Frage:
Meine 6 jährige Stute hat an beiden Hinterbeinen am Fesselkopf Gallen. Wir haben diese auch schon einmal weg spritzen lassen, jedoch sind sie wiedergekommen. Haben Sie vielleicht einen Tipp, wie ich die Gallen wieder weicher bekomme bzw. was man dagegen machen kann?

Antwort:
Gallen „wegzuspritzen“, ist sinnlos; es beseitigt das Problem nur kosmetisch, aber nicht ursächlich — wie Du ja gemerkt hast, denn sie kommen wieder.
Es gibt viele Methoden, dem Pferd zu helfen; am besten unterhältst Du Dich aber zuerst mit einem Physiotherapeuthen darüber, woher die Gallen kommen könnten. Hat das Pferd zu wenig Bewegung? Ist der Lymphfluss gestört, weil es bandagiert ist? Ist sein Nierenstoffwechsel in Ordnung? Stammt die Flüssigkeitsansammlang vielleicht von einer älteren Verletzung oder Überbeanspruchung der Sehnen und Gelenke?
Auf jeden Fall kannst Du selbst die Gallen täglich kühlen und mit Kühlgel, Franzbranntwein oder Traumeel Gel massieren (gern auch abwechselnd; manche Pferde reagieren empfindlich, wenn man sie z.B. jeden Tag mit Franzbranntwein einreibt).
Darüber hinaus kann der Physiotherapeut die Stellen massieren, lasern, sie mit einem Magnetfeldgerät oder Blutegeln behandeln. All diese Methoden helfen dem Körper, die eigene Abwehr und den Stoffwechsel zu mobilisieren, und das ist bei einem solchen Problem das Wichtigste.

Anschluss-Eintrag:
Ich möchte mich zu dem Eintrag oben äußern. Ich habe vor vielen Jahren einen 4jährigen Wallach gekauft, der auch Gallen an den beschriebenen Stellen hatte. Diese wurden im Rahmen der Ankaufsuntersuchung untersucht, und es wurde festgestellt, dass sie auf Eiweissüberschuss zurückzuführen sind. Sie waren immer zur Weidesaison etwas dicker und im Winter etwas dünner. Ich habe nie etwas dagegen unternommen und er ist mit 21 noch S-Dressur platziert gewesen. Er ist heute 26, wird immer noch geritten (natürlich nicht mehr so intensiv wie früher) und hat noch nie Probleme mit den Gallen gehabt.

Antwort:
Das ist auf jeden Fall ein weiteres Argument, Gallen nicht anspritzen zu lassen.
„Eiweißüberschuss“ ist ja nichts anderes als ein Problem des Nieren- und Leberstoffwechsels, und wenn man dieses Problem bei einem so jungen Pferd erkennen und behandeln kann, sollte man das tun. Es ist sicherlich kein Grund zur Panik, aber einer zur Aufmerksamkeit.

 

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