Zu Hause angekommen hatten wir noch einiges einzupacken. Heute morgen konnte ich bis 6:45 schlafen und habe mich dann gefreut, meine Ponys und Geisha reiten zu dürfen.

Als erstes war meine schwarze Perle dran. Immer wieder beeindruckt Geisha mich mit ihrer Eleganz, ihrer Ausstrahlung und ihrem Einsatz, einfach mein Traumpferd. Danach mein Flugzeug, die schon zum Abheben bereit war. Es ist so schön, wenn man mit großen, schwarzen Knopfaugen begrüßt wird, die einfach nur strahlen. Paso "blubberte" wie sonst auch. Das war mein Zeichen: "Semmie, ich hätte gerne etwas leckeres." Wie immer war es toll, sie zu reiten. Sie gibt immer ihr Bestes und scheint sich auf die Trainingsstunden zu freuen, so auch heute morgen. Nach einem lockeren Training war dann mein Deini dran. Mama musste noch schnell weg, um die letzten Erledigungen in der Stadt zu machen. Während Mama alles besorgte, scharrte Deini schon mit seinen Hufen. Voll motiviert hatten wir beide eine spaßige Trainingseinheit mit leichtem Sitz und Zügel aus der Hand kauen.

Die beiden Kleinen haben sich so sehr angestrengt. Wahrscheinlich dachten sie, es ginge um ihre Euro. Leider musste ich die beiden da enttäuschen, aber heute haben die beiden und Geisha mir noch einmal klar gemacht, wie besonders Reiten eigentlich ist. Beim Reiten hat man die Möglichkeit, mit einem Lebewesen zu kommunizieren und zu harmonieren, ohne zu reden. Man vergisst so schnell, wie außergewöhnlich das eigentlich ist, und ich glaube, jemand, der noch nie etwas mit Pferden zu tun hatte, kann gar nicht verstehen, wie innig eine Freundschaft und Verbundenheit mit einer 400 kg schweren Kreatur sein kann. Pferd und Reiter lernen die Blicke des anderen einzuordnen, bis man sich blind versteht und genau weiß, was der Andere meint. Das nennt man dann Dressur; so gut wie ohne sichtbare Hilfen alles können. Meine drei machen mir das immer wieder klar und lassen mich dies immer wieder schätzen. Reiten ist und bleibt besonders.

Nach dem Reiten war ich schon überglücklich, und so ziemlich nichts konnte mich noch runterholen. Danach war dann noch ein bisschen "Wellness" für mich angesagt. Ab zum Nagelstudio. Im Nagelstudio habe ich einen großen Fanclub. Alle finden Geisha wunderschön und sind begeistert, wenn sie von meinen Geschichten hören. Sie drücken mir immer ganz fest die Daumen und warten gespannt auf mein Feedback und meine Beschreibung vom Turnier.

Als ich dann zu Hause ankam, ging es weiter mit einpacken. Ich hatte noch Äpfel und Karotten für Geisha besorgt, damit ich sie schön verwöhnen konnte. Dazu gab es noch die Instyle für mich, damit ich auf der langen Fahrt noch etwas zu lesen hatte. Im Stall angekommen, wartete mein Rappstütchen schon auf ihren Spaziergang. Ab in die Halle mit uns beiden und los ging das Laufen. Immer mal wieder bekam ich einen Stups von hinten, und ab und zu gähnte Geisha gelangweilt. Naja wir wollten ja beide Kondition haben also zogen wir die letzten Minuten durch … als auf einmal unsere nette Mieterin Frau Otto angerannt kam und meinte, dass Tracy vom Pferd getreten wurde. Am Ende stellte sich heraus, dass sie drei Risse im Kiefer hat, aber Tracy hat es sich nicht nehmen lassen mitzukommen nach Vidauban.

Jetzt sitzen wir gerade im LKW und fahren durch die Nacht. In Lyon treffen wir uns dann wieder mit dem ganzen deutschen Team, und dann geht es weiter nach Vidauban.

Bis dann

Semmie

(P.S. Fotos folgen)