Frage: 

Wann fangen Sie an, die Pferde in der Ausbildung zu versammeln? Und mit welchen Übungen versuchen Sie, den Grad der Versammlung zu erhöhen? Es ist ja immer schwierig, die jungen Pferde langsam da heran zuführen, ohne sie zu überfordern oder eben hinter ihren Möglichkeiten zu bleiben…

Antwort: 
Danke für diese Frage, die uns die Gelegenheit gibt, endlich mal wieder zu sagen: „Übergänge, Übergänge, Übergänge“.
Zur Versammlung kommt man ja nicht, indem man eines Tages sagt, heute müssen wir aber mal damit anfangen, sondern sie ist der letzte Punkt der Skala, das heißt, das Ziel der gesamten Ausbildung. Mit diesem Ziel im Blick reiten wir erst Übergänge zwischen den Gangarten, und wenn die Pferde diese balanciert bewerkstelligen können, kommen Übergänge innerhalb der Gangarten dazu, indem wir sie in den Ecken bewusster zurückholen und damit untertreten lassen, indem wir zulegen und wieder einfangen, ohne dass es zu Taktverlusten kommt. Die sogenannten versammelnden Lektionen kommen dazu, wenn die Pferde so weit sind, und das ist bei jedem anders. Aber die Vorstufe für alles sind Übergänge, und die gehören von Anfang an dazu.

Frage:

Ich habe ein Problem mit meinem Pferd, und zwar ist das ein 15 jähriger Wallach mit dem ich bis L-Kandare gehe. Eigendlich ist er immer sehr gelassen, aber momentan haben wir das Problem, dass er sich nach einiger Zeit in der Arbeitsphase / Versammlung ziemlich aufpusht und überhaupt nicht mehr konzentriert. Er fühlt sich dann an wie ein Pulverfass und bei jedem Geräusch zuckt er zusammen bis er irgendwann „explodiert“. Ich versuche schon, ihn dann etwas zur Ruhe zu bringen mit Übergängen und einer Schrittrunde, aber manchmal hilft auch das nichts. Ich glaube auch, dass ich ihm manchmal dann leider zu viel Druck mache mit der Versammlung, damit er sich wieder auf mich konzentiert. Ansonsten bekommt er genug Abwechslung, und gesundheitlich geht es ihm gut / Sattel & Trense passen. Können Sie mir vielleicht einen Tipp geben, wie ich solche Situationen vermeiden kann & wie ich ihn dann wieder etwas mehr auf meine Seite und ruhiger bekomme?

Antwort:

Wenn das Pferd bis L-Kandare geht, scheint es ja generell mit der Versammlung kein Problem zu haben. Vielleicht muss hier noch ein bisschen „Abwechslung“ im Detail her, sprich: Wenn Du merkst, dass er bei der Arbeit nervös wird, schicke ihn vorwärts, vielleicht sogar mal zwei, drei lange Seiten im leichten Sitz, bevor Du dann die versammelnde Arbeit wieder aufnimmst. Wenn er sich ein bisschen überfordert fühlt — vielleicht gar nicht körperlich, sondern weil er sich nicht so lange konzentrieren kann, dass gibt’s ja bei Menschen genau so — und dann „flüchten“ möchte, beruhigst Du ihn als Fluchttier am einfachsten, indem Du diesem Instinkt entgegenkommst und ihn tatsächlich kurz nach vorne entlässt, statt zu versuchen, ihn erst recht auf der Stelle zu halten.

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