Frage:

Auf einigen Videos habe ich gesehen, dass Semmie manchmal im Wechsel leichttrabt und dann wieder für einige Meter aussitzt. Dient diese Übung der Losgelassenheit des Reiters beim Aussitzen? Ich selber reite nach langjähriger Pause nun ein sehr schwungvolles Pferd, und mir fällt das losgelassene Aussitzen im Trab plötzlich extrem schwer, obwohl ich früher viel und etwa auf L- Niveau geritten bin. Daher bin ich auf der Suche nach hilfreichen Übungen.

Antwort:
Manchmal fehlt es auch an der Kondition der Reiter, wenn es Probleme gibt, besonders schwungvolle Bewegungen auszusitzen. Mach kürzere Reprisen, da die Gefahr besteht (wenn einem die Kraft fehlt), dass man versucht, sich am Zügel festzuhalten, also das Aussitzen immer wieder mit Leichtraben abwechseln, damit du dich nicht verkrampfst! Dann versuchst Du, das Leichtraben immer kürzer zu machen.
Wechsele z.B. auch öfter die Gangart, viele Trab-Galopp-Übergänge, das hilft auch bei der Durchlässigkeit.

Frage:

Ich bewundere seit Langem Sannekes guten, schwingenden Sitz. Nächste Woche werde ich auf meinem 13-jährigen Wallach von Riccione meine erste S-Dressur reiten. Er ist im Trab extrem schwer zu sitzen, geht mit sehr hohem Hals. ( Viel Schwung nach oben.) Könnt ihr mir einen Tipp geben, wie ich meinen Sitz schwingender bekomme und diesen Mega-Trab entspannter sitzen kann und damit die Trabtour gleichmäßiger wird??

Antwort: 

Das ist ein Problem, das man nicht mal eben bis zum Start am nächsten Wochenende gelöst bekommt. Da solltest Du in der Prüfung lieber erstmal weniger ausdrucksvoll und dafür schön und korrekt reiten und dann zu Hause weiter an Deinem Sitz, an der korrekten Rückentätigkeit des Pferdes und am Schwung und Schub aus der Hinterhand arbeiten.
Eine Übung, die vielleicht hilft: Setz Dich auf die Vorderkante eines einfachen Hockers, so dass Du Deine Sitzbeinhöcker spüren kannst. Stell Dir vor, der Hocker ist das Ziffernblatt einer Uhr — vorn ist die zwölf, hinten die sechs, links die neun, rechts die drei. Kippe Dein Becken langsam auf diese vier Positionen der Uhr, dann spürst Du, was auch auf dem Pferd passiert, wenn Du Dein Becken bewegst. Kippst Du es auf die „neun“, belastest Du nur noch den linken Sitzbeinhöcker, auf der „drei“ den rechten, kippst Du es auf die „sechs“, bekommst Du ein Hohlkreuz, kippst Du es auf die „zwölf“, würdest Du im Sattel quasi dem Pferd „Platz machen“, damit es vorne größer werden kann. Denk beim Aussitzen immer wieder an die „zwölf“, dann kannst Du besser mitschwingen und schiebst Dein Pferd in die richtige Richtung, (Eine gute Lockerungsübung für die „Mittelpositur“ ist es auch, beim Leichttraben abwechselnd auf der „neun“ und der „drei“ zu landen, so fühlt man auch im Sattel besser, was mit dem Becken geschieht, und kann es gezielter einsetzen).
Diese Übung kann man auch auf einem Balimo machen, aber sie wurde schon lange vor dessen Erfindung z.B. in Geburtsvorbereitungskursen eingesetzt, um ein besseres Körpergefühl für das Becken zu bekommen. (Was beweist: Wer Kinder hat, ist klar im Vorteil 🙂 )

Frage:

Ich habe seit vier Tagen ein neues Pferd mit ausgesprochen guten Bewegungen. Sie ist allerdings mit ihren acht Jahren auf dem Stand einer Fünfjährigen. Unser Problem ist jetzt das Aussitzen. Sie macht den Rücken nicht richtig auf, so dass es mir nicht möglich ist, unabhängig von der Hand zu sitzen, und das möchte ich natürlich und trabe dann im Endeffekt wieder leicht. Hätten sie da einen Tipp wie ich das in der zukünftigen Arbeit angehen soll?

Antwort:

Lasst Euch Zeit! Wenn das Pferd auf dem Ausbildungsstand eines fünfjährigen Pferdes ist, solltest Du es auch so reiten — und wenn Du das Pferd erst seit ein paar Tagen hast, solltet ihr es erst recht langsam angehen. Wichtig ist, ob es in Dehnungshaltung geht, Das sollte euer erstes Ziel sein (ruhig im Leichttraben). Wenn das Pferd von sich aus den Weg in die Tiefe sucht, kannst Du a) in dieser Haltung erst kürzere, dann längere Strecken aussitzen und b) anfangen, es über den Sitz zurückzunehmen (Übergänge!) und an der Versammlung zu arbeiten. Das bequeme Aussitzen, das ja viel mit Balance von Pferd UND Reiter zu tun hat, ist ein Ausbildungsziel, keine Voraussetzung, und manche Pferde — gerade die mit den großen Bewegungen — brauchen länger dort hin als andere.

Frage:
Ich hab unheimliche Probleme beim Aussitzen im Trab. Ich musste eine lange Reitpause wegen Rückenproblemen einlegen, und seitdem kann ich gar nicht mehr aussitzen, mein Sitz ist total unruhig.
Mein Reitlehrer meint, ich habe einen überragenden Sitz im Galopp. In dieser Gangart fühle ich mich auch wirklich sicher. Ich habe schon einiges versucht, aber nichts scheint zu klappen. Ich bin total verzweifelt. Mein Reitlehrer meint nur, dass ich dem ganzen Zeit geben muss.

Antwort:
Dein Reitlehrer hat Recht, und Du solltest Dir Zeit lassen. Lieber zwischendurch kurze Stücke aussitzen, z.B. in Volten oder Ecken, wo es einfacher ist, und dann wieder leichttraben, um wieder zu Atem zu kommen. Das Aussitzen ist zwar generell eine Überprüfung, ob das Pferd den Rücken loslässt und den Reiter „mitnimmt“, aber in diesem Fall geht es ja vor allem erstmal darum, dass Du Deinen eigenen Rücken wieder richtig fit bekommst.

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