Frage: 
Mich würde interessieren, wie Ihr Eure Pferde abreitet bzw. im Training aufwärmt? Reitet ihr sie ganz lang und tief oder eher gleich etwas runder? Und reitet Ihr viele gebogene Linien oder Schenkelweichen oder Galopp am Anfang?

Antwort:
Wir finden, dass beim Abreiten weniger die Haltung des Halses und des Kopfes eine Rolle spielen, sondern wir achten vor allem darauf, dass die Pferde schön von hinten nach vorn durch den ganzen Körper schwingen. Der Weg dahin ist bei jedem Pferd anders, und abhängig von ihrer Anatomie (und auch ihrem Alter) brauchen die einen dazu mehr Anlehnung und ein kürzeres Zügelmaß, die anderen weniger. Jedes Pferd ist anders — das ist ja das Faszinierende an unserem Sport.
Grundsätzlich ist das Ziel beim Lösen natürlich, dass das Pferd (und auch der Reiter) locker wird und beide mit wenig Aufwand zusammenarbeiten können. Wenn man ein älteres Pferd hat wie z.B. Paso Doble, muss man besonders lange Schritt gehen; wenn man eine sehr junge Reiterin hat wie z.B. Semmie, wird zwischendurch immer wieder im leichten Sitz galoppiert, weil sie danach besonders tief und gerade sitzen kann. Wenn man einen weit ausgebildeten, heißen Ofen hat wie z.B. Wolke sieben, dürfen es beim Abreiten auch schonmal ein paar Piaffe- oder Passage-Tritte sein — mit etwas Glück denkt sie danach im St. Georg, ach, das ist ja einfach, das kann ich ja mit links. Und wenn ein Paar über die Jahre so zusammengewachsen ist wie Sanneke und Deveraux, ist vor der Prüfung weniger meistens mehr. Auch hier gilt also: Jedes Pferd ist anders, jeder Reiter ist anders, und was funktioniert, findet man am besten selber heraus. Und wenn man merkt, dass bei einem Pferd Übertreten oder ein ordentlicher Vorwärts-Galopp am besten funktionieren, dann sollte man das auch machen. Man lernt in diesem Sport nie aus.

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