Es war für viele vielleicht (logischerweise) fraglich, ob Semmie in Kronberg überhaupt an den Start gehen würde. Für uns war klar … wir
müssen weitermachen. Stehen zu bleiben ist keine Option.

Auch wenn ich das Nennen vor lauter lauter ganz vergessen hatte, als Maria (Schierhölter-Otte, Leiterin der FN- Abteilung Jugend) vorsichtig
nachhakte, habe ich es sofort erledigt.Dass es nicht einfach wird, war uns auch klar. Trotz aller Siege, die
unsere Kinder schon auf dieser wunderschönen Anlage erritten haben, liegt über diesem Turnier für uns auch ein Schatten: Im April 2013
erkrankte meinem Vater ganz plötzlich kurz vor Kronberg an Leukämie.

Semmie war bei den Ponys mit Domino Dancing genannt. Schon damals mussten wir uns sehr zusammenreißen … dieses Jahr war es wieder eine
sehr hohe emotionale Belastung für Semmie. Zu sehen wie ihr Vater Tag und Nacht arbeitet, grübelt , wie es weitergehen wird. Wie er für seine
Kinder so schnell wie möglich die Stallungen auf die Beine stellen möchte, damit sie ihre Pferde wieder zu Hause bei sich haben.
Aber so schnell läuft es nicht … auch Sven muss sich jetzt gedulden.

Es steht ein wichtiges Turnier an, und wir müssen uns jetzt auf Semmie konzentrieren. Opa hätte es so gewollt!
Wir stellten keine Ansprüche; sie sollte es nur einigermaßen gelungen abschließen. Aber Geisha rüttelte Semmie wach … “dann gehe ich eben
alleine“. So ein tolles Pferd, was für einen Einsatz sie immer wieder bringt.

Das gab Semmie die Bestärkung, am Samstag, als für die Jungen Reiter keine Prüfung anstand, das Training jetzt doch etwas zu vertiefen. Das
Training verlief wieder fast wie immer. Hoch konzentriert und voll motiviert.
Auch am Sonntag war sie mit beiden Stuten unschlagbar, und diesmal hätte
Geisha fast ihre Boxennachbarin übertroffen.
Zum zweiten Mal wurde ihr der begehrte Wanderpokal für die beste Junge Reiterin überreicht. Tief im Herzen verdankte sie es ihrem Opa, der von
oben bestimmt sehr stolz auf sie runtergeschaut hat und ihr den Mut gegeben hat weiterzumachen.

Gonnelien