Es ist schon wieder ein paar Tage her, aber genießen tun wir es immer noch :-)))

Jeden Tag kommen noch Glückwünsche bei uns an, und wir freuen uns für Sanni und ihren Devil, dass sie diese wahnsinnige Leistung mit ihrem dritten Triple geschafft haben.

Kaum zu Hause aus Hagen (Future Champions), fing Montag morgens das Training schon wieder hoch konzentriert mit Sanni und ihren Pferden an. Lange wurde am Montag nicht trainiert, da Devil und Wolki am Sonntag einen reitfreien Tag hatten. Wir fangen das Training danach immer auf Trense an und konzentrieren uns auf die Lösungsphase, die wir mit sehr vielen Intervallen gestalten. Beide Pferde liefen hervorragend, und die Wahl war noch nicht gefallen.

Wir beschlossen das Training am Dienstag abzuwarten, da wir dann mehr auf die Lektionen achten wollten und vielleicht die Entscheidung dadurch leichter fallen würde.

Das Gegenteil war der Fall!

Sanni fing mit Wolki an. So wie sie immer ist … auf Angriff 🙂 Sie gab alles, und es schlichen sich keine Fehler ein! Gegenüber Devil hat sie den Vorteil, dass sie diese Prüfungen schon in- und auswendig kennt. Man sah Wolki an, dass sie sich in ihrer Prüfung sehr "zu Hause" fühlte.

Mal schauen, jetzt unser Dicker (er hat aber mittlerweile sein "Kampfgewicht", und das liegt bei 637 KG). Sanni beschloss, Devil auf Trense zu arbeiten, da sie die Erfahrung gemacht hat, wenn er damit gut läuft, geht es auf Kandare um so leichter. Er sah schon phantastisch aus. Als ob er es ahnte, dass ihm vielleicht etwas entgehen würde.

Tja, da für den nächsten Morgen um neun Uhr früh die Abfahrt geplant war, sollten wir uns doch mal langsam entscheiden … 🙂

Die ganze Familie war sich abends einig: Es wird nicht entschieden! Beide Pferde werden nach Hagen fahren, und bis zum Vet Check haben wir noch Zeit! Was für ein Stress!!

Laut Wettervorhersage sollte das Wetter am Mittwoch nicht gut werden. Regen ist angesagt. Was jetzt, wie werden wir das wichtigste Training jetzt gestalten? ZU HAUSE …

Also wurde am Mittwoch sehr früh trainiert, und Sven hat Herrn Koschel morgens unseren Plan mitgeteilt. Er war absolut damit einverstanden und freute sich auf unser baldiges Wiedersehen in Hagen.

In Hagen eingetroffen, zeigte Mike uns unsere Boxen im "Deutschland-Zelt". Schön am Rand mit einem schönem Ausblick zogen Devil und Wolki in ihre zugeteilten Boxen.

So wie es aussah, hatten mehrere den gleichen Plan gehabt wie wir. Nur Florine wartete schon auf uns. Als wir dann unser "Lager" aufgebaut hatten, trafen langsam auch Juliette und Nadine ein.

Das Wetter blieb erträglich, und so beschlossen wir, mit Wolki eine Runde auf dem Hauptviereck zu drehen. Toll sah sie aus! Devil ging mit Sven und Sanni spazieren und schaute sich das Ganze in Ruhe am Halfter an.

Sanni und ich zogen jetzt einen Strich: Devil sollte das Championat laufen! Basta … dachten wir. Von wegen … Sven war bis kurz vor dem Vet Check noch so unsicher, wer jetzt gehen würde, dass wir ihn einfach mal in den LKW geschickt haben, damit er uns nicht weiter unsicher macht! Hahaha. (Er meint das immer so gut. Er will ja nur das beste für seine Kinder.)

Der Vet-Check für die Euro-Pferde verlief für die Deutschen reibungslos. Und so möchten wir uns ganz herzlich bei Dr. Marc Koene bedanken, der zusammen mit seiner Assistentin Aagje das ganze Team super motivierte und mit ihren Pferden unterstützte.

Dankjewel Marc en Aagje, het was een plezier om met jullie samen te werken!

(Marc und Aagje sind von niederländischer Herkunft, und deswegen ergeht dieses Dankeschön auch auf Holländisch :-))

Nicht bei allen lief der Vet-Check so gut, so mussten Norwegen und die Schweiz erst einmal bangen, ob sie überhaupt ein Team an den Start bringen würden. Auch nach der Holdingbox sah es noch nicht so gut für sie aus.

Das Hauptviereck stand den Deutschen morgens zum Trainieren frei. Wir entschieden uns aber, nach dem Vet-Check spät nachmittags zu trainieren. Da war das Viereck offen für alle Teilnehmer. Monica unterstützte uns bei Sannis Training, und sie war von beiden begeistert! Devil lief vom Feinsten. So beschlossen wir, es gut sein zu lassen. (Er musste ja erst ab morgen alles geben! Das kann unser Dicker manchmal vertauschen und denkt, dass er heute schon alles geben muss. Er hat wirklich das Glück, Sanni als Partner zu haben, sie passt immer so süß auf ihn auf. Er soll die Euro ja genau so genießen , wie sie es möchte!)

Die Starterliste stand, und morgens nach dem Re-Check fand der Vet-Check für die CDI-Teilnehmer statt. Da Sanni heute mit Devil eine sehr wichtige Prüfung hatte, entschieden wir uns, mit Wolki früh zu trainieren, danach den Vet-Check zu machen und uns dann ganz Devil zu widmen.

Mit Wolki beim Vet-Check angekommen, erfuhren wir, dass Norwegen und die Schweiz leider nicht mit einem Team an den Start gehen würden. Schade!

Dafür trabte Wolki mit ihren stolzen 17 Jahren locker durch den Vet-Check, und wir freuten uns, dass das Championat jetzt bald endlich losging. Inzwischen waren meine Mutter und ihre Freundin in Hagen angekommen. Sönke und Semmie kümmerten sich rührend um die beiden Damen 🙂 So hatten sie einen sehr schönen Tisch direkt vor dem Fenster, so dass ihnen nichts entgehen konnten.

Semmie markierte für Mama und Els die Teilnehmer, die für das deutsche Team interessant werden konnten. Els war das allererste Mal überhaupt auf einem Reitturnier und hat wirklich gar keine Ahnung. Meine Mutter blühte richtig auf; sie traf viele alte Bekannte, und sie zeigte und erklärte ihrer Freundin was, wer und wie es so auf einem Championat läuft!

Spitze!

Da wir dieses Jahr fast gar nicht gegen diese Teilnehmer gestartet waren, wussten wir die Konkurrenz nicht so gut einzuschätzen. So kristallisierten sich die niederländischen Teilnehmer als sehr gut heraus. Bald standen Anne Meulendijks mit 74,4% und Stephanie Kooyman mit 73,0% knapp vor Juliette mit 72,6% , Florine 72,6%, und Nadine mit 72,5%!

So kam allmählich mehr Druck auf unsere beiden auf. Da die letzte Niederländerin, Daniëlle Houtvast, mit Utah schon Mannheim für sich entscheiden konnte, wussten wir, wozu sie mit ihrem Pferd in der Lage war. Wir wussten aber, dass 75% für uns schon ein gutes Ergebnis wäre. Also gaben wir Sanni mit auf den Weg, „für sich“ zu reiten. Das klingt vielleicht komisch, aber wenn man für die Mannschaft reitet, versucht man, eine möglichst fehlerfreie Runde zu reiten. Das wird immer gut belohnt! Wenn man aber persönlich etwas erreichen möchte, muss man auf Risiko reiten. Da hilft eine schöne Runde nichts.

So vertraute sie sich auf ihren Devil, der das ganz genau spürte. Das Abreiten bestand aus kurzen, sehr akkuraten Reprisen. Wie in den vergangenen Tage wurde Sanni von der Bundestrainerin unterstützt.

Die Prüfung verlief hervorragend, auch wenn Devil die Entourage nicht ganz aus dem Augen gelassen hatte. 76,7%!!! Mit Abstand vorne!

Wahnsinn …

Was für ein Paar! Ohne Nervosität ging Sanni ihre Sache ganz konzentriert an. Die vielen Euros, die Sanni schon bestritten hat (es gibt bis jetzt noch keine erfolgreichere U-21-Reiterin), zahlten sich jetzt aus. Nach ihrem Ritt war noch kurz Ruhe zu bewahren … was machte die letzte Niederländerin? Sie musste mindestens 75% reiten … schauen wir mal … mit 71.5% kam sie nicht über den 12. Platz hinaus.

Super! Deutschland hat Gold!

Ohne Ruhetag ging es dann sofort mit dem Einzelfinale weiter. Morgens stand aber für Wolki die Inter II an. Das Abreiten gelang den beiden sehr gut. In der Prüfung schlichen sich kleine Fehler ein. So kam sie auf 73,7% und blieb damit knappe 2 Punkte vor dem zweitplatzierten Paar.

Den Einzel-Finale wollten wir genau so gestalten wie die Mannschaftsaufgabe. Nicht zu lange abreiten, so dass Devil noch genug Kraft für die Prüfung hatte. Er sah besser aus als am Tag davor, nur schlichen jetzt Fehler in den Einerwechseln ein. Schade …. ob es dennoch reicht?

Ganz klar ging sie bei allen fünf Richtern an die erste Stelle! Wow! Wieder Gold für ihren Devil!!!

Sanni ließ sich dennoch nicht richtig feiern, da das Triple jetzt so nah war. Sonntag Morgen war Wolki noch ein letztes Mal im Grand Prix dran. Das Abreiten war nicht so energisch wie sonst. Mal schauen …

Wolki sah schon außen um das Viereck überragend aus! Beide nahmen sich noch ein Mal zusammen … ohne Fehler! Mit 74,3% gelang den beiden ein persönlicher Rekord – und das im Grand Prix! Wir waren alle aus dem Häuschen!

Jetzt sammeln wir uns nochmals für Devil. Sanni war diesmal nervös. Sie spürte, dass ihr Ziel so greifbar war. Er bewegte sich während des Abreitens überragend; die Piaffen waren noch energischer, und er wollte keinen Fehler machen. Toll!

Das Niveau lag hoch. Mit diese Kür waren Sanni beim Horses and Dreams bei den Senioren schon mal 79% gelungen. Aber … noch nie gelang ihr diese Kür so perfekt! So sahen die Richter es auch: Wieder fünfmal Platzziffer eins. Und über die 80%-Marke!

Das dritte Triple ist erreicht!

Einmal bei den Junioren in Ermelo (NL), einmal bei den Jungen Reitern in Broholm (Den) und jetzt bei den U25! Großartig … Dabei in allen drei Prüfungen bei allen fünf Richtern souverän auf dem ersten Platz. Das haben wir auch noch nie erlebt.

Wir möchten uns nochmals bei den Reitern des deutschen U25-Teams bedanken. Die Stimmung war großartig – es hat Spaß gemacht!

Bei Herrn Koschel und Monica Theodorescu für das Vertrauen.

Bei Alex, die beide Pferde perfekt vorbereitet hat!

Bei Mama und Els, die nach der Kür Tränen in den Augen hatten! Da soll nochmal jemand sagen, dass Dressur langweilig ist :-)))

Bei dem weiteren Personal und dem ganzen Team um uns herum.

Bei der Deutsche Bank Akademie, die Sanni überall behilflich ist. Danke!!!

Nicht zu vergessen bei unseren Sponsoren … Ceecoach, Farm and Stable, NoConcept, Parlanti, Prinzenhaus, Roeckl, Samshield und Zandonà!

Beim Team Kasselmann: Chapeau! Es war wieder unübertrefflich. Bis zum nächsten Mal :-)))

Jetzt ist erst einmal eine Pause angesagt, danach geht es für die U25-Reiter weiter zum CDIO in Aachen. Dort lässt sich Sanni allerdings entschuldigen, da sie Alex, Semmie und ihre Stute auf der Fahrt nach Oliva Nova begleiten wird.

Sanni, Du bist die liebevollste, verantwortungsvollste Tochter, die wir uns vorstellen könnten.

Bleib so wie Du bist! Die Menschen und die Tiere werden es Dir weiter danken!

Mama xxx