„Komm mit….auf deine eigne Reise.

Komm mit, und tu’s auf deine Weise!“ … spricht für Sönke und Cosmo.

Vieles entscheidet Sönke allein; auch wenn wir es manchmal aus Erfahrung anders machen würden, hoffen wir immer, das er weiß, was er tut. Wir sagen ihm lediglich, wie viele Wochen oder Tage er nur noch zum bis Turnier hat. Er bleibt locker, auch wenn man das Gefühl hatte, das über den Winter Noten von 80% die neuen 75% waren.

Die Pferde werden besser, es wird längst nicht nur geritten, sondern neben der Reiterei macht man sich sehr viel mehr Gedanken über und rund um Pferd und Reiter. So macht jeder seine eigene Turnierplanung und steckt sich seine Ziele. Genau, das machen wir auch jedes Jahr aufs Neue …

Wo geht die Reise diesmal hin?

Wir wissen es noch nicht, wir befinden uns immer wieder im Abenteuerland. Was uns fasziniert: Der Umgang mit unseren Vierbeinern. Nicht das Abklappern von Turnieren, sondern die Arbeit zu Hause, noch besser in sein Pferd hinein zu horchen. Seine Sprache sprechen zu können. Wollen wir nicht alle dahin? Wir haben schon so vieles gesehen, ausprobiert, und dabei gelernt, jedes Pferd wieder ganz intensiv auf’s Neue für sich zu erforschen. Jedes Pferd bekommt seinen individuellen Trainingsplan. Um das herauszufinden, braucht man eben Zeit … und … die Zeit nehmen wir uns mit unseren Pferden.

Der Trainingsplan wird je nach Ziel und dem Alter entsprechend immer wieder auf’s Neue angepasst, damit die Freude am Sport sowohl für den Reiter als auch selbstverständlich das Pferd nicht verloren geht.

Turniere sind Stress für beide. Die Fahrten dorthin sowie die Atmosphäre. Klar … das eine Pferd oder der eine Reiter steckt das einfacher weg als das der andere.

Oft sehe ich, wie Reiter sofort nach dem letzten Ritt nur noch damit beschäftigt sind, so schnell wie möglich wieder nach Hause zu kommen. Klar, das möchten wir auch, aber … dein Pferd hat DICH wieder glänzen lassen, braucht es nicht auch mal eine kurze Auszeit? So eine LKW-Fahrt ist auch nicht unbedingt eine Erholung!

Ich versuche, unseren Pferden das so weit wie möglich zu ersparen. Der Vorteil ist auch, dass wir die Pferde über den Winter nicht scheren müssen. Sie haben alle ein super schönes Fell. Somit besteht seit Jahren auch gar kein Bedarf, sie zu scheren. Aber … wenn man natürlich Hallenturniere plant, muss man die Pferde scheren. Deshalb bleiben wir gerne über den Winter zu Hause.

Die vielen Nachfragen, warum wir so lange Pause machen, sind hoffentlich hiermit geklärt 🙂

Über den Winter machen wir regelmäßig Handarbeit mit Andreas Hausberger, Bodenarbeit, wie Semmie es von Linda (Tellington-Jones) beigebracht bekommen hat. Dieses Jahr haben wir die ganze Fütterung umgestellt. Meine Futterkammer kommt jetzt voll zur Geltung! Morgens blubbert mir der Leinsamen entgegen, es riecht wunderbar. Es schmeckt den Pferdchen auch wunderbar 🙂

Dabei möchte ich mich ausdrücklich bei Frau Dr. Meyer bedanken. Ich wage mal zu behaupten, dass unsere Pferde noch nie so frisch in die neue Saison gestartet sind.

So wie wir es in den letzten Jahren gehandhabt hatten, konnten wir dieses Jahr leider nicht anfangen. Erstens gab es dieses Jahr leider kaum Dressurturniere im Süden. Oder wenn, dann ganz weit weg, so dass wir von drei Tagen Anreise gesprochen hätten.

Dennoch hatten wir geplant, nach Toledo zu fahren …

Das kam dann doch anders. Wir verfolgten die Wettervorhersage, und sie sagte uns nichts Gutes. Schon die Springreiter hatten auf der Sunshine Tour mit schlechtem Wetter zu kämpfen. Da haben wir die Sache abgehakt und uns entschlossen, den Pferden diese lange Fahrt zu ersparen, nur um dann doch in der Kälte zu stehen.

Da gab es also schon die erste Plan-Änderung.

Semmie und ihre Stuten traten die Reise nach Wiener Neustadt an, und Sönke würde mit Cosmo  auf Risiko gehen und direkt nach Hagen reisen.

In Wiener Neustadt lief es fantastisch! Besser hätte es nicht gehen können, und wieder hat Daisy die 80% übertroffen! Auch Kronberg verlief wie geplant. Mit tollen Punktzahlen, gehen die Stuten jetzt in ihre verdiente, diesmal aber kurze Pause.

Cosmo – das Abenteuer!

Man darf nicht vergessen, dass er immer noch sehr jung ist für das, was er uns schon alles gezeigt hat. Dafür sind wie ihm sehr dankbar, und finden, dass wir ihn vor dem schützen sollten, was andere manchmal gerne hätten. Ich kann nur sagen, er liebt sein Paddock, sein Zuhause, den Tagesablauf und damit seine vertraute Umgebung. Das gefällt ihm. Seine morgendlichen Spaziergänge mit Sven. Dann, wenn noch keiner wach ist. Nur die beiden und alles, was ihnen so im Wald begegnet. Von Wildschweinen und Rehen bis hin zum schönen, freundlichen Gezwitscher der Vögel.

Sönke kommt meistens so gegen 9:30 und fängt mit seinem Superstar an. Mal wird weniger gearbeitet, mal werden die Pünktchen auf das „i“ gesetzt. Viel Abwechslung für Sönke und Pferd. Das lieben die beiden.

Zwischendurch kam die Bundestrainerin vorbei und gab Sönke wieder hilfreiche Tipps. Seit Göteborg arbeitet er intensiver mit Jonny, der Cosmo total durchschaut hat. Ganz toll! Ich freue mich jedesmal, wenn Jonny vorbei kommt … er will Cosmo gar nicht so fliegen sehen, sondern nur schön locker trainieren. Das gelingt Sönke immer besser, Cosmo gelassen und ganz mit sich zufrieden aussehen zu lassen.

Diese Gelassenheit und das Spielerische, wie Cosmo an die Lektionen herangeht, ist einfach atemberaubend! Trotzdem entgeht ihm gar nichts … jeder einzelne Grashalm ist gesichtet … das ist Cosmo! Das gewisse Extra … weil er eben mehr als nur eine Sache gleichzeitig kann 🙂

Hagen …

Ich muss es nicht immer wieder betonen, aber dieses Turnier trägt die Handschrift der Familie Kasselmann. Freundlich, bezaubernd, und dabei dreht sich alles um das Wohlsein der Pferde. Danke für das mal wieder sehr gelungene Turnier!

Tja … dieses Jahr musste Cosmo wohl auf seinen Buddy verzichten. Favo, der ihm während der Jahre im Abenteuerland alles beigebracht hat. Der ihm zeigte, wie man sich auf dem LKW verhält. Und dass da nicht herumgesprungen wird, dass man seine Kräfte lieber aufhebt und oder gut einteilt. Favo, der für ihn gerne seine Schleifen in Empfang genommen hat, um seinem „kleinen“, jungen Superstar diese Strapazen zu ersparen.

Lieber Favo, wir vermissen Dich so sehr …

Aber … wir wissen, dass Du ihm von oben bestimmt noch zusprichst. Von wegen; „Mach keinen Qautsch!“ Du weißt ja … mit dem Hören hapert es bei ihm manchmal ein bisschen 🙂

Cosmo und Sönke gingen also allein auf die Reise.

Und so kam … der Grand Prix.

Genial sah er aus … was habe ich diese Dynamik und diesen scharfen Blick vermisst. Auf einem Turnier meint er eben doch, fliegen zu müssen. Dabei vergaß er diesmal, das Sönke auch noch etwas zu sagen hatte 🙂

Oh je …

Wir konnten und wollten ihm nicht böse sein. Er fand es eben spannend, mal wieder von zu Hause weg zu sein. Aus seiner vertrauten Umgebung heraus, um einen auf großen Zampano zu machen. Das ist ihm definitiv gelungen. Keiner redete davon, dass er schlecht aus der Winterpause gekommen war. Nein, sie hatten eher Angst, ob Sönke ihn bis zum Special noch gebändigt bekommen könnte / würde.

Sönke machte sich, gelassen wie immer, am wenigsten darüber einem Kopf. Er möchte das gewisse Extra. Zwischen allen Schreckmomenten ließ er Cosmo immer wieder fliegen. Wie ein Springreiter … Stange ab und Vollgas zum nächsten Sprung. Die Zeit kann manchmal auch etwas gut machen 🙂

Für Sonntag hieß es dennoch früh aufstehen, um Cosmo auf Trense wieder Vertrauen zu geben.

In der Prüfung wollte er dann wie schon im Training keinen Fehler machen. Diesmal blieben alle Stangen liegen.

Das Abreiten wurde um 10 Minuten verlängert, damit er doch etwas gelassener an seine Aufgabe heranging.

Er lief vom Feinsten, auch wenn Sönke hier und da den etwas längeren Weg genommen hat. Da ist immer noch soviel Luft nach oben! Mit 82,255% kamen die beiden schon verdächtig nah an ihren persönliche Rekord von Göteborg, 82,479%, heran.

Sie haben uns mal wieder in ihrem Abenteuerland herumgeführt. Sie tun es eben auf ihre eigne Weise.

Wir freuen uns, im Abenteuerland dabei zu sein …

Papa und Mama ❤️