Frage: 

Ich habe ein 10jähriges Pony, und ich habe ihn schon recht weit in L ausgebildet. Mein Problem ist aber, dass er auf der rechten Hand im versammelten Galopp nicht immer ganz in der Anlehnung bleibt. Es ist nicht viel. ich reite ihn am Anfang längere Zeit vorwärts arbwärts und auch zwischendurch reite ich ihn immer wieder tiefer, trotzdem klappt es nicht so ganz! Es wäre schön, wenn sie vielleicht ein paar Tipps für mich hätten, wie es leichter geht.

Antwort:
Diese Frage lässt sich kaum beantworten, ohne Pferd und Reiter zu sehen, da das Pony ja ansonsten alles brav zu machen scheint und Ihr schon auf recht hohem Niveau unterwegs seid. Wenn das Problem nur in der äußersten Versammlung und nur auf einer Hand auftritt, liegt es nahe, dass sich das Pony in genau diesen Momenten durch irgendeine letzte Kleinigkeit gestört fühlt. Sitzt Du dann vielleicht unbewusst „gegen“ das Pony, weil Du schon weißt, dass es gleich „haken“ wird? Bleiben Deine Schultern locker und  parallel zu den Pferdeschultern? Kannst Du innen nachgeben, oder ziehst Du vielleicht innen, ohne es zu merken? Denkst Du ans Weiteratmen? Vielleicht sollte Dein Trainer oder Deine Trainerin da noch einmal „mit der Lupe“ hinschauen. Es könnte natürlich auch einfach sein, dass mal der Zahnarzt ins Maul gucken sollte oder dass ein Physiotherapeut mal nachfühlt, ob sich an der Halswirbelsäule oder im Lendenwirbelbereich etwas „verklemmt“ hat — aber  letztlich ist es immer am wichtigsten, sich beim Reiten zu fragen, könnte es an mir liegen?

Frage:
Ich wollte dieses Jahr meine ersten L-Dressuren gehn, die Lektionen klappen alle super, bis auf die Hinterhandwendung. Unser größeres Problem sind allerdings meine Hände und seine Kopfhaltung, er ist ziemlich unruhig im Genick, leider auch wenn ich die “Zügelbrücke“ habe und meine Hände ganz still halte. Wir haben einmal die Woche Training, und immer wenn wir vom Hof wegfahren, gibt er sich die größte Mühe, und da ist alles gar kein Problem mehr, also kann mir meine Trainerin da auch nichts zu sagen. Sie haben es ja auch noch nicht gesehen, aber wissen sie vielleicht was man da tun kann?

Antwort:
Das ist natürlich aus der Ferne schwer zu beurteilen, aber beim Lesen stellt sich als erstes die Frage, ob sich Dein Pferd oder Pony denn überhaupt reell an die Hand dehnt, sprich, ob Du die Zügel aus der Hand kauen lassen kannst und es sich dann zufrieden selber trägt, ohne auseinanderzufallen oder sich einzurollen. Das sollte unbedingt in allen Gangarten klappen, bevor Du an Lektionen und L-Dressur denkst. Wenn das geht, ist Dein Pferd vielleicht wirklich super empfindlich im Genick. In diesem Fall kann es sich lohnen, den ST-Zaum auszuprobieren (www.st-zaum.de, ist national und international auf Turnieren zugelassen). Das ist ein Zaum, der durch seine Konstruktion dafür sorgt, dass das Gebiss unabhängig vom Genick ruhig im Maul liegt, und der den Druck aus dem Genick nimmt.

Frage:
Ich habe einen 4-jährigen selbstgezogenen Wallach. Ich habe das Problem, dass er sich extrem aufrollt. Ich bekomme ihn nicht von dort unten hoch. Haben Sie evtl. einen Tipp? Meine Trainerin sagte, ich soll die innere Hand starr auf den Oberschenkel legen und außen spielen, das ganze auf dem Zirkel. Dann ganze Bahn und zulegen und wieder dasselbe Spiel. Mir ist jedoch irgendwie aufgefallen, dass die o.g. Problematik extremer geworden ist. Auch die Idee mit Doppellonge meiner Trainerin war nicht so der Hit.
Bei „A-Z“ und über die Suchfunktion konnte ich leider nichts geeignetes finden.

Antwort:
Es darf nicht darum gehen, das Pferd „von unten hoch“ zu bekommen — das Ziel muss immer, gerade aber in diesem frühen Stadium der Ausbildung, die Selbsthaltung des Pferdes sein. Wenn es sich aufrollt, geht es eben nicht in Selbsthaltung. Da ist geduldige Grundlagenarbeit gefragt mit vielen Übergängen. Erst wenn das Pferd von sich aus das Gebiss sucht und taktrein in Dehnungshaltung geht, kannst Du anfangen, es versammeln und behutsam aufrichten zu wollen. Übergänge und Dehnung kann man übrigens tatsächlich toll an der Doppellonge trainieren. Aber auch hierzu braucht man vor allem anfangs viel Geduld.

Mögliche Suchbegriffe: „Anlehnung“, „Dehnungshaltung“, „Balance“, „Übergänge“. Auch wenn sie in Antworten auf andere Fragen auftauchen, ist das Problem oft das gleiche.

Frage:

Ich habe seit ca 2 Jahren ein eigenes Pferd und seit 1 1/2 Jahren reite ich es ohne Ausbinder, am Anfang hat es super gut geklappt, aber nach kurzer Zeit ging gar nichts mehr; er hat nur noch den Kopf in der Luft und macht überhaupt nicht mehr mit. Wir haben ihn komplett durchchecken lassen, aber es wurde nichts festgestellt. Mein Reitlehrer vermutet, dass er früher sehr „gedrillt“ wurde und dadurch jetzt Angst hat, dass es wieder so wird. Mein Problem dabei ist, dass ich so langsam den Spaß am Reiten verliere und nach jedem Reiten mega deprimiert bin und irgendwie keinen Sinn mehr darin sehe weiter zu machen, weil es nicht besser wird. Das ist total schade, weil ich früher so viel Spaß hatte im Stall zu sein, mich ums Pferd zu kümmern und zu reiten. Das ist aber jetzt alles weg und ich will eigentlich gar nicht mehr weitermachen sondern alles aufgeben 🙁

Kennen sie das auch, und können sie mir irgendwelche Tipps oder Ratschläge geben wie ich wieder Spaß an der Sache bekommen kann und nicht aufgebe?

Antwort:

Zum Glück scheinst Du ja einen einfühlsamen Reitlehrer zu haben. Kann er das Pferd in Anlehnung reiten? Dann sollte er es am besten eine Zeitlang ein-, zweimal die Woche zur Korrektur mit reiten (oder es lösen, und dann reitest Du den Rest der Stunde). Wenn das Pferd tatsächlich Angst vor einer brutalen Reiterhand hat, ist es Deine Aufgabe, es zu überraschen: Mach mit ihm ein Spaßprogramm, geht mit anderen ins Gelände, lass Dir zeigen, wie man ein Pferd an der Doppellonge longiert, und schau mal, ob Du es vom Boden aus durchs Genick bekommst. Wenn Du selber im Viereck reitest, gibt ihm gar keine Zeit nachzudenken. Trabe und galoppiere es zum Lösen ein paar Runden mit Dreieckszügeln, damit es über den Rücken geht, und wenn ihr den Hilfszügel dann abmacht, beschäftige es mit vielen Übergängen und Schenkelweichen. Wenn es etwas gut gemacht hat, und sei es nur eine Kleinigkeit, sofort loben und deutlich nachgeben. Lass Dich nicht entmutigen — Dein Pferd ist bestimmt genau so frustriert wie Du. Was Dir außerdem helfen könnte, ist der ST-Zaum, der den Druck aus dem Genick nimmt und bei Pferden, die Probleme im Genick haben, oft Wunder wirkt.
Viel Erfolg, und lass den Kopf nicht hängen!

Frage:
Mir ist aufgefallen, dass sowohl auf nationalen Turnieren als auch bei großen Events die Ponys meist schöner in der Anlehnung sind als die Großpferde. Mich würde als Zuschauer nun interessieren warum das so ist. Sind Ponys einfacher zu reiten bzw. wegen der Größe leichter in der Selbsthaltung und damit besser „in der Hand“?

Antwort:
Das Tolle am Ponysport ist, dass die Kinder hier wirklich von Grund auf reiten lernen — und zwar auf Trense. Der Bundestrainer der Junioren und Jungen Reiter hat einmal gesagt, dass er meistens merken kann, wenn ein Jugendlicher durch die „Ponyschule“ gegangen ist, weil einfach die Grundlagen und die Technik sitzen. Wenn man später auf Kandare reitet, kann man als geschickter Prüfungsreiter (leider!) so manche Ausbildungsschwäche an den Richtern „vorbei mogeln“. Im Ponysport ist das fast unmöglich. Wenn die Kinder die Ponys nicht auf ihrer Seite haben und nicht blitzsauber und reell reiten, sind konstante Spitzenleistungen — und schöne Bilder 🙂 — nicht möglich.

Frage:

Mein Pferd schnikkt beim Angaloppieren immer mit dem Kopf so hoch, und auftrensen lässt es sich auch nicht mehr so leicht, sondern versucht immer zu „entkommen“. Da ich will, dass es meinem Schatz an nichts fehlt, wollte ich fragen ob die Trense zu hart ist und ein paar Genickpolster, dann so ein Verschnallpolster am Reithalfter und ein Nasenriemepolster etc. helfen würde oder ob eine neue Trense mit mehr Ohrenfreiheit besser wäre. Haben Sie Empfehlungen?

Antwort:
Hast Du die Zähne und die Halswirbelsäule kontrollieren lassen? Dann klingt es eher nach einem reiterlichen Problem, und Du solltest mit Deinem Reitlehrer daran arbeiten, das Pferd zu mehr Lastaufnahme zu bewegen, damit es sich selber (und Dich) ausbalanciert tragen kann und sich beim Angaloppieren nicht in diese Unart flüchten muss. Möglich, dass ihm ein stärker gepolstertes Reithalfter angenehmer ist, aber wichtiger ist es, die Ursache zu finden und zu beheben.

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