Frage:

Da bei den Ritten von Semmie und Sanni das Schulterherein immer so toll aussieht und ich damit regelmäßig Probleme habe, wollte ich mal fragen, ob Sie mir da vielleicht mit ein paar Ratschlägen weiterhelfen könnten. In meinen Protokollen steht immer zu viel Stellung und zu wenig Abstellung. Da mein Pferd die Schulter nicht richtig in die Bahn nehmen will, versuche ich dann immer, es über mehr Stellung hinzubekommen. Das gelingt aber natürlich nicht. Das ist sicher ein Reiterfehler, liegt also bestimmt an mir, aber ich weiß eben nicht, wie ich es verbessern könnte.

Antwort:
Den Fehler, es über mehr Stellung zu versuchen, machen leider viele Reiter — deshalb sieht man in dieser Lektion so viele Pferde, die sich im Genick verwerfen, weil ihnen gar nichts anderes übrig bleibt. Die Idee beim Schulterherein muss aber immer sein, das Pferd mit dem inneren Bein an den äußeren Zügel zu reiten. Stell Dir dabei vor, Du würdest auf die Diagonale abwenden, reite dann aber parallel zum Hufschlag weiter, inneres Bein zum äußeren Zügel. Wichtig ist auch, dass Du Deine Schultern parallel zu den Pferdeschultern drehst. Es kann sein, dass das Schulterherein dann erst einmal ein bisschen schwankend wird, aber zumindest stimmt die generelle Richtung. Hör lieber anfangs nach fünf guten Tritten auf, statt die ganze lange Seite durchhalten zu wollen. Hilfreich kann es auch sein, das Schulterherein aufzulösen, indem Du am Ende (wenn noch etwas Platz ist) tatsächlich auf die Diagonale abwendest statt zurück zum Hufschlag. Das ist gar nicht so einfach wie es klingt, schult aber die Balance und das Gefühl für die diagonale Hilfengebung. Das Ganze kannst Du natürlich auch erst im Schritt probieren.

« Zum Verzeichnis von A-Z