, das ganze auf dem Zirkel. Dann ganze Bahn und zulegen und wieder dasselbe Spiel. Mir ist jedoch irgendwie aufgefallen, dass die o.g. Problematik extremer geworden ist. Auch die Idee mit Doppellonge meiner Trainerin war nicht so der Hit.
Bei „A-Z“ und über die Suchfunktion konnte ich leider nichts geeignetes finden.

Antwort:
Es darf nicht darum gehen, das Pferd „von unten hoch“ zu bekommen — das Ziel muss immer, gerade aber in diesem frühen Stadium der Ausbildung, die Selbsthaltung des Pferdes sein. Wenn es sich aufrollt, geht es eben nicht in Selbsthaltung. Da ist geduldige Grundlagenarbeit gefragt mit vielen Übergängen. Erst wenn das Pferd von sich aus das Gebiss sucht und taktrein in Dehnungshaltung geht, kannst Du anfangen, es versammeln und behutsam aufrichten zu wollen. Übergänge und Dehnung kann man übrigens tatsächlich toll an der Doppellonge trainieren. Aber auch hierzu braucht man vor allem anfangs viel Geduld.

Mögliche Suchbegriffe: „Anlehnung“, „Dehnungshaltung“, „Balance“, „Übergänge“. Auch wenn sie in Antworten auf andere Fragen auftauchen, ist das Problem oft das gleiche.

Frage:

Ich habe seit ca 2 Jahren ein eigenes Pferd und seit 1 1/2 Jahren reite ich es ohne Ausbinder, am Anfang hat es super gut geklappt, aber nach kurzer Zeit ging gar nichts mehr; er hat nur noch den Kopf in der Luft und macht überhaupt nicht mehr mit. Wir haben ihn komplett durchchecken lassen, aber es wurde nichts festgestellt. Mein Reitlehrer vermutet, dass er früher sehr „gedrillt“ wurde und dadurch jetzt Angst hat, dass es wieder so wird. Mein Problem dabei ist, dass ich so langsam den Spaß am Reiten verliere und nach jedem Reiten mega deprimiert bin und irgendwie keinen Sinn mehr darin sehe weiter zu machen, weil es nicht besser wird. Das ist total schade, weil ich früher so viel Spaß hatte im Stall zu sein, mich ums Pferd zu kümmern und zu reiten. Das ist aber jetzt alles weg und ich will eigentlich gar nicht mehr weitermachen sondern alles aufgeben 🙁

Kennen sie das auch, und können sie mir irgendwelche Tipps oder Ratschläge geben wie ich wieder Spaß an der Sache bekommen kann und nicht aufgebe?

Antwort:

Zum Glück scheinst Du ja einen einfühlsamen Reitlehrer zu haben. Kann er das Pferd in Anlehnung reiten? Dann sollte er es am besten eine Zeitlang ein-, zweimal die Woche zur Korrektur mit reiten (oder es lösen, und dann reitest Du den Rest der Stunde). Wenn das Pferd tatsächlich Angst vor einer brutalen Reiterhand hat, ist es Deine Aufgabe, es zu überraschen: Mach mit ihm ein Spaßprogramm, geht mit anderen ins Gelände, lass Dir zeigen, wie man ein Pferd an der Doppellonge longiert, und schau mal, ob Du es vom Boden aus durchs Genick bekommst. Wenn Du selber im Viereck reitest, gibt ihm gar keine Zeit nachzudenken. Trabe und galoppiere es zum Lösen ein paar Runden mit Dreieckszügeln, damit es über den Rücken geht, und wenn ihr den Hilfszügel dann abmacht, beschäftige es mit vielen Übergängen und Schenkelweichen. Wenn es etwas gut gemacht hat, und sei es nur eine Kleinigkeit, sofort loben und deutlich nachgeben. Lass Dich nicht entmutigen — Dein Pferd ist bestimmt genau so frustriert wie Du. Was Dir außerdem helfen könnte, ist der ST-Zaum, der den Druck aus dem Genick nimmt und bei Pferden, die Probleme im Genick haben, oft Wunder wirkt.
Viel Erfolg, und lass den Kopf nicht hängen!

Frage:
Mir ist aufgefallen, dass sowohl auf nationalen Turnieren als auch bei großen Events die Ponys meist schöner in der Anlehnung sind als die Großpferde. Mich würde als Zuschauer nun interessieren warum das so ist. Sind Ponys einfacher zu reiten bzw. wegen der Größe leichter in der Selbsthaltung und damit besser „in der Hand“?

Antwort:
Das Tolle am Ponysport ist, dass die Kinder hier wirklich von Grund auf reiten lernen — und zwar auf Trense. Der Bundestrainer der Junioren und Jungen Reiter hat einmal gesagt, dass er meistens merken kann, wenn ein Jugendlicher durch die „Ponyschule“ gegangen ist, weil einfach die Grundlagen und die Technik sitzen. Wenn man später auf Kandare reitet, kann man als geschickter Prüfungsreiter (leider!) so manche Ausbildungsschwäche an den Richtern „vorbei mogeln“. Im Ponysport ist das fast unmöglich. Wenn die Kinder die Ponys nicht auf ihrer Seite haben und nicht blitzsauber und reell reiten, sind konstante Spitzenleistungen — und schöne Bilder 🙂 — nicht möglich.

Frage:

Mein Pferd schnikkt beim Angaloppieren immer mit dem Kopf so hoch, und auftrensen lässt es sich auch nicht mehr so leicht, sondern versucht immer zu „entkommen“. Da ich will, dass es meinem Schatz an nichts fehlt, wollte ich fragen ob die Trense zu hart ist und ein paar Genickpolster, dann so ein Verschnallpolster am Reithalfter und ein Nasenriemepolster etc. helfen würde oder ob eine neue Trense mit mehr Ohrenfreiheit besser wäre. Haben Sie Empfehlungen?

Antwort:
Hast Du die Zähne und die Halswirbelsäule kontrollieren lassen? Dann klingt es eher nach einem reiterlichen Problem, und Du solltest mit Deinem Reitlehrer daran arbeiten, das Pferd zu mehr Lastaufnahme zu bewegen, damit es sich selber (und Dich) ausbalanciert tragen kann und sich beim Angaloppieren nicht in diese Unart flüchten muss. Möglich, dass ihm ein stärker gepolstertes Reithalfter angenehmer ist, aber wichtiger ist es, die Ursache zu finden und zu beheben.

Frage:
Ich wollte mal fragen, wie sie „artgerechte Pferdehaltung“ definieren?

Gonneliens Antwort: 
über solche Fragen freue ich mich immer wieder.
Überall wird von artgerechter Haltung gesprochen, aber wann ist Pferdehaltung — insbesondere bei Leistungspferden — artgerecht?
Auch wenn ein Pferd im Sport geht oder als Deckhengst arbeitet, darf man die fünf wichtigsten Bedürfnisse eines Pferdes nicht aus dem Augen verlieren: Das sind Licht – Luft – Bewegung – Sozialkontakt und Futteraufnahme!
Für uns heißt das täglich neu, die arteigenen Ansprüche möglichst gut zu erfüllen, denn nach unserer Erfahrung sind und bleiben Pferde um so gesünder, langlebiger und leistungsfähiger, je besser man ihre Umgebung auf sie einstellt! (Dazu gehören bei uns große Boxen mit offenen Außenfenstern, gutes Heu nach Bedarf, vernünftiges Kraftfutter-Management, regelmäßiger Paddock- und Weidegang und — last but not least — Abwechslung im Training.) Lassen sich manche Bedürfnisse nicht mit dem Alltag vereinbaren, versuchen wir, Ersatz zu schaffen (grasen lassen auf dem Turnier statt Weidegang, Aquatrainer im Wechsel mit Reiten bei jungen, schon antrainierten Pferden; Freigang in der Halle, wenn das Wetter wirklich man keinen Paddockgang erlaubt usw.).
Durch die Zusammenarbeit mit dem Pferden spürt, sieht und fühlt man, was ein Pferd ganz individuell gerne mag und was ihm gut tut.

Frage:

Bei Ihnen ist oft die Rede davon, dass man richtig atmen muss. Aber wann muss man denn nun einatmen und wann aus? Das hat ja bestimmt etwas mit Anspannnung und Entspannung zu tun. Denn gerade damit habe ich Probleme.

Antwort:
Das kann eigentlich nur ein Reitlehrer beantworten, der daneben steht und sieht, wenn sein Schüler im Sattel die Luft anhält. An manche Dinge kann man sich immer wieder selbst erinnern, z.B. bei einer ganzen Parade, also beim Anhalten, ins stehende Pferd ausatmen. Oder vor einer Trabverstärkung in der Ecke einatmen, während man das Pferd aufmerksam macht und versammelt, und dann ausatmen, wenn man die Verstärkung herauslässt. Wie Gonnelien das macht, kann man in dem Trainingsvideo mit Semmie und Deinhard sehen. Aber ohne den Coach, der am Boden mitdenkt, geht es nicht.

Frage:

Haben sie einen Tipp, wie ich mir Dressuraufgaben besser merken kann? Gerade wenn ich aufgeregt bin, vergesse ich manchmal Teile, deshalb liest meine Mutter immer. Mir wäre es aber lieber, wenn ich es richtig könnte.

Antwort:
Versuch, vor dem Start die Aufgabe im Kopf nochmal durchzugehen und Dir dabei vorstellen, welche Hilfen Du bei den einzelnen Lektionen gibst, damit Du die Aufgabe nicht nur auswendig weißt, sondern auch „fühlst“. Du kannst sie auch zu Fuß auf der Stallgasse oder an einer ungestörten Stelle auf kleiner Fläche abschreiten und dabei auch immer an die Hilfengebung denken. Wie gesagt, damit auch Dein Körper die Aufgabe „kann“, nicht nur Dein Kopf.

Frage:

Wie schaffen sie es, dass ihre Dressurpferde die Aufgaben nicht auswendig laufen? Immerhin gehen die Ponys fast ausschließlich die FEI-Aufgaben, und auch bei den Grad-Prix-Pferden ist die Auswahl der AUfgaben ja irgendwann ausgeschöpft. Ich als Reiter müsste jeden Tag eine Aufgabe reiten, weil ich immer sehr angespannt bin, sobald es an die Aufgabe geht. Das ist auch unabhängig davon, ob es sich um Training oder Prüfung handelt, weshalb ich wohl einfach Routine brauche.
Da mein Pferd aber schon seid Jahren L-Dressur geht, kann es die Aufgaben auswendig. Wie würden sie an meiner Stelle das Problem angehen?
Ich dachte mir es wäre sinnvoll, einfach Aufgaben zu reiten, die ich mir selbst ausgedacht habe oder die aus einem anderen Land stammen. Was halten sie davon?

Antwort:

Wichtig ist, dass das Pferd auf Dein Kommando wartet! Es darf ruhig wissen, was kommt, nur solltest immer noch Du ihm sagen, ab wann es zulegen oder eine Lektion machen darf! Es hilft gar nichts andere Prüfungen zu üben. Sobald Du wieder seine „erkennbare“ Prüfung reitest, wird Dein Pferd es sofort merken. Viele Übergänge, mal eine Volte zwischendurch, mal den Außengalopp über „A“ hinausreiten und erst nach der kurzen Seite wechseln oder mal im Außengalopp bleiben statt eines fliegenden Wechsels — solche Durchlässigkeitsübungen können Wunder bewirken.
Wir freuen uns schon, wenn die Pferde wissen, was kommt, dann sind sie richtig motiviert und freuen sich auch, dass sie die Aufgabe meistern können.

Was die Nervosität des Reiters betriff — siehe oben.

Frage:

Uns ist aufgefallen, dass Semmie ihre Ponys auf einigen Fotos mit Ausbindern reitet. Warum ist das so?

Antwort:
Semmie hat Primero ganz am Anfang bei der Dressurarbeit mit Ausbindern geritten, wenn wir Sitzübungen gemacht haben. So kann man sich ganz auf den Sitz konzentrieren, und das Pony läuft trotzdem schön über den Rücken. Das tut Pferd und Reiter gut.
Wer noch Sitzübungen macht, sollte sich auch ganz auf seinen Sitz konzentrieren können und nicht auch noch darauf, ob das Pferd „am Zügel“ geht. Auch heute trifft man Semmie manchmal noch mit Martingal an — oft gehen wir vor dem Training eine große Schrittrunde im Wald. Zwar wird Semmie dabei von einem Erwachsenen begleitet, und die Ponys sind alle geländesicher, trotzdem greifen wir dann zum Martingal, denn beim Dressurreiten stört es nicht, und falls ein Pony draußen doch einmal erschrickt und den Kopf hochreißt, ist ihm dadurch eine Grenze gesetzt.

Frage:

Ich reite L und wollte mal fragen, ob Sie mir einen Tipp zum Außengalopp geben können, mein Problem ist, wenn ich Außengalopp reite, dass mein Pferd sofort umspringt, wobei ich schon immer sehr bemüht bin, extrem zur anderen Seite runterzusitzen.

Antwort:
Wenn der Außengalopp „wackelt“, ist es wichtig, dem Pferd Sicherheit zu geben, also nicht extrem anders zu sitzen als sonst.
Vielleicht versucht Du erst einmal, nur an der langen Seite Außengalopp zu reiten; am Anfang im Außengalopp angaloppieren, vor der Ecke wieder zum Schritt durchparieren. Dabei das Pferd möglichst gerade lassen und weg mit der Hand, denn es ist ja eigentlich nicht anders als im Handgalopp. Wenn das klappt, kannst Du erst eine Ecke dazunehmen und in der Mitte der kurzen Seite zum Schritt durchparieren, und wenn das geht, beide Ecken durchgaloppieren. Um aus dem Handgalopp in den Außengalopp zu kommen, kannst Du aus der Ecke kehrt reiten (Achtung auch hier: weg mit der inneren Hand), dabei springen viele Pferde nicht so schnell um wie beim Wechseln durch die halbe Bahn.

Der Außengalopp ist das erste Arbeiten an größerer Versammlung. Um ihn zu diesem Zweck zu nutzen, auch mal eine Parade zum Halten durchführen, überstreichen, danach wieder Schritt.

Frage:

Auf einigen Videos habe ich gesehen, dass Semmie manchmal im Wechsel leichttrabt und dann wieder für einige Meter aussitzt. Dient diese Übung der Losgelassenheit des Reiters beim Aussitzen? Ich selber reite nach langjähriger Pause nun ein sehr schwungvolles Pferd, und mir fällt das losgelassene Aussitzen im Trab plötzlich extrem schwer, obwohl ich früher viel und etwa auf L- Niveau geritten bin. Daher bin ich auf der Suche nach hilfreichen Übungen.

Antwort:
Manchmal fehlt es auch an der Kondition der Reiter, wenn es Probleme gibt, besonders schwungvolle Bewegungen auszusitzen. Mach kürzere Reprisen, da die Gefahr besteht (wenn einem die Kraft fehlt), dass man versucht, sich am Zügel festzuhalten, also das Aussitzen immer wieder mit Leichtraben abwechseln, damit du dich nicht verkrampfst! Dann versuchst Du, das Leichtraben immer kürzer zu machen.
Wechsele z.B. auch öfter die Gangart, viele Trab-Galopp-Übergänge, das hilft auch bei der Durchlässigkeit.

Frage:

Ich bewundere seit Langem Sannekes guten, schwingenden Sitz. Nächste Woche werde ich auf meinem 13-jährigen Wallach von Riccione meine erste S-Dressur reiten. Er ist im Trab extrem schwer zu sitzen, geht mit sehr hohem Hals. ( Viel Schwung nach oben.) Könnt ihr mir einen Tipp geben, wie ich meinen Sitz schwingender bekomme und diesen Mega-Trab entspannter sitzen kann und damit die Trabtour gleichmäßiger wird??

Antwort: 

Das ist ein Problem, das man nicht mal eben bis zum Start am nächsten Wochenende gelöst bekommt. Da solltest Du in der Prüfung lieber erstmal weniger ausdrucksvoll und dafür schön und korrekt reiten und dann zu Hause weiter an Deinem Sitz, an der korrekten Rückentätigkeit des Pferdes und am Schwung und Schub aus der Hinterhand arbeiten.
Eine Übung, die vielleicht hilft: Setz Dich auf die Vorderkante eines einfachen Hockers, so dass Du Deine Sitzbeinhöcker spüren kannst. Stell Dir vor, der Hocker ist das Ziffernblatt einer Uhr — vorn ist die zwölf, hinten die sechs, links die neun, rechts die drei. Kippe Dein Becken langsam auf diese vier Positionen der Uhr, dann spürst Du, was auch auf dem Pferd passiert, wenn Du Dein Becken bewegst. Kippst Du es auf die „neun“, belastest Du nur noch den linken Sitzbeinhöcker, auf der „drei“ den rechten, kippst Du es auf die „sechs“, bekommst Du ein Hohlkreuz, kippst Du es auf die „zwölf“, würdest Du im Sattel quasi dem Pferd „Platz machen“, damit es vorne größer werden kann. Denk beim Aussitzen immer wieder an die „zwölf“, dann kannst Du besser mitschwingen und schiebst Dein Pferd in die richtige Richtung, (Eine gute Lockerungsübung für die „Mittelpositur“ ist es auch, beim Leichttraben abwechselnd auf der „neun“ und der „drei“ zu landen, so fühlt man auch im Sattel besser, was mit dem Becken geschieht, und kann es gezielter einsetzen).
Diese Übung kann man auch auf einem Balimo machen, aber sie wurde schon lange vor dessen Erfindung z.B. in Geburtsvorbereitungskursen eingesetzt, um ein besseres Körpergefühl für das Becken zu bekommen. (Was beweist: Wer Kinder hat, ist klar im Vorteil 🙂 )

Frage:

Ich habe seit vier Tagen ein neues Pferd mit ausgesprochen guten Bewegungen. Sie ist allerdings mit ihren acht Jahren auf dem Stand einer Fünfjährigen. Unser Problem ist jetzt das Aussitzen. Sie macht den Rücken nicht richtig auf, so dass es mir nicht möglich ist, unabhängig von der Hand zu sitzen, und das möchte ich natürlich und trabe dann im Endeffekt wieder leicht. Hätten sie da einen Tipp wie ich das in der zukünftigen Arbeit angehen soll?

Antwort:

Lasst Euch Zeit! Wenn das Pferd auf dem Ausbildungsstand eines fünfjährigen Pferdes ist, solltest Du es auch so reiten — und wenn Du das Pferd erst seit ein paar Tagen hast, solltet ihr es erst recht langsam angehen. Wichtig ist, ob es in Dehnungshaltung geht, Das sollte euer erstes Ziel sein (ruhig im Leichttraben). Wenn das Pferd von sich aus den Weg in die Tiefe sucht, kannst Du a) in dieser Haltung erst kürzere, dann längere Strecken aussitzen und b) anfangen, es über den Sitz zurückzunehmen (Übergänge!) und an der Versammlung zu arbeiten. Das bequeme Aussitzen, das ja viel mit Balance von Pferd UND Reiter zu tun hat, ist ein Ausbildungsziel, keine Voraussetzung, und manche Pferde — gerade die mit den großen Bewegungen — brauchen länger dort hin als andere.

Frage:
Ich hab unheimliche Probleme beim Aussitzen im Trab. Ich musste eine lange Reitpause wegen Rückenproblemen einlegen, und seitdem kann ich gar nicht mehr aussitzen, mein Sitz ist total unruhig.
Mein Reitlehrer meint, ich habe einen überragenden Sitz im Galopp. In dieser Gangart fühle ich mich auch wirklich sicher. Ich habe schon einiges versucht, aber nichts scheint zu klappen. Ich bin total verzweifelt. Mein Reitlehrer meint nur, dass ich dem ganzen Zeit geben muss.

Antwort:
Dein Reitlehrer hat Recht, und Du solltest Dir Zeit lassen. Lieber zwischendurch kurze Stücke aussitzen, z.B. in Volten oder Ecken, wo es einfacher ist, und dann wieder leichttraben, um wieder zu Atem zu kommen. Das Aussitzen ist zwar generell eine Überprüfung, ob das Pferd den Rücken loslässt und den Reiter „mitnimmt“, aber in diesem Fall geht es ja vor allem erstmal darum, dass Du Deinen eigenen Rücken wieder richtig fit bekommst.

I

Frage: 
Mich würde interessieren, wie Ihr Eure Pferde abreitet bzw. im Training aufwärmt? Reitet ihr sie ganz lang und tief oder eher gleich etwas runder? Und reitet Ihr viele gebogene Linien oder Schenkelweichen oder Galopp am Anfang?

Antwort:
Wir finden, dass beim Abreiten weniger die Haltung des Halses und des Kopfes eine Rolle spielen, sondern wir achten vor allem darauf, dass die Pferde schön von hinten nach vorn durch den ganzen Körper schwingen. Der Weg dahin ist bei jedem Pferd anders, und abhängig von ihrer Anatomie (und auch ihrem Alter) brauchen die einen dazu mehr Anlehnung und ein kürzeres Zügelmaß, die anderen weniger. Jedes Pferd ist anders — das ist ja das Faszinierende an unserem Sport.
Grundsätzlich ist das Ziel beim Lösen natürlich, dass das Pferd (und auch der Reiter) locker wird und beide mit wenig Aufwand zusammenarbeiten können. Wenn man ein älteres Pferd hat wie z.B. Paso Doble, muss man besonders lange Schritt gehen; wenn man eine sehr junge Reiterin hat wie z.B. Semmie, wird zwischendurch immer wieder im leichten Sitz galoppiert, weil sie danach besonders tief und gerade sitzen kann. Wenn man einen weit ausgebildeten, heißen Ofen hat wie z.B. Wolke sieben, dürfen es beim Abreiten auch schonmal ein paar Piaffe- oder Passage-Tritte sein — mit etwas Glück denkt sie danach im St. Georg, ach, das ist ja einfach, das kann ich ja mit links. Und wenn ein Paar über die Jahre so zusammengewachsen ist wie Sanneke und Deveraux, ist vor der Prüfung weniger meistens mehr. Auch hier gilt also: Jedes Pferd ist anders, jeder Reiter ist anders, und was funktioniert, findet man am besten selber heraus. Und wenn man merkt, dass bei einem Pferd Übertreten oder ein ordentlicher Vorwärts-Galopp am besten funktionieren, dann sollte man das auch machen. Man lernt in diesem Sport nie aus.

Frage:

Ich habe eine 6jährige kaum gerittene Stute zum Reiten und zur Turniervorstellung, seit einigen Monaten steht sie nun bei mir im Stall. Mein Problem ist, dass man sie nicht reiten kann, wenn 3 oder mehr Pferde mit in der Halle sind, da sie die anderen Pferde attackiert und tritt mit mir oben drauf und da sie panisch losbuckelt, wenn ein anderes Pferd von hinten oder vorne angefragt/galoppiert kommt. Für mich ist das Reiten daher sehr gefährlich und im Moment sehe ich noch keine Chance, in Zukunft mit ihr aufs Turnier zu fahren, da man auf dem Abreiteplatz ja auch immer viel Betrieb hat.
Haben sie irgendwelche Tipps für mich? Es wäre eine Schande, dieses Pferd nicht vorzustellen, da sie sich toll entwickelt, wenn ich die Halle für mich habe.

Antwort:

Hast Du Dich schon einmal mit der Bodenarbeit nach Linda Tellington-Jones befasst? Das kann euch beiden bei einem solchen Problem helfen, mehr Selbstbewusstsein zu bekommen und die „Platzangst“ zu reduzieren.
Außerdem würden wir erst mal keine Hallenturniere nennen, sondern auf die Freilandsaison warten, und dann solche Turniere aussuchen, wo auf jeden Fall draußen abgeritten wird und viel Platz auf dem Abreiteplatz ist. Lieber ein paar Turniere weniger, dafür aber mit (hoffentlich!!!) guten Erfahrungen nach Hause kommen.

M

Frage:

Meine Stute, braun mit zwei weißen Hinterbeinen, hat auf dem linken Bein in der Fessel Ansätze von Mauke. Sie steht total trocken, es fing bei ihr an, als sie auf die Weide kam. Ich habe zur Zeit eine Creme, die ich drauf mache, würde aber gerne nochmal etwas benutzen, was die Heilung beschleunigt. Haben sie da Tipps?

Antwort:

Für Mauke gibt es keine Pauschalempfehlung; manchmal hat man Glück, und es helfen zwei Nächte Wickel mit Sauerkrautsaft (einfach ein Baumwolltuch mit Sauerkrautsaft durchtränken, auf die Stelle legen und eine Bandage drumwickeln); manchmal hat man Pech, und es geht erst weg, wenn der Tierarzt einen Abstrich macht und im Labor untersuchen lässt, um dann das richtige Antibiotikum verschreiben zu können. Wir würden es durchaus mit den Hausmitteln probieren, aber wenn dadurch nicht sofort Besserung eintritt, sollte ein Tierarzt draufschauen. (Und dann kann es immer noch sein, dass in einem Jahr nur das Antibiotikum hilft und im nächsten auf Anhieb der Sauerkrautsaft.)

Frage:

Ich habe eine frage zum Turnierreiten, und zwar ist es bei mir oft so, dass es eine weile lang super gut klappt, ich dann ein Turnier nenne und dann meistens eine Woche vor dem Turnier überhaupt nichts mehr klappt. Ich habe mir mal vorgenommen, nur aufs Turnier zu fahren wenn ich ein gutes Gefühl habe und nicht Angst habe, dass ich noch mehr frustriert werde. Denken Sie, man sollte einfach aufs Turnier fahren und schauen, ob es vielleicht doch klappt — und dann mit dem eventuellen Frust leben müssen, oder sollte man auf die sichere Seite gehen und nur fahren, wenn es einigermaßen gut klappt? Wie machen sie das, wenn auf einmal gar nichts mehr geht, obwohl ein Turnier vor der Tür steht? Sorry für die vielen Fragen aber ich bin im Moment echt verzweifelt.

Antwort: Erstens ist es sehr wichtig, dass Du mit Deinem Pferd der Aufgabe gewachsen bist. Nenne keine Prüfung, die ihr zu Hause schon nicht richtig hinbekommt.
Wenn man im Training kein gutes Gefühl hat, man aber schon genannt hat, sollte man trotzdem aufs Turnier fahren, da es immer mal Tage geben kann, an denen es nicht so läuft.
Wenn wir nennen, gehen wir auch an den Start, weil wir herausfinden möchten, wie man mit seinem Pferd am Tag des Turniers eine optimale Leistung bringen kann. Dafür braucht man Turniererfahrung und Routine, damit man, auch wenn das Abschlusstraining nicht so geklappt hat, irgendwann trotzdem eine schöne Runde zeigen kann.
Lass den Kopf nicht hängen!

Frage:

Meine Tochter hat mich auf ihre Website aufmerksam gemacht, und ich habe voller Neugier und Hochachtung über sie und von ihnen gelesen.
Meine Tochter ist 16 Jahre alt, reitet auf ordentlichem M Nivau, hat vor ca. 5 Monaten ein neues Pferd bekommen und möchte nun noch gern einige Turniere reiten. Sie ist hoch motiviert und hat einen liebenswerten und starken Charakter, was sich im Training auch oft positiv auswirkt, da sie sehr viel Lob und positive Komentare bekommt. Sie reitet jeden Tag, wobei sie 3x in der Woche Unterricht erhält, den Rest der Woche wird Abwechselung geboten, Gelände, Longe, Weide, lockeres Vorwärts-Abwärts.
Alles ist sehr zufriedenstellend, doch sind wir auf einem Turnier, habe ich das Gefühl meine Tochter kann sich nicht richtig konzentrieren und vergisst viel.
Ich las ihren Nachruf auf Frau Fengels und würde gern von ihnen wissen, ob eine Mentaltrainerin für uns in Frage käme? Ich würde gern wissen, wie eine solche Trainerin arbeitet und was sie bewirken kann.
Wir möchten unsere Tochter gern unterstützen und ihr helfen, neue Wege zugehen, die sie weiterbringen. Vielleicht sollte ich noch hinzufügen, dass unsere Tochter osteopathisch behandelt wird und dass sie 3x die Woche in ein Fitnesstudio mit Trainer geht.
Gern sind wir bereit uns weiter zu bilden. Im Vordergrund steht, die Augen für Neues und Gutes offen zu halten, daher meine Frage.

Antwort:

Vielen Dank für Ihre freundlichen Worte — und für das Vertrauen, sich mit dieser Frage an uns zu richten.
Als Eltern reitbegeisterter Kinder kennen wir natürlich das Dilemma, ihnen einerseits beste Bedingungen bieten zu wollen, sie aber andererseits auch nicht überfordern zu wollen. Und manchmal muss man sich da an den Spruch erinnern, der auch für die jungen Pferde gilt: immer langsam, GERADE wenn sie viel anbieten.
Wenn wir uns das Programm Ihrer Tochter (die ja auch noch zur Schule geht und Hausaufgaben machen muss) ansehen, so ist das schon gut gefüllt. MÖCHTE sie dreimal in der Woche ins Fitness-Studio? Natürlich ist es für Reiter und Pferd angenehmer, wenn der Zweibeiner eine gewisse Sportlichkeit mitbringt, aber Reiten lernt man nicht beim Personal Trainer (den haben wir auch, aber nicht so oft), sondern im Sattel. Wenn es ein Problem gibt, ist auch der Besuch beim Physiotherapeuthen oder Osteopathen angebracht, aber sonst? So ist es durchaus möglich, dass das Programm für Ihre Tochter einfach ein bisschen dicht gepackt ist und sie sich vielleicht tatsächlich mehr aufs Reiten konzentrieren sollte — und dabei hoffentlich auch den Spaß nicht vergisst. Natürlich kann ein Mentaltrainer ihr helfen herauszufinden, wo das Problem in den Prüfungen liegt, und ihr auch helfen, es zu lösen. Möglicherweise wird auch er dabei aber die Frage stellen, wie viel von dem Programm Ihre Tochter wirklich braucht, und wieviel davon eher gut gemeinte Überforderung ist.
Sprechen Sie mit Ihrer Tochter. Mit sechzehn kann sie selbst sagen, ob sie sich beim Fitnesstraining gut fühlt, oder ob es für sie ein Angang ist. Und sie kann auch selbst sagen, ob sie auf einen Besuch beim Mentaltrainer neugierig wäre, oder ob so etwas nur eine weitere Verpflichtung wäre.
Und dann entscheiden Sie gemeinsam!

Anschlussfrage:

Gern würde ich noch einmal auf meine Frage bez. Frau Fengels eingehen.
Anna hat sich diesen doch sehr gefüllten Wochenplan selber gemacht. Sie reitet jeden Tag, weil sie es möchte, und dasselbe gilt für das Studio und den Rest. Anna ist eine wirklich gute Schülerin, die ganz genau weiß, was sie will, guter Abschluss, Abitur in Wirtschaft und dann Studium Sportmanagament. (Ich sitze hier mit geschwellter Brust, denn wer kann schon so genau sagen, was er will, ich konnte das mit 16 noch nicht! Anna weiß es, und wir lassen sie!)
Die Osteopathie ist alle 6 bis 8 Wochen für eine Stunde, das rührt von einem Übergriff in der Schule, bei dem Anna einen Riss in der Niere und ganz starke Prellungen der unteren WS davon trug. Wir haben nach langer KG gemerkt, dass ihr die osteopathischen Behandlungen sehr gut tun, und sind dabei geblieben. Anna geht gern dort hin und entspannt sich sogar dabei. Jede Woche ist sie natürlich nicht im Studio, immer so wie es passt, und Zeit zum Entspannen, sprich für ihre Freunde und etwas Party ist am Wochenende immer! In Maßen, sie ist erst 16 :-), da bin ich doch etwas ängstlich, aber sie lernt auch diese Seite kennen.
Liebe Frau Rothenberger, ich kann Ihre Antwort verstehen, dass sie mich bitten nicht zu viel auf meine Tochter zu laden. DANKE für diese vorsichtige und wichtige Hilfestellung. Ich möchte Anna gern helfen, ihre Aufregung oder was immer es auch ist, in den Griff zu bekommen. Meine Mittel sind leider nicht ausreichend. Darf ich sie daher doch noch einmal bitten, mir aufzuzeigen, was eine Frau wie Frau Fengels macht und wie sie auf Sie und ihre Kinder eingewirkt bzw. geholfen hat.
Vielleicht können Sie meine Situation ganz gut verstehen, denn Ihre Kinder machen auf mich den Eindruck, dass sie auch genau wissen, was sie wollen, und Sie unterstützen sie nach ihren Kräften.
Haben sie vielen Dank für ihre erneute Mühe und Zeit, die sie hier zubringen, um anderen Menschen Hilfe und Unterstützung zu geben.

Antwort:
Danke für Ihre Antwort (und das Verständnis). Natürlich ist es auch genau so gut möglich, dass Ihre Tochter ein bisschen zu viel will — und sich dann einfach in den entscheidenden Momenten auf das Falsche konzentriert. In einem solchen Fall kann ein Mentaltrainer ihr möglicherweise helfen herauszufinden, wo der Haken ist.
Gela Fengels war mit ihrer großen Menschen- UND Pferdekenntnis einmalig; sie konnte uns im Training zur Seite stehen und sofort sehen, wann sich ein Kind verspannte, wann es aufhörte zu atmen — und dann nicht nur in dem Moment hilfreiche Anweisungen geben, sondern auch hinterher einfühlsam mit den Kindern besprechen, was in besagtem Moment eigentlich los war, und ihnen andere „Denkwege“ (oder auch „Fühl-Wege“) aufzeigen.
Diese gemeinsame Problemanalyse und die Hilfe dabei, das, was man tut, so zu tun, dass es glücklich macht, ist die Arbeit eines Mentaltrainers. Und manchmal ist der Knoten, der da gelöst werden muss, tatsächlich nur ganz klein.

Frage:

Ich bin die Mama von Anna, die ihnen bez. des Kotwassers und der Aufregung auf dem Turnier geschrieben hat.
Vielen Dank für ihre Vorschläge. Wir haben heute schon das Buch von Frau Tellington-Jones bestellt und warten mit Ungeduld.
Nun aber zu meiner Frage. Sie haben Anna empfohlen, mit einem Mentaltrainer zu arbeiten. Dürfte ich Sie fragen, ob Sie damit Erfahrungen haben, was diese Trainer genau bewirken und woran ich einen guten Trainer erkenne? Viele Fragen und Wünsche, aber ich als Mutter sehe mein Kind, die im Training wirklich super korrekt reitet und jeden Tag aufs Neue mit Elan und Freude an die Sache geht und total enttäuscht dann nach dem Turnier nach Hause fährt. Ich habe immer gedacht, Anna reitet zuwenig in der Prüfung, aber unser Trainer sieht das anders. Er sagt das Pferd macht beim Läuten der Glocke dicht, drückt den Rücken weg und ein gutes Reiten wäre nicht mehr möglich. Ich denke es kommen zwei zusammen, die so aufgeregt sind, dass sie das Atmen und das Laufen vergessen. Hört sich blöd an aber ich empfinde es so. Bei einem Team hat einer allein nie die Schuld. Oder?
Ich würde mich sehr über eine Antwort von ihnen freuen und möchte mich auch im Namen von Anna recht herzlich für ihre Mühe bedanken.

Antwort:
Wir sehen das genau so … wir glauben nicht daran, das in einem Team (Reiter- Pferd) nur einem der Fehler zu zuschieben ist. Die Anspannung des Reiters überträgt sich auf das Pferd. Der Reiter kann daran arbeiten, das Pferd ist dem Moment ausgeliefert!
Wir haben uns ein paar Voraussetzungen für einen Mentaltrainer vorgenommen:
A) Er oder sie sollte nicht zu weit weg wohnen.
B) Mit Reiten muss der Mentaltrainer nicht unbedingt etwas zu tun haben.
C) Das Allerwichtigste ist , dass man sich geborgen fühlt und die Chemie zwischen den beiden stimmt!
Deshalb können wir keine bestimmte Person empfehlen, aber wir können Ihnen nur raten, mit ihrer Tochter „auf die Suche“ zu gehen, wer zu ihr passt.

R

Immer wieder werden uns Fragen zu den diversen Reitabzeichen gestellt, die eigentlich besser durch die FN beantwortet werden.

Und zwar hier.

Frage: 
Gibt es im Ponysport ein vorgeschriebenes Höchstgewicht für den Reiter?

Antwort:
Es gibt im Ponysport kein Höchstgewicht, allerdings weist die FN darauf hin, dass das Verhältnis zwischen und Pony und Reiter stimmen sollte, schon aus tierschutzrechtlichen Gründen. Einzige Ausnahme ist das Bundeschampionat, wo die Ponys ja auch noch von älteren Jugendlichen bzw. bei den Drei- und Vierjährigen von Erwachsenen vorgestellt werden dürfen. Hier gilt ein Höchstgewicht von 60 Kilo inklusive voller Reitausrüstung, also Helm und Stiefel; alle Reiter werden vor der Prüfung gewogen.

Frage:

Meine Freundin ist schwer übergewichtig. Das stört mich ja eigentlich nicht, aber ich finde, dass sie viel zu schwer für ihr Pony geworden ist. Ihr Pony läuft nicht entspannt, und man sieht jedesmal beim Leichttraben, wie sie mit dem Po auf den Rücken knallt, trotz Lammfellschabracken.
Doch wie sage ich meiner besten Freundin das, ohne sie zu verletzen? Ich meine, es steht ja auch ihre Gesundheit auf dem Spiel.

Antwort:

Wenn Deine Freundin einfach nur gerne isst, dann ist es bestimmt kein Problem, sie darauf anzusprechen. Falls Deine Freundin aber aus bestimmten Gründen zu gerne isst, dann hat die Futterei möglicherweise eine Funktion, vielleicht sogar die, dass sie damit etwas anderes ausgleicht. Dann wird es nichts bringen, sie darauf anzusprechen. Vielleicht gibt es eine Möglichkeit – auch über den Trainer – beim Thema Reiten auch über die Bauart eines Ponyrückens zu sprechen … und weshalb eine entlastende Sitzhaltung für die Wirbelsäule des Ponys so wichtig ist … und was jedes Pfund Druckentlastung für die Bewegungsfreude des Ponys bringt. Und so geschildert, dass sie keine Schuldgefühle bekommt.

S

Frage:
Ich reite selbst auf S-Niveau und besitze einen Hennig-Sattel, den ich wirklich über alles liebe und mit dem ich meine beiden Pferde eigentlich immer reite. Er wurde extra auf mein älteres Pferd angepasst und sitzt auch dementsprechend gut.
Mein Nachwuchspferd ist jetzt 8 Jahre alt und ist an sich zierlicher und schmaler gebaut, weshalb ich immer vorne mit Bandagenunterlagen nachpolstern muss. Einmal habe ich einen Passier auf meine junge Stute gelegt und hatte ein tolles Reitgefühl, so als hätte sie etwas mehr Schulterfreiheit. Jedoch zieht es mich immer wieder zum Hennig hin, denn darin fühle ich mich am wohlsten.
Was würden sie mir empfehlen? Einfach mal eine Zeitlang mit dem Passier reiten? Ich habe mir auch ihre Fotos angeschaut und gesehen, dass Sanneke oft mit unterschiedlichen Sätteln reitet…hat das einen Grund? Tut es dem Pferd vielleicht auch mal gut, eine Zeitlang einen anderen Sattel auf dem Rücken zu tragen?

Antwort:
Der Sattel ist immer „Diener zweier Herren“ — der Reiter muss damit zurecht kommen, aber vor allem muss sich das Pferd damit wohlfühlen. Passende Ausrüstung ist eine der wichtigsten Voraussetzungen, damit sich ein Pferd losgelassen bewegen kann.
Bei uns hat jeder seinen eigenen Sattel auf seinem eigenen Pferd. Das sind verschiedene Sättel, je nachdem, womit wir auf dem Pferd das beste Gefühl haben. Und manchmal hat man ja auch tatsächlich Glück, und ein Sattel, den der Reiter heiß und innig liebt, passt auf mehrere Pferde.
Also würden wir Dir raten herauszufinden, welches Pferd mit welchem Sattel am besten lauft und Dir das beste Gefühl vermittelt. Wenn der Henning bei dem jungen Pferd zusätzliche „Unterlagen“ braucht und sich das Pferd unter dem Passier freier bewegt, spricht es ja schon eine deutliche Sprache, auf die wir auch hören würden.

Frage:
Was für Sättel benutzt ihr?

Antwort:

Sven und Gonnelien reiten die Großpferde mit einem Passier-Sattel. Sanni fühlt sich nur auf Hennig-Sätteln wohl. Semmie ist zuerst auf einem Grand Gilbert von Passier und einem Anky-Sattel von Busse geritten, aber auch sie ist inzwischen auf Hennig umgestiegen. Sönke springt mit Cobra-Sätteln.

Frage:
Sobald ich mich bei meinem Pony nach dem Aufsteigen in den Sattel setze, zieht sie ihr Hinterteil ein, schlägt mit dem Schweif, will losrennen und bocken. Nach ca. einer halben Minute, wenn ich die Zügel wieder längen lasse, tut sie so als wär nichts gewesen und geht ganz ruhig Schritt am hingegebenen Zügel. Wie würden Sie an meiner Stelle reagieren? Wenn ich sie für das Bocken mit der Gerte strafe, wird sie noch heftiger, ansonsten halte ich sie vorne ganz kurz bis sie aufhört. Mir ist durchaus klar, dass sich das so anhört, als hätte sie massive Probleme im Rücken. Es war aber schon ein sehr guter Osteopath da, der in dieser Hinsicht nichts feststellen konnte, und ihre Sättel passen auch gut. Der Osteopath meint, es könnte daran liegen, dass sie, bevor ich sie gekauft hatte, unpassende Sättel hatte und sie dadurch einen Schmerz beim Reinsetzen erwartet. Beim Reiten merkt man auch nichts davon, dass sie ein Rückenproblem hätte, sie geht locker und losgelassen über den Rücken.

Antwort:
Das klingt so, als hätte der Osteopath Recht und als hätte das Pony massiven Sattelzwang. Da solltest Du schon beim Satteln ganz vorsichtig sein und zuerst den Gurt ganz lose lassen, auftrensen, ein paar Meter gehen, etwas fester gurten, in die Halle oder auf den Platz gehen, zu Ende gurten, das Pony eine halbe Runde (gern auch mehr) führen, nochmal überprüfen, ob alles sitzt, und dann wenn möglich eine Aufsteigehilfe oder ein Höckerchen benutzen und jemanden gegenhalten lassen. Sprich mit dem Pony, bestrafe es auf gar keinen Fall, sondern lobe es, wenn es dann zur Ruhe kommt. Pferde haben ein langes Schmerzgedächtnis, das darfst Du dem Pony nicht übel nehmen — da hilft nur viel Geduld.

Frage:

Ich habe ein Sattelproblem bei meiner Stute; sie ist nicht mein eigenes Pferd, sondern ein Schulpferd. Wenn ich ihren Sattel aus der Sattelkammer hole, ihn kurz auf ein beliebiges Plätzchen hänge, um nochmal die Sattellage mit der Handy etwas zu entstauben, und dann mit meinen Händen nochmal über die Sattellage fahre, damit sie weiß, dass der Sattel nun kommt … will ich ihn dann auflegen will sie mich beißen und tritt. Hätten sie vielleicht einen Tipp, wie ich den Sattel problemlos auf den Rücken legen kann ? 

Antwort:

Dieses Problem nennt man Sattelzwang; es kann verschiedene Ursachen haben. Zum einen kann es sein, dass der Sattel nicht richtig passt und dem Pferd Schmerzen verursacht. Zum anderen kann es sein, dass das Pferd früher, vielleicht beim Anreiten, schlechte Erfahrungen beim Satteln gemacht hat, die es nicht vergessen hat. Es kann aber auch einfach daran liegen, dass es eine Stute ist; Stuten sind oft besonders empfindlich.
Du solltest das Problem mit Deinem Reitlehrer besprechen; vielleicht überprüft Ihr einmal gemeinsam, ob der Sattel richtig liegt. Dann kannst Du es dem Pferd leichter machen, indem Du nicht den ganzen „Wust“ (Sattel zusammen mit Schabracke und Gurt) auf einmal auf den Rücken wuchtest, sondern einzeln — also Sattel, Schabracke und Gurt auseinander nehmen, erst die Schabracke auf den Rücken, dann den Sattel, dann gurten, und zwar erst nur Lose, dann das Pferd trensen, ein paar Meter gehen, etwas fester gurten und erst vor dem Aufsteigen den Sattelgurt fest anziehen. Wenn das Pferd beim ersten Gurten beißt, den Gurt noch einmal lockern, das Pferd atmen lassen und dann vorsichtig noch einmal fester gurten.
Wenn dieses Problem einmal da ist, bekommt man es nur schwer wieder weg — aber es ist auf jeden Fall wichtig, dass der Sattel richtig sitzt!

W

Frage:

Ich war früher auch einmal ländlich im Turniersport unterwegs, musste jetzt aber einige Jahre aus beruflichen gründen aussetzen. Jetzt hat sich ja einiges geändert, vor allem was das Nennen angeht. Meines Wissens ist das nur noch online möglich. Da ich jetzt ein junges Mädchen gefunden habe die mein Pferd mitreitet und ihr Talent gerne auch mal in einem ReiterWettbewerb oder einer E-Dressur zeigen möchte stellt sich mir folgende Frage: Müssen Pferde für die Onlinenennung für solche kleinen Prüfungen fortgeschrieben sein? Eingetragen ist das Pferd. 

Antwort:
Generell gilt: Ab E-Dressur fällt jetzt alles unter die LPO, das heißt, das Pferd muss fortgeschrieben sein und die Reiterin braucht eine Jahresturnierlizenz. Reiterwettbewerbe fallen unter die WBO; daran kann man „formlos“ teilnehmen. Viele Infos zu diesem Thema findet man auf der Website der FN unter „FN Service“

Freundlicherweise hat uns Uta Helkenberg von der FN das Thema WBO im Folgenden noch ein bisschen weiter erläutert. Danke, Uta!

>>Zur LPO gehören seit 2013 alle Prüfungen ab Klasse E, in der Ausschreibung sind diese Prüfungen als „LP“ = Leistungsprüfungen gekennzeichnet oder unter der Überschrift „Leistungsprüfungen der LPO“ aufgelistet. Wer nur in der Kl. E teilnehmen will, braucht eine kostenlose Schnupperlizenz und ein eingetragenes Turnierpferd. Dafür werden die Ergebnisse aber auch registriert.
Bevor man jetzt aber losgeht, sollte man erstmal in Ruhe die Ausschreibungen studieren. Viele Veranstalter bieten in ihrem WBO-Teil E-vergleichbare (gleiche Anforderungen wie die Kl. E Prüfungen der LPO, allerdings nicht im Rheinland, dort gibt es nur etwas einfachere Prüfungen. Auf jeden Fall können LK 0-Reiter so auch weiterhin ausprobieren, wie das mit dem Turnierreiten so geht (ohne Lizenz und ohne eingetragenes Turnierpferd, wie bisher auch).
Der Grund war, dass man die Regelwerke komplett voneinander trennen wollte, also die bisherigen Querverweise von WBO zu LPO weg haben wollte.
Theoretisch kann man aber auch eine Dressur auf S-Niveau nach WBO ausschreiben, z.B. für eine bestimmte Zielgruppe (nur Lusitano, nur Vereinsmitglieder oder so). Solche Erfolge werden aber nicht registriert. Soll heißen, laut WBO ist ziemlich viel möglich. Sie enthält dafür nicht nur jede Menge festgeschriebene Wettbewerbsbeispiele in Teil II, mit etwas Fantasie kann sich der Veranstalter auch selbst das für ihn passende Programm ausdenken.<<

Frage:
Wer aktualisiert eigentlich immer Ihre Website und beantwortet die Gästebucheinträge? Machen Sie das selber oder haben sie einen Webmaster oder ähnliches?

Antwort:
Das machen wir wie alles andere auch im Team. Technisch wird unsere Website von Bärbel Schnell betreut, die auch Fotografin ist und selber Pferde hat, sodass sie weiß, worauf es ankommt. Die meisten Texte schicken wir ihr per E-Mail, und sie pflegt sie dann ein, oder sie schreibt, und wir besprechen die Texte kurz zusammen. Aber Ihr könnt Euch sicher sein, dass jede Antwort hier auch wirklich eine Antwort VON UNS ist.

Frage:
Könnt Ihr mal wieder neue Fotos auf Eure Website stellen?

Antwort:
Diese Frage wird uns besonders häufig gestellt – manchmal sogar schon ein paar Stunden, nachdem wir die letzten Bilder in die Galerien oder den Newsbereich gestellt haben. Wir freuen uns wirklich über das große Interesse, und wir sind sehr bemüht, unsere Website immer lebendig zu halten. Aber Fotos müssen entweder vom Fotografen gemacht werden, und das kostet viel Geld. Oder wir machen sie selbst, und das kostet viel Zeit. Daher bitten wir um Geduld – wenn wir neue Bilder haben, werden wir sie Euch immer so schnell wie möglich zugänglich machen. Wenn wir keine Bilder haben, nützt auch das Fragen nichts 🙂