Ich habe lange mit mir gehadert, ob ich etwas zum gestrigen Tag schreiben sollte. Dann habe ich mir vorgenommen, eine Nacht darüber zu schlafen. Was mir nicht aus dem Kopf geht:

Seit zehn Jahren sind wir jetzt schon im Ponysport mit dabei. Die Süddeutschen Ponymeisterschaften haben immer eine sehr wichtige Rolle in unserer Turnierplanung gespielt. Die Hallenmeisterschaften haben wir genutzt, um zu schauen, wie wir durch den Winter gekommen sind, und die Süddeutsche im September, um die Freilandsaison zu beenden.

In letzter Zeit hat sich die Süddeutsche nicht unbedingt positiv entwickelt. Immer öfter, so wie auch dieses Mal, bleiben viele Kaderreiter fern oder lassen ihre Top-Ponys zu Hause. Das ist schade, da es immer schwieriger wird, entsprechend tolle Reitanlagen für die Süddeutsche zu finden. Diesmal hatten die Ponys und Reiter die besten Bedingungen. Toll!!!

Warum bleiben die Top-Ponys trotzdem weg?

Weil auf der Süddeutschen das Richten im Vergleich zu internationalen Championaten oder zur DJM oder den Euro-Qualis in der Vergangenheit oft nicht nachvollziehbar war. Das war auch in Linkenheim nicht anders.

Gerade bei der Pony-Dressur sollten sich die Veranstalter nichts vormachen: Eine Ponyaufgabe mit 34 Startern ist schwerer zu richten als ein Grand Prix, weil mehr als die Hälfte der Starter fast fehlerfrei reiten wird und man deshalb als Richter viel mehr gefragt ist zu entscheiden, ob die Qualität der Reiterei, die man beurteilt, grundsätzlich in Ordnung ist. Im Grand Prix kommt es nur selten vor, dass, das ein Pferd eine fehlerfreie Prüfung geht.

Und darum sind wir so enttäuscht. Weil gerade bei dieser Meisterschaft immer wieder Richter zum Einsatz kommen, die mit dem "Ponysport" nicht vertraut sind und möglicherweise mit falschen Erwartungen an diese Aufgabe herangehen. Dies soll keine generelle Kritik an den Richtern sein, aber in den Ergebnislisten aus Linkenheim sind die Platzziffern komplett durcheinander, obwohl alle drei Richter an der kurzen Seite gesessen haben und eine ähnliche Perspektive hatten.

Da würden wir schon gern öffentlich die Frage stellen, warum zwei Richter für dieselbe Lektion eine 7 oder besser geben und der dritte Richter eine 5! So etwas können wir keinem Kind oder Schüler mehr vermitteln. Und das auch noch ohne entsprechende Begründung des Richters!

Unser Meinung nach müsste es viel öfter wie bei den großen internationalen Championaten ein JSP (Judges Supervisory Panel) geben, das im Fall einer Differenz von zwei oder mehr Punkten bei einer Lektion den Richter nach einer plausiblen Begründung fragt. Wenn diese ausbleibt oder der Richter selbst mit seiner Note im Nachhinein unzufrieden ist, ist es dann möglich, diese zu korrigieren. Sven als Richter wäre froh über ein solches Korrektiv.

Damit schult und unterstützt man die Richter und bringt Transparenz und Glaubwürdigkeit in den Sport. Denn genau wie die Reiter machen sicherlich auch Richter manchmal Fehler.

Ich wünsche allen einen schönen Abend und fahre mit unseren Süddeutschen Meisterinnen, Lady Paso und Lady Semmie, zufrieden nach Hause!

LG,

Gonnelien