Santiano

Balve

Euro Fontainebleau

Euro Fontainebleau

Luna

Cosmo ganz entspannt vor der großen Reise.

Teil I
Ich weiß, dass wir/ich unsere treuen Webbesucher leider sehr sehr lange im Stich gelassen haben.
Es fehlt mir immer öfters die Zeit, unsere Website weiter so umfangreich zu betreuen.
Unsere Kinder sind viel auf Instagram unterwegs, und haben so langsam ihre eigenen Interessen entwickelt.
Auch habe ich insbesondere in letzter Zeit viele Dingen gesehen und miterlebt, die mich sehr verwundern und/oder traurig machen.
Deshalb zweifle ich manchmal, ob ich zu manchen Ereignissen etwas schreiben soll oder lieber nicht. Dieses Hin und Her hemmt mich dabei, einfach frei raus zu schreiben.
Natürlich wird es gerne gelesen, aber es geht in erster Linie doch dann darum, ob man damit etwas Positives bewegen kann.

Teil II
Nach dem Verlust unseres Devil stand die Zeit einfach still. Wir versuchten, uns so gut es ging weiter auf das Nötige zu konzentrieren, aber das war es dann auch.
Zur dieser sehr schwierigen Zeit waren wir in Warendorf beim Preis der Besten. Wir wollten uns nichts anmerken lassen, und so versuchten wir, uns so gut es ging auf Semmies und Daisys Aufgaben zu konzentrieren. Ihre erste Prüfung lief nicht so, wie wir es uns eigentlich vorgestellt hatten. Es wurde dennoch der Sieg mit knapp über 74%.
Am Sonntag lief es dann deutlich besser, und mit 75,5% bauten sie ihren Vorsprung deutlich aus. Die erste goldene Medaille bei den Jungen Reitern für Semmie und Daisy. Das war großartig! Genießen konnten wir es dennoch nicht. Schnell einpacken und ab nach Hause …
Statt zu feiern, war unsere Ankunft sehr traurig. Diese leere Box …
Man macht sich Vorwürfe, und lauter Fragen schwirren einem durch den Kopf. Wo hat man versagt, weshalb …?
Mit dem Wort „Schicksal“ konnte ich mich gar nicht abfinden.
Um so mehr stürzten wir uns in die Arbeit. Das lenkte ab.
Sven war teilweise schon ab 6:15 im Stall. Nichts hielt ihn mehr im Haus. Sven ist jeden Tag dabei, für uns und unsere Vierbeiner ein Paradies zu erschaffen. Unser Hof wird immer schöner … es grenzt schon fast an Perfektion!
Viele neue Projekte hängen noch in der Luft. Spannend, aber … wäre da nicht diese Schicksale …
Rund um die Uhr sind wir bei unseren Pferden zu finden. Vergessen dabei manchmal uns selber … etwas, das viele Pferdemenschen kennen.
Anfang Juni standen unsere Geburtstage an. Nein … feiern … dazu fehlte uns die Energie. Auch mussten wir uns ganz auf die Deutsche Meisterschaft in Balve und auf das Future Champions Hagen konzentrieren, bevor es in den ersehnten Urlaub ging.

Teil III
Balve. Ein sehr wichtiges Turnier für Sönke und Cosmo, weil Balve die erste Sichtung für die Weltmeisterschaften war. Zusammen mit Santiano ging es ins Sauerland.
Wir haben uns gefreut, das Santiano nach längerer Verletzungspause wieder einsatzfähig war.
Cosmo war super drauf, und so gewann er dreimal und schlug damit die Nummer eins der Welt! Wahnsinn (und das noch mit Verreiten)! Mit 82,82%, 83,71%, und 88,42% hatte er auch die höchsten Punktzahlen der laufenden Saison.
Auch Santiano meisterte seine Aufgabe mit Bravour. Mit einem Sieg in der Inter II und Platz zwei im Kurz Grand Prix waren wir mehr als zufrieden. Seine Kondition war noch nicht optimal, aber man kann erkennen, wo die Reise hingehen kann, wenn er noch mehr an Kraft gewinnt.
Wir haben wieder viel gelernt, Balve ist doch nicht so wichtig wie es uns mitgeteilt wurde. Während wir uns die Frage stellten, ob drei so schwere Prüfungen ohne einen Tag Pause noch artgerecht sind, reisten andere einfach frühzeitig ab 🙁

Teil IV
Kaum zu Hause, ging es schon wieder los nach Hagen. Da Geisha einen Trainingsrückstand hatte, sollte sie in Absprache mit dem Bundestrainer nur eine Prüfung gehen. Sie lief fast ihr Bestergebnis! Mit 75,9% eine hervorragende Leistung, insbesondere auch von Semmie – wie toll konzentriert sie ihre Stute durch die Prüfung begleitet hat. Chapeau!
Daisy setzte noch einen drauf, und mit 76.1% , 76,6% und 78,9% war sie in der CDIO Tour unschlagbar! Reiterlich war das vom Allerfeinsten. Ich glaube nicht, dass ich Semmie vorher schon einmal so souverän erlebt habe.
Aber auch in Hagen gab es einen Knackpunkt: Schon seit einigen Wochen ging es Sven gesundheitlich nicht gut. Vor allem machte ihm sein Knie zu schaffen. Toll, dass er des Öfteren von Ulli über den Platz chauffiert wurde. Danke nochmals!
Da er immer voll einsatzfähig sein wollte, „therapierte“ er sich selber. Doch die unzähligen Schmerzmittel schlugen ihm auf den Magen. Annette rüttelte ihn aber wach. Sie ging für ihn einkaufen und empfalf ihm Reiswaffeln 🙂 Danke, Annette, die uns auch zu Hause weiter telefonisch behilflich war.
Montag saßen wir alle gemeinsam im Flieger Richtung Neapel, von wo wir weiter nach Capri fahren wollten, und hofften sehnlichst, das diese sechs Tage uns helfen würden, unsere Akkus wieder aufzuladen. Opa und Betina waren schon auf der Insel, als wir eintrafen. Es tat uns sehr gut, dass sie da waren. Es gab gute Gespräche, tolles Essen, die Sonne und das Meer machten es perfekt.
Svens Knie machte ihm weiter zu schaffen, und so entschied er sich, sich sofort am Montag operieren zu lassen, um für Semmies Euro wieder fit zu sein. Er konnte nicht still sitzen und zur Ruhe kommen. Es gab noch so viel zu tun. Mit Krücken hoppelte er zu Hause über das Gelände, und während er die Trainingseinheiten und die Bauarbeiten beobachtete, erwischte ich ihn des öfteren mit den Krücken unter dem Arm, weil es ihm mal wieder zu langsam ging …

Teil V
Europameisterschaften in Fontainebleau. Wir waren auf Sparflamme unterwegs, während es draußen über 32 Grad waren. Die Wege zu den Trainingsvierecken, waren staubig, lang und tief.
Leider gab es dieses Jahr keine Wagenburg, da der Platz fehlte. Das deutsche Team stand somit etwas verteilt geparkt.
An Fontainebleau hatten wir eigentlich sehr schöne Erinnerungen, und die versuchten wir heraufzubeschwören, aber Svens Gesundheitszustand drückte die Stimmung enorm. Wir sind ein eingespieltes Team, und wenn da ein Stein wegbricht, fängt das Fundament an zu wackeln.
Semmie war gut drauf, und auch Geisha stand putzmunter in ihrer Box. Diese heißen Temperaturen machten ihr gar nichts. Die Fliegen fand sie nicht so gut, aber sie riss sich super zusammen. Eben Geisha ❤️
In der Galopptour schlichen sich in beide Prüfungen zu viele Fehler ein, und damit kam sie nicht ins Finale. Da hilft es auch nichts, wenn man bis zum Schritt in der Trab Tour bei 81% steht.
Es sollte eben nicht sein.
Während der Euro kam dann noch die Nachricht von zu Hause, dass Cosmo mit Fieber im Stall stand. Was muss noch mehr passieren?
Das erstemal war ich froh, abreisen zu dürfen. Schnell einpacken und nach Hause.
Okay, damit konnten wir Aachen streichen.
Da es Sven aber so schlecht ging und er dringend in ärztliche Behandlung musste, war ich darüber nicht nur unglücklich, und für die WM-Nominierung sah ich noch keine Gefahr.

Teil VI
Das Dressurfestival im Pferdesportzentrum Wintermühle. Ein Turnier , das sich immer mehr etabliert, mit tollen Prüfungen und guten Richtern. Für uns ist es eine Freude, Arnold und Silke dabei zu unterstützen.
So holten sich Sönke und Luna ihre Quali für das Bundeschampionat der 5Jährigen mit 8,2 (und den zweiten Platz). Semmie sattelte Geisha, die beiden wurden Zweite in einer Intermediare I mit 72,1 %.

Teil VII
Donaueschingen. Zu Hause gingen die Vorbereitungen für Tryon los. Training, E-Mail-Anfragen, Reiseplan inklusive Hotels, Packliste für Futter und Zubehör. Die Liste für zu Hause, wer für was und wann verantwortlich ist.
Der Ausschuss bestand noch auf einem Turnier für Cosmo, um danach nominieren zu können. Münster wurde vorgeschlagen.
Da sich Cosmo in sehr guter Verfassung befand, beschloss Sönke, nicht länger zu warten und lieber schon eine Woche früher in Donaueschingen an den Start zu gehen. Wir wollten Klarheit, und danach hätten wir im Fall einer Nominierung noch genügend Zeit, um zu Hause alles zu klären, was noch offen stand.
Unser Dank gilt an Dr. Kaspar Funke, der unsere sehr kurzfristige Entscheidung mit offenen Armen willkommen hieß, so dass wir noch rechtzeitig eine Startberechtigung bekamen.
Nach einer längeren Turnierpause ist Cosmo immer wieder sehr erfindungsreich. So bescherte er uns im Grand Prix wieder eine etwas längere Schrecksekunde. Ansonsten war er super drauf, und so ließ Sönke sich nicht ermutigen und war voll motiviert für den Special am Sonntag. Grandios. Mit 84,6% wurde es eine Persönliche Bestleistung, und das Ticket für Tryon war gesichert.
Am 23.8 bekam Sönke telefonisch die definitive Zusage der Bundestrainerin. Wahnsinn!

(Fortsetzung folgt.)