Wir sind glücklich wieder heil zu Hause angekommen. Es war eine sehr anstrengende, aber auch eine sehr schöne Euro — mit ihren Höhen und Tiefen.

Das Wetter mit Temperaturen von über 37 Grad Celsius machte die Sache nicht leichter. Mehrere Ponys und auch Reiter hatten damit zu kämpfen. Deini steckte die Temperaturen super weg und unser "Problem" war eher, ihn ruhig zu halten.

Nach der verpatzten Mannschaftsaufgabe haben wir uns ganz auf die Einzelwertung konzentriert.

Seit der Pony-Euro in Freudenberg (2007) ist es so, dass höchstens drei Reiter pro Land im Finale an den Start gehen dürfen, auch wenn man unter den besten 15 ist. Diese Regel gilt bei anderen Championaten auch (vom Großen Preis von Aachen bis hin zu Olympia), und sie soll dafür sorgen, dass nicht immer dieselben starken Nationen in der Kür unter sich bleiben. Allerdings gab es anfangs noch eine Trostrunde. Jetzt ist es so, dass das Turnier für eine aus der Mannschaft mit der Einzelwertung auf jeden Fall beendet ist. Wir wussten, dass entweder Hannah oder ich rausfliegen würde. (Das ist schon bitter, wenn man bedenkt dass Hannah ja am Ende eine super Punktzahl geritten ist.)

Ich habe mich richtig ausgeruht und mir ganz genau überlegt, wie ich Deini abreiten werde. Wir wollten ihm lieber ein bisschen ruhiger haben, denn mit einer fehlerfreien Prüfung ist er immer vorne dabei. Während der Prüfung konnte man auf der Anzeigetafel die aktuellen Prozente sehen. Mir wurde erzählt, dass ich bis zu den Galoppverstärkungen noch vor Phoebe lag. Da ich keine unnötigen Fehler machen wollte, bin ich die Verstärkungen auch nicht ganz auf Angriff geritten. Mit 78,46 % hatten Deini und ich nicht nur den Platz für das Finale geschafft, sondern auch den Platz auf dem Treppchen! Ich war so stolz auf meinen Deini!!! Schade war es für Dini, dass sie knapp eine Medaille verfehlte. Damit war ich die einzige Deutsche mit einer Einzelmedaille. WOW.

Die Kür stand noch an, und Dini hatte in Warendorf auf dem Lehrgang als einzige ihre Kür nochmal richtig geübt. Vielleicht würde sie in der Kür noch eine Medaille schaffen? Oder Sophie mit Vogi? Es ging ja alles wieder bei Null los.

Deini lief sehr schön beim Abreiten, und ich hatte ein sehr gutes Gefühl. Wir waren letzte Starter nach Dini. Ich entschied, spät rein zu reiten, da das Gejubel bestimmt groß werden würde nach Dinis Kür. Deini lief sehr schön, leider war ich teilweise einen Tick vor der Musik. Der Unterschied zu Nummer zwei war sehr knapp, aber es reichte wieder für eine Einzelmedaille. Ich war erleichtert, dass sich Deini wieder so gut gefangen hat und dass er so toll mitkämpfte. Danke, Deini :-)))

Leider wurde unser Weltrekord um ein Zehntel übertroffen, aber Weltrekorde sind nun mal dazu da, gebrochen zu werden. Eins nimmt man Deini auf jeden Fall nicht mehr weg, und zwar, dass er das allererste (und bis jetzt einzige) Pony ist, das in einer klassischen Aufgabe die 80% Marke geknackt hat. Für mich ist er ein Goldpony!

Jetzt hat er seine Box wieder bezogen, und wenn er ausgeschlafen ist, darf er erst einmal auf die Koppel. Eine lange Pause wird es aber nicht geben, da in zwei Wochen die DJM in München anstehen. Da möchte ich gut vorbereitet sein — mal schauen, welches Pony mit darf.

Danke an alle, die uns lieb haben und an uns geglaubt haben!!!

Nicht zu vergessen alle unsere Fans und die Kerzen, die für uns gebrannt haben!

Danke,

Semmie