Frage:
Ich bilde derzeit ein junges Pony (jetzt 5) aus, das mit mir im letzten Jahr in Reitpferdeprüfungen bereits mit hohen Noten platziert war. Das Pony ist sehr arbeitsfreudig, er lernt unglaublich schnell und möchte immer alles richtig machen. Jetzt 5-jährig beherrscht er bereits Wechsel und Außengalopp auf großen Linien. Doch genau diese Gehfreude ist derzeit auch unser Problem. Er ist so eifrig, dass er immer „ins Laufen“ kommt, dabei wird sein Bewegungsablauf natürlich flacher. Wir haben bereits mit Versammlung begonnen. Diese Arbeit setzt er zwar phasenweise sehr gut um, wird dabei aber etwas „heiß“. Nun möchte ich ihn aber nicht jeden Tag nur „zurück nehmen“ da ich mir ja diese Gehfreude eigentlich erhalten will, aber trotzdem verhindern möchte, dass der Bewegungsablauf zu flach ist. Das Pony hat auf Rittigkeit bereits 8,5 erhalten. Er ist also so fein in der Anlehnung, dass ich natürlich auch ständig darauf achten muss, dass er nicht auch noch zu eng wird. Haben Sie vielleicht einen Tipp, wie ich noch mit ihm arbeiten kann?

Antwort:
Hier fallen uns zwei Formulierungen auf. Die erste ist „jeden Tag“. Wenn ein so junges Pferd schon so viel anbietet, ist es um so mehr Aufgabe des Reiters, Überforderung (auch mentale Überforderung durch Einerlei) zu verhindern. Wir würden dafür sorgen, dass das Pony viel Gelegenheit bekommt, spielerisch zu lernen, indem es z.B. regelmäßig zum Kraft sammeln und SPASS HABEN ins Gelände geht, an der Longe über Stangen trabt und höchstens dreimal in der Woche dressurmäßig gearbeitet wird. Natürlich ist die Versuchung groß, mit einem solchen Talent viel zu arbeiten, aber gerade da ist weniger mehr!
Die zweite Formulierung ist der angedeutete Zusammenhang zwischen „feiner Anlehnung“ und dem „zu eng werden“. Feine Anlehnung bedeutet, dass das Pony von sich aus das Gebiss sucht und sich ausbalanciert in Dehnungshaltung tragen kann, wenn der Reiter das abfragt. Um das zu erreichen, sollte man in der Dressurarbeit viele, viele, VIELE Übergänge reiten. Solange die Gefahr besteht, dass sich das Pony zu eng macht, ist es zu früh für versammelnde Lektionen, und es sollten Übergänge zwischen den Gangarten sein. Wenn das gut funktioniert, kommt über Übergänge innerhalb der Gangarten die Versammlung.
Wir wünschen viel Spaß — und viel Geduld!

Frage:
Ich habe einen 4-jährigen Hengst, der im Trab noch nicht seinen Schwung entfalten kann. Insgesamt hat er einen sehr aufwändigen Bewegungsablauf. Wie würden sie denn ein Training mit ihm machen und vor allem, wie würden sie ihn in der Prüfung vorstellen? Vielleicht hatten sie ja schonmal selber Erfahrungen damit und können mir ein paar Tipps geben.

Antwort:
Der Schwung steht in der Ausbildungsskala erst an vierter Stelle und setzt viel Kraft und eine gute Balance voraus. Diese wiederum würden wir bei einem so jungen Pferd spielerisch erarbeiten, vor allem durch geradeaus Galoppieren im Gelände oder auf der Rennbahn. Gerade wenn der Bewegungsablauf jetzt spektakulär ist, sollten Sie vorsichtig sein, denn das verschleißt die Gelenke und Bänder, und auch hier ist wieder das Schonendste, was man machen kann, der Geradeausgalopp. Das Pferd höchstens dreimal in pro Woche in der Bahn arbeiten und dann unendlich viele Übergänge reiten, die ebenfalls ein sanftes Krafttraining darstellen und natürlich die nötige Durchlässigkeit herstellen, um irgendwann den Schwung zur Entfaltung bringen zu können. Auf Prüfungen würden wir mit einem so unfertigen Pferd noch verzichten — es sind einfach nicht alle Pferde mit vier schon reif dafür, vor allem dann nicht, wenn die Natur ihnen viel Bewegung mitgegeben hat, die sie unterm Reiter erst neu ausbalancieren müssen. Wenn das Pferd sich bei der Arbeit festhält und abgelenkt ist, könnte es auch sinnvoll sein, es zu kastrieren — das macht viele Sportpferde zufriedener, und der Ausdruck soll ja durch die Ausbildung kommen und nicht, weil das Pferd sich „aufbläst“.

Frage:
Ich habe mir vor einen halben Jahr eine 4jährige Stute von Hotline gekauft. Da war sie 1,86m groß. Nachdem ich sie über den Winter wieder abtrainiert habe, da, wie ich finde, ein solches Pferd noch den Winter auf der Weide verbringen sollte, anstatt in der Winterarbeit zu sehr in Anspruch genommen zu werden. Jetzt hab ich die Stute heute noch mal messen lassen und habe festgestellt, dass sie inzischen 1,90m groß geworden ist. Meine Frage an sie: Eigentlich wollte ich die Stute ab März anfangen wieder zu arbeiten. Also ich hatte an lockeres Arbeiten, Stangenarbeit, Ausreiten und Bodenarbeit gedacht. Nicht zu viel in der Bahn reiten. Aber wie sollte ein solches Pferd am besten wieder an die Arbeit gewöhnt werden?

Antwort:
Ganz viel Galopp auf der Rennbahn oder im Gelände, aber nicht rasen, sondern kontrolliert, mit ersten Durchlässigkeitsübungen wie Übergängen oder auch mal Schenkelweichen. Ein Aquatrainer wäre zur Unterstützung der körperlichen Entwicklung eines so großen Pferdes sicher toll, aber man kann auch im „Geradeaus“ viel tun. Erst wenn das Pferd sich einigermaßen tragen und balancieren kann, in der kleinen Reitbahn reiten. Die „verlorene“ Zeit bekommt man zurück geschenkt, weil man ein gesünderes und besser balanciertes Pferd hat, dessen Kondition schonend aufgebaut wurde.

Frage:
Ich bekomme jetzt ein neues Pferd, einen 5jährigen, der L-Trense gewonnen hat und Kandaren-L platziert ist. Ich würde gerne wissen, wie ich das Training mit ihm angehen soll. Klar, er kann schon einiges und war auch schon erfolgreich, aber ich würde gerne mal wissen, was Ihr so sagt, wie ich das Training gut gestalten könnte. Es ist nicht immer einfach mit der Schule, aber vielleicht habt Ihr ja einen Tipp für mich. Würde mich sehr freuen

Antwort:
Herzlichen Glückwunsch zu Deinem neuen Pferd.
Wir würden uns erst mal richtig mit ihm anfreunden. Frage bei den früheren Besitzern nach so vielen Informationen wie möglich. Danach versuchst Du, Dein neues Pferd erst einmal zu verstehen. Langsam kannst du ihn dann auf Dich „umstellen“. Denk nur daran, dass er (trotz seiner Erfolge) mit fünf noch ein Baby ist, dass er noch Kondition und Gleichgewicht aufbauen muss und so viel Abwechslung wie möglich braucht. Wir wünschen dir ganz viel Spaß und Erfolg mit ihm!

Frage:
Ich habe ein vierjähriges Dressurpony. Es hat sich sehr gut entwickelt und mit seinem Schritt und Trab bin ich auch schon sehr zufrieden. Wir haben jedoch ein Problem im Galopp. Zu Beginn des Trainings galoppiert er immer relativ schnell und die Anlehnung ist dann auch nicht perfekt (vor allem an der langen Seite der Halle). Wenn man ihn auf dem Zirkel reitet wird es besser. Ich würde gerne wissen, wie ich es schaffe, dass er direkt von Anfang an im Galopp schön am Zügel geht und ruhiger galoppiert. Man hat bei ihm immer das Gefühl, dass er erst ein wenig müde werden muss, bis es gut wird.

Antwort:
Mit vier ist Dein Pony noch ein richtiges Baby, da kannst Du eigentlich noch nicht verlangen, dass schon alles perfekt und in Anlehnung klappt. Anscheinend hat er im Galopp noch ein Problem mit der Balance. Kannst Du mit ihm auf die Rennbahn oder ins Gelände gehen? Dann lass ihn erstmal viel geradeaus galoppieren, damit er Kraft bekommt und sein Gleichgewicht findet. Wenn er aber im Viereck „rennt“, versuch, ihm zu helfen, indem Du viele Galopp-Trab-Übergänge reitest. Dann bleibt er besser bei Dir, und auch das gibt Kraft und schult das Gleichgewicht.

Frage:
Meine Stallkollegin hat einen vierjährigen Wallach, der zwar den Reiter schon kennt, bis jetzt aber hauptsächlich longiert wurde. Jetzt wollte meine Bekannte langsam mehr mit dem Reiten beginnen. Sie hat das Pferd dann ablongiert, aber als sie aufstieg, fing er sofort mit heftigem Kopfschlagen an. Das hat er beim nächsten Mal auch wieder gemacht. Er macht es aber erst, wenn der Reiter draufsitzt, beim Longieren nicht. Die Zähne wurden schon gemacht, er trägt eine einfach gebrochene Wassertrense. Kann es vielleicht am Sattel liegen? Haben Sie vielleicht noch Tipps, was man machen kann? Er soll sich das ja nicht angewöhnen.

Antwort:
Natürlich sollte man sich vor dem Aufsteigen sicher sein, dass das Equipment/der Sattel passt. Manche Pferde sind anfangs einfach etwas irritiert; wir reiten sie dann mit Martingal, und zwar möglichst erstmal vorwärts, denn auch das Kopfschlagen ist wahrscheinlich Fluchtinstinkt — schließlich hat das Pferd plötzlich den Reiter genau dort sitzen, wo auch der Löwe zupacken würde. Diese Urängste darf man nicht unterschätzen.

Frage:
Ich bin 15 und habe ein vierjähriges Dressurpferd. Es klappt alles super, ich biete meinem Pferd Abwechslung durch Gelände und ein bisschen Springgymnastik, und auf die Wiese kommt sie sowieso jeden Tag. Was denken sie auf welchem Ausbildungsstand ein 4-jähriges Dressurpferd sein sollte, oder was sollte es können? Ich hätte nur gerne einen Vergleich.

Antwort:
Es gibt keinen Vergleich, denn jedes Pferd ist anders. Manche sind in dem Alter vor allem noch mit Wachsen beschäftigt, andere sind natürliche Balance-Talente, die auch recht schnell Anfänge der Versammlung anbieten. Ohne Dein Pferd zu kennen, können wir dazu gar nichts sagen, außer: Beobachte es genau, dann siehst Du, wann es den nächsten Schritt anbietet, und lass ihm ansonsten Zeit.

Frage:
Ich habe eine tolle 4jährige Stute, die wir als Fohlen gekauft haben. Sie wurde von uns angeritten und ist auch bei uns Zu Hause aufgewachsen. Nun das Problem: Beim Reiten ist sie seeeehr zuckig und springt oft unvorhersehbar zur Seite, sodass es nicht wirklich Freude macht sie zu reiten, da man nie richtig die Kontrolle hat und richtig zum Reiten kommt und man sich auch nicht sicher fühlt. Dabei ist sie nicht änglichst oder scheu, sondern man hat eher das Gefühl, dass sie wenig Respekt hat und „testet“. Wir haben schon überlegt, ob ihr das normale Reiten wohl schon zu langweilig wird, und haben so versucht ihren Alltag so abwechslungsreich wie möglich zu gestalten, z.B. Freispringen, spazieren führen, etc… Haben Sie vielleicht noch eine Idee wie wir das alles besser in den Griff belkommen können?

Antwort:
Tja … so ist das manchmal, vor allem mit Stuten.
Natürlich ist es von hier aus schwer zu sagen, ob das Pferd respektlos ist oder einfach nur unsicher. In beiden Fällen wäre es vielleicht sinnvoll, sich zumindest vorübergehend einen gefühlvollen Profi zur Hilfe zu holen, der dem Pferd — ganz in Ruhe und unbedingt ohne Strafen — Sicherheit gibt, denn es merkt natürlich, wenn sich der Reiter im Sattel mulmig fühlt, und so beginnt ein Teufelskreis.
Was sich zusätzlich lohnen könnte, ist Bodenarbeit nach Linda Tellington-Jones (dazu gibt es diverse Bücher).

Frage:
Ich habe ein 4 1/2 jähriges Pferd, das sich leider noch nicht im Rücken loslässt und sich aufrollt, statt sich nach unten zu dehnen. Haben Sie einen Tipp für mich, wie ich ihn dazu bringen kann, im Rücken loszulassen?

Antwort:
Das kann verschiedene Ursachen haben, die wir von hier aus nicht beurteilen können.
Die erste Frage ist immer: Stimmt die Ausrüstung? Passt der Sattel, und habt Ihr es schon einmal mit einem anderen Gebiss versucht (dünner, dicker, doppelt oder einfach gebrochen?). Und sind die Zähne des Pferdes in Ordnung?

 

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