„Horses and Dreams“ in Hagen steht jedes Jahr treu auf unserem Turnierplan. Das CDI4* in Hagen bei Familie Kasselmann ist bereits seit
Jahren für uns das erste große Turnier der Außensaison nach der Winterpause. Wir fühlen uns dort wohl, da es für die Pferde an nichts
fehlt. Santiano bekam sogar extra eine Doppelbox. Bei seiner Größe war das einfach toll.
Natürlich haben wir kurz überlegt, ob der Druck so kurz nach dem Brand nicht zu groß sein würde, um gleich dort an den Start zu gehen. Aber
nachdem wir und insbesondere unsere Kinder es mit ansehen mussten, wie Sie ihre tollen Pferde verloren … geht es jetzt um viel mehr.
Komisch … wir spürten gar keinen Druck. Wir waren nur froh, wieder dabei zu sein. Egal wie es ausgehen würde, Cosmo hat uns schon so viel Freude gemacht. Wir sind unendlich dankbar, dass wir überhaupt noch die fünf Pferde für unsere Kinder haben, und das genießen wir jeden Tag. Der Schafhof spielt dabei ein sehr wichtige Rolle. Die Ruhe und die Gastfreundlichkeit der Familie Linsenhoff-Rath tun einfach gut. Die große Rennbahn, immer top gepflegt, ist eine wahre Bereicherung für unsere Pferde. Entweder im Galopp oder auch einfach mit hingegebenem Zügel kann man dort so richtig die Seele baumeln lassen.
Kurz haben wir noch überlegt, ob Sönke auch noch mit Santiano an den Start gehen sollte, aber das war uns dann doch zu anstrengend. Wir beschlossen, uns wie jedes Jahr ganz auf Cosmo zu konzentrieren. So konnten wir das Osterfest bei dem schönen Wetter noch ausgiebig zusammen mit unseren Verwandten genießen, bevor das Einpacken für Hagen anstand.
Sönke brachte seine Pferde am Donnerstag selber nach Hagen, und Sven und ich fuhren schon mal vor, um die Boxen einzustreuen und so weit fertig zu machen, damit Cosmo und Santiano direkt abgeladen werden konnten. Jeder hat immer so seine Aufgabe, und so wie wir organisiert waren, machten wir einen Plan für den nächsten Tag.
Sönke hatte sich mit Jonny (Disziplintrainer Olympia- und Perspektivkader) für den Morgen schon früh verabredet. Sie wollten Cosmo auf dem Hauptviereck trainieren. Das Training verlief sehr gut, und Cosmo war erstaunlich gut bei Sönke und nicht so beschäftigt mit seiner Umgebung.
Mittags schauten wir uns die Dressurprüfungen an, und nachdem der Vet Check (17:45) vorbei war, beschlossen wir, gemeinsam etwas zu essen. Wir besprachen den Trainingsplan für den Grand Prix und freuten uns auf den nächsten Tag.
Wir standen wieder früh auf, damit Sönke Cosmo wieder mit Jonnys Hilfe noch einmal kurz das Hauptviereck zeigen konnte. Danke, Jonny, für Deinen unermüdlichen Einsatz! Cosmo war schön gelassen, und somit blieb es auch nur beim Schrittreiten.
Während Alex putzte, bemerkte Cosmo noch überhaupt nicht, was ihm bevor stand. Ich glaube, weil wir so gelassen waren, hat er es noch nicht bemerkt. Er machte nur Quatsch und forderte seine Leckerlies.
Das Abreiten verlief auch lässig, erst nach mehrfachem Applaus fiel es ihm auf 🙂
Er spitzte seine Öhrchen, die unter einem Fliegenhäubchen versteckt waren, und legte einen Gang zu. Er vertraute auf Sönke und war während der ganzen Prüfung sehr gehorsam, auch wenn man ihm doch manchmal anmerkte, dass ihm die eine oder andere Ecke ein bisschen suspekt war.
Die Punktzahl sprach für sich. Cosmo machte seiner Pflegerin Alex ihr schönstes Geburtstagsgeschenk!
Happy B-Day Alex!!!
Wir haben uns sehr für Sönke gefreut und glauben wirklich, dass sich Cosmo damit Sönke bedanken wollte, weil Sönke ihn in letzter Sekunde aus seinem brennenden Stall retten konnte. Wir wissen nicht, was in den Pferden, die es miterlebt haben, vorgeht. Was für eine Todesangst Cosmo gehabt haben muss, als es neben ihm sein Kumpel Paso nicht schaffte. Was ihm auch schon in 2017 passiert ist, als er seinen besten Freund Favo gehen lassen musste. Wie sie es verkraften … und dann nach nur 58 Tagen wieder so loszulegen, ist schon sehr besonders.
Die einzigen Worte, die Sönke nach diesem Ritt hatte, waren dann auch:
„Ich bin so froh, das ich ihn noch habe.“
Während des Abreitens für den Special war Cosmo ein bisschen …„genervt“, könnte man sagen. Man merkte ihm an, dass ihn der Trubel (nicht die Zuschauer, die liebt er, aber die Geräusche) sehr aus dem Konzept brachte. So verlor er wichtige Energie, die die Pferden für einen Special brauchen. Oft wird es unterschätzt, aber die Anfangs-Tour mit diesen vielen Übergängen von Passage in den Starken Trab und zurück, abwechselnd mit Seitengängen, die Pferde unglaublich fordern.
Deswegen bin ich auch keine Freundin, wenn Turniere ausgeschrieben werden, wo drei Grand-Prix-Prüfungen (Grand Prix, Special und Kür) geritten werden müssen ohne einen freien Tag! Meiner Meinung nach sollte man das keinem Pferd antun.
Letztes Jahr während der Deutschen Meisterschaften konnte man es genau beobachten, wie viele Reiter verständlicherweise frühzeitig abgereist sind. Ich glaube auch nicht, dass außer Balve ein anderes Turnier das so ausschreibt.
Jetzt freuen wir uns aber, dass Cosmo und Santiano wieder friedlich und heil auf dem Schafhof eingetroffen sind und die nächsten Tage eine
wohlverdiente Pause bekommen.

Für Anna Ritter

Bis bald,
Gonnelien