Frage:

Ich habe eine 9-jährige Hannoveraner Stute, die A & L-Dressuren gewonnen und Platzierungen hat. In ihrem „Vor-Leben“ kam sie nie ins Gelände, selten Weide und immer nur Halle – Box – Halle – Box. ich reite Dressur-Lehrgänge z.Zt. auf A-Niveau und mindestens 3 x wöchentlich ins Gelände, das gefällt ihr sehr. Um weitere Abwechslung ins Training zu bringen, möchte ich nun gerne Stangen und Cavaletti-Arbeit mit ihr beginnen, obwohl weder sie noch ich Erfahrung mit Sprüngen haben….Hätten Sie vielleicht eine Idee, wie man da vor gehen könnte? Halten Sie die Idee überhaupt für sinnvoll, heißt es doch immer: entweder der Reiter muss was können oder das Pferd….? Sie ist vom Typ her recht kräftig, kompakt, ein rechts Muskelpaket, aber ein wenig triebig, daher möchte ich sie durch die Stangen auch mehr zum Vorwärts motivieren, oder was kann ich noch tun?

Antwort:
Das ist eine tolle Idee; viele Pferde wirken geradezu „befreit“, wenn sie zwischendurch mal über einen kleinen Sprung oder ein Cavaletti gehen dürfen.
Wenn Sie selbst da unsicher sind, haben wir zwei Tips: Erstens wäre es natürlich am besten, sie machen die ersten Versuche unter Anleitung eines Reitlehrers oder eines Reiterkollegen, der Erfahrung mit Springreiten hat. Zweitens können es aber auch im Longierzirkel mit einem gefahrlosen Trick erstmal „frei“ ausprobieren (oder aber auch unterm Reiter, wenn Sie keinen Longierzirkel haben). Dazu kann man die Schaumstoffbalken der sogenannten „Dualaktivierungsgasse“ nehmen — lässt sich ganz billig selber machen; man näht ca. zweieinhalb Meter lange Schläuche aus einem stabilen Stoff in unterschiedlichen Farben, füllt sie mit Stroh, und schon hat man „Übungsstangen“ die man ohne Hilfe schleppen und an denen sich ein Pferd eigentlich nicht verletzen kann. Die Schläuche (mindestens vier) kann man als Bodenstangen in den Longierzirkel oder die Halle legen und das Pferd darüber traben lassen, und wenn man sie alle zusammenschiebt bzw. aufeinanderlegt, hat man ein Cavaletti ohne Verletzungsgefahr (am besten das Pferd aber ohne Longe frei laufen lassen). Trotzdem Achtung: Wenn ein Pferd Lust hat zu springen, kann es auch über dieses harmlose Häufchen ordentliche Hüpfer machen, die den Reiter überraschen. Die meisten Pferde nehmen diese Bodenhindernisse genau so ernst wie harte Stangen und lassen sich von einer solchen Abwechsung sehr motivieren.
Und wenn das klappt, können Sie es ja mit „richtigen“ Sprüngen versuchen.

Frage:
Mein Pony ist ziehmlich untermotiviert und will nicht unbedingt vorwärts laufen. Ich reite es 4-5mal die Woche & ich muss ziemlich unnormal treiben & ich wollte Sie mal fragen, ob sie vielleicht einen Tipp hätten, was ich machen könnte, dass mein Pony wieder vorwärts gehen ‚will‘. Mit dem Sattel ist alles in Ordnung, und der Tierarzt hat auch nichts festgestellt. Nur ich bin ziemlich entäuscht, wenn ich nicht richtige Lektionen reiten kann, weil mein Pony nicht vorwärts gehen möchte & nur dahin trampelt.

Antwort:

War Dein Pony schon immer so triebig? Und wie alt ist es?
Es kann manchmal vorkommen, dass Pferde triebig „gemacht“ werden, wenn man sie vor allem am Anfang überfordert. Manchmal können sie einfach die Balance noch gar nicht halten, man hält sie dann für faul, und es beginnt ein „Teufelskreis“.
Bringe viel Abwechslung ins Training, z.B. erst eine kleine Runde ins Gelände und danach arbeiten oder umgekehrt, erst arbeiten und als Belohnung nochmal im Gelände Schritt reiten.
Über ein paar Cavalettis oder Stangenarbeit freuen sich auch die Dressurpferde/Ponys.

Und reite lieber viele Übergänge statt langer Trab- oder Galopp-Phasen. Auch Übergänge sind „richtige“ Lektionen, sie zählen in manchen Prüfungen (einfache Wechsel in FEI-Prüfungen) sogar doppelt!

Frage:

Haben Sie eine Idee, wie ich mein Pony etwas frischer, etwas gangfreudiger bekommen kann? Er hat wirklich sehr viel Abwechslung (Koppel, Dressurarbeit, Stangen- bzw. Cavalettiarbeit, Bodenarbeit, Ausritte, Springen, Gelände-Springen, Turnier….und auch mal Pause), aber ist beim Reiten meist sehr mühsam und anstrengend.

Antwort:

Meinst Du damit, das Pony ist wirklich immer gleich „mühsam und anstrengend“, also egal, ob bei der Dressurarbeit oder ob im Gelände? Dann solltest Du erst einmal sicherstellen, dass es auch wirklich gesund ist, also einmal ein Blutbild machen und das Pony einem guten Physiotherapeuthen vorstellen.
Wenn es nur bei der Dressurarbeit so ist, hat Dein Pony daran wahrscheinlich einfach keinen Spaß. Dann musst Du Fantasie beweisen, nicht ewig Runde um Runde traben, sondern es von Anfang an mit kleinen Übungen auf Dich aufmerksam machen, also nach dem Schritt am langen Zügel dann schon im Schritt Seitengänge reiten und auch in der weiteren Arbeit weniger Wert auf Kondition, sondern auf Konzentration legen, indem Du z.B. viele Übergänge reitest.

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