Seit gestern haben wir viele Zuschriften erhalten, in denen sich Besucher unserer Website um Konrads Gesundheit sorgen. Wir sind ganz gerührt, wie viele Fans er auch fünf Jahre nach seiner Verabschiedung noch hat. Euch alle möchten wir gern beruhigen.

Wir waren schon seit der Pony-Euro über den Wunsch informiert, Konrad vielleicht in Warendorf an einem Schaubild teilnehmen zu lassen. Da die FN dieses Jahr ihren 100. Geburtstag feiert, fanden Frau Endres und Herr Hess das eine wunderschöne Idee.

Als wir angesprochen wurden, waren wir zuerst auch ein wenig skeptisch. Die Frage war:

1) ist er überhaupt noch fit genug? (Natürlich sehen wir ihn jeden Tag, und abends kommt er auch wieder in den Stall, aber unsere Frage war, wie trabt er?)

2) da er auf der DJM in Hannover nach seinem Titel in der Pony-Dressur verabschiedet wurde, waren wir uns nicht sicher, ob wir ihn nochmals in der Öffentlichkeit präsentieren sollten. Unser Ziel war es immer, dass er in Rente geht weil er ein bestimmtes Alter erreicht hat, aber trotzdem noch topfit ist. Ich glaube, das haben wir erreicht.

Natürlich hat Semmie noch lange viel Spaß mit ihm gehabt. Da Konrad keine Turniere mehr gehen sollte, haben wir irgendwann beschlossen, ihn auch nicht mehr zu reiten. Nicht weil er Beschwerden hatte, sondern weil Semmie nicht die Zeit hatte, so viele Ponys zu reiten.

Als wir dann aus Arezzo zurückkamen, habe ich Konrad intensiver beobachtet. Wahnsinn, dachte ich, wie er noch trabt … Daraufhin hat Sven Herrn Hess angerufen und ihm mitgeteilt, dass wir es versuchen würden. Herr Hess war begeistert und schwärmte schon am Telefon, wie oft er Konrad gerichtet hat.

Dann haben wir also ganz langsam angefangen. Konrads Trense war noch original, nur eben sehr eingestaubt 🙂 Als Semmie mit der Trense zu seiner Box lief, sah ich schon, dass er Bescheid wusste. Diese kleinen Ohren, die sich sofort spitzten! Was für ein Pony 🙂 Herrlich!

Als er aufgetrenst war, brachte Semmie ihn raus und trabte ihn einmal für uns vor. Spitze trabte er — nur ein bisschen rund ist er mittlerweile 🙂

Wir entschlossen uns, am nächsten Tag ganz langsam mit dem Reiten anzufangen. Semmie saß noch nicht einmal im Sattel, als Konrad schon unterwegs war … wie immer fleißig und arbeitsbereit.

Toll, mit wie viel Gefühl Semmie nach einer langen Schrittphase dann locker mit ihm über den Hufschlag trabte. Nur Schritt und Trab stand für die erste Woche an.

Man konnte zusehen, wie er immer mehr Kondition bekam und langsam das Kommando übernehmen wollte 🙂 Er wollte galoppieren, und zwar am besten vorwärts 🙂 Und trotzdem — seine Durchlässigkeit.. Einfach toll! Wenn Semmie ihn auf die Diagonale lenkt, spitzt er seine Öhrchen und möchte am liebsten schon los. "Nein, Konrad, noch nicht", höre ich Semmie zu ihm sagen.

Da unsere ganze Familie dahinter steht, haben wir letzte Woche beschlossen, definitiv für dieses tolle Schaubild zuzusagen.

Ein bisschen zu dick ist er immer noch … und hinten geht er barfuß damit er weiter mit seinen Kumpels auf die Koppel kann. Aber ansonsten ist er wirklich fit wie ein Turnschuh!

Wir freuen uns!

— Gonnelien