Frage: 

Sie schreiben öfters, dass Semmie mehr Vertrauen bekommt. Meinen Sie das so, dass ihr Vertrauen in die Ponys wächst, dass diese z.B. brav in der Prüfung sind? Haben Sie vielleicht einen Tipp für etwas ängstliche Reiter, nach Stürzen wieder Vertrauen zu ihrem Pferd zu bekommen?

Antwort:
Bei Semmie geht es vor allem um das „Selbst-Vertrauen“, dass sie der Aufgabe, die sie sich gestellt hat, den ständig weiteren Grenzen, die sie sich steckt, auch gewachsen ist. Sie fährt immer erst aufs Turnier, wenn sie an sich glaubt, aber jede Premiere ist eine neue Herausforderung.
Angst vor Stürzen — oder Angst nach einem Sturz — ist eine andere Sache. Das solltest Du ganz langsam angehen — Dein Pferd merkt, wenn Du im Sattel Angst hast, und die meisten Pferde werden dann selbst unsicher und damit auch nervös. Wenn Du merkst, dass Du Angst hast — lass Dich von jemandem am Strick oder an der Longe durch die Bahn führen. Halte dabei selber die Zügel in der Hand und konzentriere Dich auf Deinen Sitz, auf’s Ein- und Ausatmen, darauf, dass Du nicht versuchst, das Pferd festzuhalten (das nützt sowieso nichts), darauf, dass Du schon im Schritt schön im Bügel federst und Dich vom Pferd mitnehmen lässt. Wenn das geht, macht die Longe ab, und dann versuchst Du es allein, erst im Schritt, dann im Trab oder Galopp. Nur solange wie Du merkst, dass Du es ohne Stress kannst. Lieber nur zwanzig Minuten in Ruhe als eine Stunde mit Angst und Krampf. Und falls Lästermäuler an der Bande stehen — ignorier sie einfach; es gibt sogar Olympiasieger, die nach schweren Stürzen so wieder aufs Pferd gefunden haben.

Frage:

Letztes Jahr auf einem Turnier ist mein pferd, welches davor schon bei anderen Turnieren am ersten Sprung nicht immer flüssig war, bei dem Oxer am Anfang erst zweimal stehen geblieben und beim dritten Mal so blöd reingesprungen, dass ich vornerübergefallen bin und dem Pferd die Trense mit „ausgezogen“ habe, sodass es ohne über den ganzen Platz galoppiert ist und mich sozusagen mit blauen Flecken zurückgelassen hat. Seitdem hab ich schon etwas Angst vor einem Oxer – und mein Pferd durch mich auch – besonders auf dem Turnier. Haben sie eine Idee wie ich das selbst an mir lösen kann, diese angst vor Oxern zu haben?

Antwort:

Vermutlich würde Euch beiden die Hilfe eines gefühlvollen Profis gut tun, der erst einmal in Ruhe dem Pferd die Unsicherheit nimmt und Dich erst dann wieder draufsetzt. Auch dann solltest Du erst einmal nur unter Anleitung springen und das Pferd allein nur dressurmäßig arbeiten oder ausreiten etc.
Wenn das nicht reicht, könnte ein Mentaltrainer weiterhelfen.

Frage:

Ich reite einen 12-jährigen Westfalenwallach mit Sattelzwang. Vor 1 1/2 Jahren bin ich das erste mal beim Aufsitzen gestürzt. Er ist losgerannt. Bin ihn dann lange Zeit nicht mehr geritten. Egal bei welchem Pferd, ich hatte danach immer Angst beim Aufsitzen.
Habe mich dann wieder langsam herangetastet. Vorher viel longiert, geführt und langsam gegurtet. Wir waren dann schon soweit, dass er echt gar nichts mehr gemacht hat. Seit 2 Wochen buckelt er wieder so los. Letztes mal bin ich fast runtergefallen. Ich hab jetzt einfach wieder unglaublich Angst aufzusteigen. Wenn ich weiß, dass ich bald Training oder Turnier hab wird mir schon ganz komisch.

Die Besitzerin kennt sein Problem. Da sie mehr Erfahrung hat und ihn natürlich auch öfters reitet, geht sie gelassener damit um. Bei ihr hat er das nur 1-2x gemacht. Bei mir in letzter Zeit immer wieder! Liegt es vielleicht daran, dass sie immer mit einem anderen Sattel reitet? Ich reite ihn nämlich hauptsächlich mit einem Dressursattel. Sie hingegen hat ihren Springsattel?
Ich weiß selbst, dass er Probleme mit der Halswirbelsäule hat usw.. Der Mann der Besitzerin ist Tierarzt. Das Pferd wurde auch behandelt. Ich weiß echt nicht weiter. Hab mega Angst vorm Aufsteigen.

Antwort:
Ganz ehrlich, und auch wenn es schmerzt? Wir würden das Pferd an Deiner Stelle nicht mehr reiten.
Das Pferd hat ja anscheinend einen Grund für seine heftigen Reaktionen, und genauso begründet ist daher Deine Angst, die auf diese Weise auch nicht verschwinden kann.
Wenn es Dein eigenes Pferd wäre, würdest Du die Verantwortung für die Behandlung des Pferdes tragen und könntest Dich mit den Therapeuten (Tierarzt, Physiotherapeut) austauschen und nach einer Lösung suchen; so musst Du Dich auf andere verlassen, und das wäre uns zu gefährlich.

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