Hallo liebe Leute,

ich bin’s mal wieder … Semmie. Viele hatten gefragt, ob ich wieder blogge, und da wir momentan im Stau stehen, habe ich mir gedacht, dass ich mal anfangen könnte 🙂

Als Mama und Papa abends als Stammgäste zu Da Vinci essen gegangen sind, war ich mit dem Team im Hotel essen. Endlich hatte ich mal Zeit, meine Teamkollegen richtig kennenzulernen. Auf den Turnieren war es bisher immer zu stressig für mich, da ich mich sofort nach Geisha auf meine zwei "Kleinen" konzentrieren musste. Da blieb ehrlich gesagt fast keine Zeit für "Smalltalk". Ich muss echt sagen, dass alle echt nett sind. Durch Sönke und Sanni kannte ich natürlich ein paar von den Großen schon wie zum Beispiel Bianca und Vivi. Anna kannte ich auch schon von der Ponyeuropameisterschaft 2012 in Fontainebleau, als ich Goldi dabei hatte und sie Donni. Aus dem Juniorenteam kannte ich eigentlich keinen "richtig". Pauli kannte ich ein wenig durch die Ponyzeit, aber sonst kannte ich die anderen beiden gar nicht. Deshalb war ich auch schon etwas aufgeregt, weil ich ja noch nicht ahnen konnte, dass wir uns auch alle sooo gut verstehen. Alle drei sind echt super nett und ich komme mit allen super klar. Das ist doch schonmal etwas! Alexa ist auch noch zum Lehrgang dazu gekommen, was wir alle sehr schön fanden …

Am nächsten Morgen stand sofort um 8 Uhr die Einkleidung an. Dort sind wir dann alle zusammen hingegangen. Ich habe Mama und Papa nochmal ein bisschen Zeit zum Ausruhen gegeben, da die beiden echt müde waren von dem ganzen Stress in den letzten Wochen. Als wir dann in den Raum reinkamen, fingen die meisten an zu grinsen. Frau Grundmann zeigte mir wo mein "Päckchen" (wohl eher Gepäck) lag. Total bewundernd schaute ich durch meine neuen T-Shirts und Geishas Satteldecken und Decken. WOW. Aber das war noch nicht alles.

"Jeder nimmt sich bitte noch einen Putzkasten mit Effol-Produkten, wenn das für euch okay ist", sagte uns Frau Grundmann. Nein das war natürlich überhaupt nicht okay … sondern eher total klasse.

Als wir schließlich alles bekommen hatten, merkte ich erst, was auf mich zukam. Ich musste ganz alleine 1 Putzkasten, 5 Schabracken, 2 Decken, 3 T Shirts und 1 Jackett tragen. Ich hatte so meine Technik, wie ich alles auf einmal tragen konnten, bis es dann kurz vor dem Stall doch alles runterfiel … Oops, das war nicht der Plan, aber zum Glück IST den schönen Sachen nichts passiert.

Danach fing ich, an Geishas Box auszumisten. Als ich einen frischen Ballen Späne in ihre Box legte, hörte ich Vivi hinter mir: "Semmie, da will dir jemand helfen." Als ich mich umdrehte, sah ich Geisha mit ihrem unschuldigen Blick, Öhrchen nach vorne, wie ein Zirkuspferd mit ihrem Vorderbein auf dem Späneballen. Sie fing an, ihn zu zerkleinern, aber war dann doch froh, als ich es für sie zu Ende brachte und sie sich endlich hinlegen konnte. Sie ist so ein witziges Pferdchen.

Dann stand Training an. Die Mannschaftsaufgabe. Es war schon echt heiß … 28 Grad, aber daran durfte ich gar nicht denken, weil es in Vidauban nochmal 10 Grad wärmer wird. Bei dem bloßen Gedanken muss ich schon schwitzen.

Wir wurden alle gefilmt, damit wir dann im Nachhinein zusammen mit Herrn Meyer zu Strohen unsere Fehler und Stärken analysieren konnten. Als ich dann dran war mit meiner Videoanalyse, war ich schon ein bisschen nervös, ob der Bundestrainer zufrieden war mit meiner Leistung. Er hat mich sehr gelobt, dass ich es mittlerweile auch mal schaffe, Geisha zu verbessern an einigen Stellen und nicht immer einfach nur "mitreite". Das hat mich natürlich tierisch gefreut und hat mich nochmal motiviert. Natürlich gäbe es auch viele Kleinigkeiten, die man hier und dort verbessern kann, aber dafür, dass Geisha und ich noch nicht mal seit einem Jahr ein Paar sind, bin doch sehr stolz auf unsere Leistung.

Nach der Videoanalyse habe ich mich entschieden mit Geisha nochmal ein bisschen locker "gute Laune Training" zu machen. Es hat ihr und mir großen Spaß gemacht. Dadurch, dass ich bei der Videoanalyse meine ganzen Fehler gesehen habe (auch mal von unten), konnte ich mich voll und ganz darauf konzentrieren. Ich habe besonders auf meinen Sitz geachtet, da ich ja nicht perfekt sitze, aber ich muss zugeben, es ist manchmal doch echt etwas schwieriger, die schwarze Pantherin zusammen zu halten als mein Barbiepony oder mein Flugzeug. Das ist aber noch lange keine Ausrede, deswegen üben wir fleißig weiter.

Jetzt stand die Physio an. Als einzige kam ich in Reitklamotten direkt vom Pferd, da die anderen sich schon geduscht hatten. Ich hatte da schon ein schlechtes Gewissen, dass ich der armen Frau das zugemutet habe, hahaha, aber sie kannte mich schon aus den Ponyjahren. Wir haben uns gefreut, uns wiederzusehen. In der halben Stunde, in der sie mich durchgeknetet hat, hatten wir viel Zeit zum Quatschen. Das ist auch mal schön, so verwöhnt zu werden.

Der Tag klang in Ruhe aus, und es war Zeit für meine Raubkatze und mich, endlich zu schlafen nach einem lehrreichen und aufregenden Tag.

Kikerikiiiii

Der nächste Tag stand an.

Um 9:30 Uhr waren Geisha und ich mit dem Training beim Bundestrainer dran. Aufregend wie die Male zuvor. Das Training verlief gut, und alle waren zufrieden. Fertig mit dem Reiten, haben Mama, Tracy und ich Geisha schön abgewaschen und einshampooniert. Ich glaube, dass sie es sehr genossen hat, endlich mal ganz allein unterwegs zu sein ohne die zwei Zwerge. Während wir Mädels uns um die Wichtigste kümmerten, fing Papa schon an, den LKW einzupacken, damit Geisha früh genug nach Hause kam … tuff tuff tuff, der LKW rollte wieder, und diesmal ab nach Hause.

Mama und ich sind noch in Warendorf geblieben, da ich um 14:30 noch Physio hatte. Um die Zeit ein bisschen zu vertreiben, haben wir uns die Trainingsstunden der anderen Reiter angeschaut, von denen ich viel lernen konnte als Jüngste des Teams. Es gab viele interessante und lehrreiche Tipps, die ich durchaus auch auf mein Pferdchen anwenden kann. Claire schloss das Training ab, und wir entschieden uns, alle zusammen lecker essen zu gehen.

Dort kam dann die Diskussion. Wir hatten uns im Voraus schon entschieden, dass wir alle ein weißes Kleid anziehen zum Einmarsch der Nationen. Einfach, dachte ich. Ein weißes Kleid gibt es doch an jeder Ecke. Falsch gedacht, liebe Semmie, hahaha. Mama und ich mussten ganz schön lange suchen, bis wir ein Passendes hatten. Und dann kam es noch besser. "Eine sehr gute Wahl mit dem cremefarbenen Kleid", meinte die Verkäuferin. Das mussten Mama und ich erstmal schlucken. Verflixt, wir hatten so lange gesucht und dann ein cremefarbenes gekauft anstatt eines weißen. Also habe ich das vorsichtig angesprochen beim Mittagessen, als alle erleichtert meinten: "Zum Glück, ich habe auch kein ganz weißes gefunden." Da fiel Mama und mir erst mal ein Stein vom Herzen.

Eine sehr schöne Überraschung hatten wir dann heute, als wir zurück kamen vom Essen. Florine und Ferdi waren da. Die beiden sind nach Warendorf gekommen, damit Florine nochmal mit Oli trainieren konnte. Da habe ich mich natürlich gefreut. Die beiden sind so herzlich und nett. Sie schicken mir immer Bilder, wie sie von zu Hause auf ClipMyHorse die Ritte verfolgen und Daumen drücken zusammen mit Caro. Das war natürlich eine wirklich schöne Überraschung für mich. Aber mir blieb nicht viel Zeit, und dann musste ich schon los zur Physio.

Diesmal war es eine andere Frau, die ich noch nicht kannte. Sie war auch sehr nett, und wieder mal hatte ich Zeit zum Quatschen. Direkt nach der Physio sind Mama und ich losgeflitzt in Richtung Frankfurt. Papa war schon längst zu Hause angekommen, und wir fuhren gerade erst durch das DOKR Tor.

Jetzt stehen wir im Stau und müssen noch ein bisschen fahren, bis wir zu Hause sind. Ich freue mich schon darauf, meine Zwerge wieder zu sehen (Deini, Paso, Neele, Nelly, Joy, Asia, Antasia) und natürlich meiner restlichen Familie alles zu berichten.

Semmie