Da Sanni und Wolki schon eine ganze Weile nicht mehr unterwegs waren, haben wir schweren Herzens auf die Süddeutschen Ponymeisterschaften in Pöttmes verzichtet, die am gleichen Wochenende stattfanden wie das Turnier in Donaueschingen.

Während ihres Auslands-Semesters pendelt Sanni immer mal wieder zwischen Kopenhagen und Frankfurt hin und her, damit sie ihre Vierbeiner nicht all zu lange vermissen muss. So war sie auch während der DJM in Bad Homburg, um das Training ihrer Pferde von mir zu übernehmen. Jeden Tag gab es ein kurzes Feedback, wie und was sie gerade geübt hat und woran sie gerade arbeitet.

Kurz vor Donaueschingen kam sie wieder nach Hause und war sofort voll motiviert, das Training wieder aufzunehmen. Sie machte es hervorragend – als ob sie keinen Tag weg gewesen wäre. Mittlerweile ist sie mit Wolki genau wie mit Ihrem Devil so eng zusammengewachsen, dass die beiden sich einfach "blind" verstehen.

Wir freuten uns auf Donaueschingen … seit Jahren sind wir sehr gerne auf diesem internationalen Turnier, das mit sehr viel Liebe bis ins Detail organisiert ist.

Auch wenn das Wetter dieses Jahr nicht immer mitspielte, hatten Sanni und Wolki Glück. Sie ritt genau zwischen den Regenschauern. Trotz allem hielt der Boden auf den Dressurvierecken hervorragend! Unser Dank gilt dann auch Dr. Kaspar Funke, der immer wieder versuchte, es jedem Recht zu machen. Danke, Kaspar!

Wolki lief eine selten gute Einlaufprüfung :-))) Bei zwei Richtern deutlich über 76%!!! Wahnsinn, wie toll Sanni es immer wieder schafft, Wolki so präzise vorzustellen. Mit deutlichem Vorsprung gewann sie ihre Prüfung.

Anja war dabei, um Sanni mit Wolki zu unterstützen. Das tat Sanni sehr gut, da die ganze Fliegerei und ihr Studium ihr doch sichtlich zu schaffen machten. So konnte sie zwischendurch mal abspannen, und auch wir hatten viel Zeit, uns mal intensiv um die Sanni zu kümmern. Endlich mal kein Turnier, wo Sven ständig zur nächsten Veranstaltung hetzt. Auch er kam mal zur Ruhe.

Während wir durch die Shops schlenderten, erreichte uns die Nachricht, dass ein Amtstierarzt bei den Springreitern war und die Pferde kontrolliert hat – mit dem Ergebnis, dass mehrere Springreiter eine Strafe bezahlen mussten, weil sie die Tasthaare an den Nüstern abgeschnitten hatten und die Ohren von innen ausgeschoren waren. Jeweils war mit 150€ Strafe zu rechnen; so bezahlten manche Reiter pro Pferd 300€! Wir haben es bis jetzt noch nie erlebt , das es dafür auf einem Turnier zu einer Geldstrafe gekommen ist.

Das Ausscheren der Ohren ist ebenso wie das Scheren das Tasthaare im Gesicht verboten (das sind die „Finger“ der Pferde!!!). Zur Info: Es spricht aber nichts dagegen, unschöne Haarbüschel außen am Ohr zu kürzen. Auch die langen Haare an der Kehle können vorsichtig gekürzt werden.

Am nächsten Tag waren wir erst kurz vor vier Uhr dran, also entschieden wir uns, Wolki morgens nochmal im Hauptviereck auf Trense ein bisschen zu bewegen. Von der Bundestrainerin gab es ein Kompliment für Sannis schönes, harmonisches Reiten. Toll!

Wolki war ein bisschen angespannt, was vielleicht noch auf den vorherigen Tag zurückzuführen war. Während der Siegerehrung hatte sie plötzlich sehr ängstlich auf die Zuschauer und/oder die Anzeigetafel reagiert. Man weiß es nicht, man versucht nur zu analysieren warum sie am zweiten Tag angespannter ist als am ersten Tag. Normalerweise fühlt sie sich von Tag zu Tag mehr zu Hause auf einem Turnier. Man kann es nicht ändern und nun hofften wir, dass es Sanni mit ihrer Routine dennoch schaffen würde, Wolki schön kontrolliert durch die Prüfung zu lenken. Das gelang ihr sehr gut; auch wenn es nicht ihre Bestleistung war, waren wir den Umständen entsprechend sehr zufrieden.

Anja hatte während der Siegerehrung schon alles wieder eingepackt, sodass Wolki um 19:45 schon wieder ihren Stall in Bad Homburg beziehen konnte und wir noch einen schönen Abend mit unseren Kindern verbrachten.

Gonnelien