Frage:

Longieren Sie Ihre Pferde auch mal an der Doppellonge oder mit einer Longierhilfe, um die Hinterhand zu aktivieren?

Antwort:
Sven longiert ab und zu mit der Doppellonge (das sollte man aber anfangs nie allein machen, wenn Pferd und/oder Longenführer keine Erfahrung damit haben), ansonsten werde unsere Pferde mit Ausbindern oder Dreieckszügeln longiert. Die Aktivierung der Hinterhand kommt genau wie beim Reiten auch beim Longieren durch das Treiben und durch Übergänge. Longieren ist genau so „Arbeiten“ und Konzentrationssache wie Reiten; es ist nicht die Zeit, wo man in Ruhe am Handy telefonieren und erwarten kann, dass die Hinterhand des Pferdes von allein arbeitet, weil man eine Bandage drum gewickelt hat oder man ihm den Rücken mit einer „Longierhilfe“ krumm gemacht hat.

Frage:
Hallo, wie bringe ich einem Shetti das Longieren bei? Klingt vielleicht etwas blöd, aber mein Shetti kommt immer zu mir in die Mitte, und ich kann ihn nicht wegschicken …

Antwort:
Tja, die meisten Shettys sind eben ganz schön schlau 🙂
Wie bei jedem anderen Pferd musst Du darauf achten, „hinter“ dem Pferd zu bleiben, also etwa auf Höhe seines Beckens zu stehen, damit Du nachtreiben kannst. Und Du musst schnell sein und das Umdrehen des Ponys schon vorausahnen, bevor es geschieht. Wenn es gar nicht klappt, lass Dir doch ein paarmal von jemandem helfen, der die treibenden Hilfen übernimmt und das Pony auf dem Hufschlag hält, während Du die Longe hältst.
Super wäre es auch, wenn Du es an der Doppellonge arbeiten könntest. Dabei solltest Du Dir aber anfangs auf jeden Fall helfen lassen (schon deshalb, weil manche Pferde erst einmal Angst vor der äußeren Longe haben). Dazu brauchst Du nur zwei (möglichst gleiche) Longen und einen Longiergurt mit möglichst vielen und großen Ringen. Während eine Person das Pony festhält, führt die andere die Longen auf beiden Seiten durch den unteren Ring am Gurt zum Gebiss und hakt sie dort ein. Anfangs legt man die äußere Longe am besten hinter dem Gurt über den Rücken (später, wenn das Pferd sich daran gewöhnt hat, lässt man sie einfach hinter den Hinterbeinen entlang laufen) und hat so einen „äußeren Zügel“, den man wie beim Reiten zur Hilfengebung und als „Bande to go“ benutzen kann. Wenn man ein bisschen raus hat, wie es geht, macht es viel mehr Spaß als normales Longieren, und man kann besser — und feiner! — einwirken.

Frage:

Woran erkenne ich einen guten Longiergurt, vor allem, wenn ich Pferde mit unterschiedlichem Widerrist habe?

Antwort:

Wichtig bei einem Longiergurt ist vor allem, dass er ausreichend große Ringe hat, die bis weit unten verteilt sind. Die meisten Nylongurte haben nur relativ weit oben Ringe, so dass man das Pferd damit in eine falsche Aufrichtung zwingt. Ledergurte sind meistens besser ausgestattet und neigen auch weniger zum Verrutschen. Ansonsten — Schabracke drunter, und los geht’s.

Frage:

Wisst ihr, was die Vorteile sind, mit Kappzaum zu longieren? Was macht ihr mit den Pferden immer an der Longe?

Antwort:
Wir longieren die Pferde mit Kappzaum, bei denen wir die Ausbinder nicht an den Gebissringen befestigen möchten. Unsere junge Pferde bilden wir sozusagen auch an der Longe aus, das heißt, sie gehen viele Übergänge mit langen Schrittphasen.
Für die älteren Pferde oder Semmies Ponys ist es meistens nur eine Erholung und eine toller Ausgleich.

« Zum Verzeichnis von A-Z