Frage:

Ich bin 16 Jahre alt und habe seit 3 Monaten als Umsteigerpferd einen 6 jährigen Wallach, ehemals gekörter Hengst. (Zuvor habe ich mich mit meinem selbstausgebildeten jungem Pony hochgearbeitet bis zur L Dressur)
Dieses Pferd aber wurde bereits dressurmäßig bis zur Klasse L/M von einer guten Profibereiterin ausgebildet. Es hat aber mental die Situation nicht verkraftet. Auch bei uns im Stall wird er noch 2 Mal in der Woche von einem Bereiter mitgeritten. Trotzdem lässt er bei mir noch seine Dominanz heraus. Besonders auf Turnieren zeigt er sich schwierig. Auch seine ehemalige Profibereiterin äußerte schon, dass man ihn schon ‚reiten‘ muss. Ich habe schon von mehreren Leuten, darunter auch Richtern gehört, dass wir eigentlich gut zusammen passen, aber uns noch zusammen finden müssen. Wir sind ja eigentlich erst seit 3 Monaten zusammen. Der Bereiter ist der Meinung, dass Pferde für diesen Preis funktionieren müssten. Meine langjährige Pferdefamilie und ich möchten aber dem unserer Meinung mental überfordetem Pferd noch ein wenig Zeit lassen und ihm die Chance geben ersteinmal Vertrauen zu uns aufzubauen. Sehen Sie bei so einem dominantem Pferd die Chance?

Antwort:
Das klingt, als würdest Du versuchen, freundlich zu umschreiben, dass das Pferd mit Kraft geritten wurde und überfordert war. Ein Profi ist nicht unbedingt „gut“, wenn er viele Schleifen vom Turnier mitbringt.
Lass dem Pferd Zeit, wieder „runterzukommen“. Reite nicht nur Dressur mit ihm, sondern denkt Euch auch ein Spaßprogramm aus — Gelände, mal ein Cavaletti oder Stangenarbeit. Wenn Du Dich selbst nicht traust, solche Dinge auszuprobieren (was bei einem so ängstlichen/kecken Kerl total verständlich wäre), bezahle Deinen Bereiter lieber ein paarmal dafür, dass er mit ihm rausgeht oder springt als fürs „Kringelreiten“. Wenn Ihr dann wisst, wie er sich verhält, kannst Du es selbst probieren. Und die Zeit, die Du damit „verlierst“, bekommst Du hinterher von ihm wieder geschenkt. Sprich mit Deinem Bereiter und sag ihm, er soll sich und dem Pferd Zeit lassen — es soll ja für DICH reitbar werden.

Frage:

Ich besitze einen Wallach, der von Fürstengold abstammt. Er ist ein tolles Pferd mit einer tollen Ausstahlung, jedoch sehr schwierig. Er schwankt zwischen Dominanz und Angst und hat zuweilen ein schnelles Hinterbein, wenn er in Bedrängnis kommt (z.B. beim Tierarzt, denn er hat ganz ganz viel Angst vor Spritzen). Beim Einreiten habe ich mir mit meiner Reitlehrerin sehr große Mühe gegeben und wir haben ihn wochenlang nur im Schritt geführt, weil er so angespannt war. Inzwischen reite ich ihn fast „normal“, jedoch muss ich immer beim und direkt nach dem Aufsteigen aufpassen. Er ist so kitzlig, angespannt und empfindlich, dass er sofort in die Luft geht, wenn ich ihn zu schnell mit dem Bein berühre. Wenn ich ihn mit dem Bein zunächst in Ruhe lasse, enspannt er sich nach einer halben Runde und lässt den Hals fallen. Dann kann ich ihn ganz normal reiten. Am Ende des Trainings lässt er sich überall berühren und ich kann mich z.B. auch auf seinen Hals legen. Wie kommt es, dass ein Pferd so empfindlich ist? Wie würden Sie damit umgehen, einfach weiter machen, oder noch etwas zusätzlich zum normalen Reiten üben?
P.S: Hat sich mein Dicker erstmal entspannt, kann ihn nichts mehr schocken, egal was drumherum passiert…

Antwort: Es könnte sein, dass das Pferd beim Aufwachsen in der Herde eine schlechte Erfahrung gemacht hat (oder keine Herde hatte und deshalb nicht gelernt hat, dass Unterordnen etwas ganz Normales ist). Dann ist es das beste, weiter geduldig zu bleiben, bis es sich entspannt.
Es könnte aber auch sein, dass das ohnehin empfindliche Pferd beginnenden Sattelzwang hat. Am besten auch nochmal den Sattel vom Fachmann überprüfen lassen, und nicht schon beim Satteln fest gurten, sondern den Gurt erst so lose lassen, wie es möglich ist, ohne dass der Sattel rutscht, dann in der Bahn erst vorsichtig die eine Seite gurten, dann ein paar Meter Schritt führen, dann die andere Seite gurten, dann wieder ein paar Meter Schritt führen, und erst dann (möglichst mit Aufsteigehilfe und einer zweiten Person, die gegenhält) aufsteigen.
Vor allem: Vertrauen ist die Basis von allem! Da hilft nur ruhig weiter machen. Deinhard hatte früher auch richtig Angst wenn Du Deine Jacke auf ihm ausgezogen hast oder etwas getragen hast, was knistert, jetzt kannst du alles mit ihm machen!
(Hier können auch Tellington-Touch-Übungen hilfreich sein, bei einem so empfindlichen Pferd empfiehlt es sich aber, sich das einmal von einem darin ausgebildeten Trainer zeigen zu lassen.)

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