Hallihallo,

ich bins mal wieder, Semmie.

Warendorf – die Stadt der Pferde – hat mal wieder gezeigt, was für tolle Pferde und Reiter Deutschlands Jugend hat. Ob bei den Ponies, Junioren oder besonders den Jungen Reitern, überall fallen besonders tolle Paare auf, die sich über den Winter verbessert haben und sich jetzt in Topform zeigten. Auch ich hatte das Glück, mit meinen Stütchen mitreiten zu dürfen. Es ist schon ein tolles Gefühl, beim Preis der Besten dabei sein zu dürfen da dies impliziert, dass auch wir zu den Besten gehören.

Auf der Fahrt zum Preis der Besten bin ich alte Bilder bei unseren Impressionen durchgegangen, und da ist mir bewusst geworden, wie oft ich schon die Möglichkeit hatte, bei diesem Turnier mit tollen Ponies/Pferden zu glänzen. Alles angefangen mit dem „Dicken“ der mich damals mit meinen erst 11 Jahren in meine erste richtige Saison getragen hat. Was war das für eine schöne Zeit … danach folgten tolle Jahre mit Deini, Goldi und Paso, mit denen ich oft die Ehre hatte, die Schärpe mit nach Hause nehmen zu dürfen. Dann wurde es sehr spannend für mich, als ich zu den Großpferden wechselte mit meiner Geisha. Mit ihr und Deini schaffte ich sogar 2015 den Doppelsieg … danach kam meine süße Daisy dazu in mein Team.

Dieses Jahr war jedoch ein ganz besonderes für mich … das erste Mal bei den Jungen Reitern! Das Jahr von Domino kommt mir noch wie gestern vor, obwohl es schon 6! Jahre her ist. Jetzt gehörte ich zu den Großen. Schon ein komisches Gefühl finde ich. Klar war ich nervös, weil ich ja weiß dass meine Stuten unglaublich begabt sind und es Ihnen an nichts fehlt, um sogar bei den Jungen Reitern zu gewinnen. Es lag also nur an mir … Natürlich ist das Training für diese Tour für mich selber viel anspruchsvoller als wenn ich mich jetzt für die Juniorentour entschieden hätte, aber ich neige ja dazu, mir Sachen manchmal komplizierter zu machen … hahaha.

Nach gestern war ich zufrieden, aber man möchte sich ja immer noch steigern, besonders wenn die Pferde keine Grenzen haben. Daher waren meine Ansprüche an Daisy heute schon sehr groß, was leider nach hinten losging. Naja, was soll man machen? Das muss auch mal passieren, und davon werden wir nur stärker. Daisy machte nichtsdestotrotz einen tollen Job und probierte alles, aber ich war noch nicht in der Lage, sie richtig glänzen und tanzen zu lassen. In solchen Momenten neigt man natürlich dazu zu zweifeln, ob es die richtige Entscheidung war, schon ein Jahr früher zu den Jungen Reitern zu wechseln … aber ich bin der festen Meinung, dass es absolut richtig war! Daisy und Geisha haben schon alles bewiesen in der Juniorentour. Außerdem ist unser großer Traum doch auch Grand Prix, also will ich weiter und neue Herausforderungen annehmen. Und Daisy und Geisha haben ja schon in Münster, Valencia und Kronberg gezeigt, dass sie überragende Pferde für diese Tour sind. Das ist ja auch alles Meckern auf hohem Niveau 🙂

Für mich hieß es trotzdem erstmal schlucken und abhacken. Der Panther stand schon bereit und glänzte toll wie immer (vielen Dank an Alex für ihre ganze Mühe! Ohne sie wäre das alles nicht möglich, und es ist immer toll, wie sie mitfiebert!) Ich wusste jetzt, worauf ich noch mehr achten musste um die gleichen Fehler bei Geisha zu vermeiden. Es war auch toll, dass Sönke extra kam mit seinem besten Freund Julian. Daher konnte Sönke zusammen mit Mama und Papa hilfreiche Tipps geben und mir beim Abreiten helfen. Geisha war super drauf und fühlte sich toll an! Sie ist so eine Kämpferin … sie gibt immer 110% wenn nicht mehr. Ihre Prüfung war auch noch nicht ganz fehlerfrei, aber trotzdem machte sie mir Mut, dass wir doch im richtigen „Lager“ sind 😉

Beide Stuten gaben alles und haben sich auf keinen Fall schlecht gezeigt, aber wir gehen doch mit ein paar Hausaufgaben nach Hause. Besonders ich freue mich auf die nächsten Wochen, weil ich mal wieder gemerkt habe, dass ich noch viel an meinem Reiten verbessern kann. Das Gefühl vom Abreiten ins Vierreck zu bringen und so weiter. Aber wie sagt man so schön, was einen nicht umbringt, macht einen nur noch stärker. Und so fahren wir jetzt guter Dinge nach Hause und wissen jetzt wieder, woran wir arbeiten müssen, um bei so einem starken Feld auch die oberen Platzierungen aufzumischen. Wie Carl Hester auch sagt: „Wer nicht an sich selber arbeitet und keine Kritik verträgt, ist bei der Dressur im falschen Sport!“

Ich bin total stolz, dass ich, auch wenn wir hier nicht unsere Bestleistung abrufen konnten, trotzdem mit beiden (!) Stuten insgesamt Dritte werden konnte. Besonders die Jungen Reiter zeigten ganz tollen Sport auf sehr hohen Niveau, wo Hannah und Jil mit 77% um den Titel kämpften … wow, was sind die alle toll geritten. Das motiviert uns natürlich noch mehr, dran zu bleiben und weiter zu üben! Der heutige Tag war sehr lehrreich für mich, und ich freue mich jetzt, daran zu arbeiten und hoffentlich demnächst meine Stuten wieder glänzen zu lassen.

Jetzt sind wir erstmal überglücklich, dass wir für Wiesbaden und Hagen nominiert wurden. Mal sehen, wo die Reise hinführt, aber egal wie, ich bin so stolz auf meine Stuten und auf das ganze Team, das hinter uns steht. Ihr seid der Hammer! Vielen Dank besonders an Mama und Papa, die von morgens bis abends für uns kämpfen und arbeiten, damit sie uns das alles ermöglichen können. Vielen Dank dafür, dass ihr mir zwei beste Freundinnen auf vier Hufen schenkt! Danke an Sanni, Sönke, Jan und auch Julian für euer Mitfiebern und dass ihr extra für mich gekommen seid. Dann natürlich an alle, die dafür sorgen, dass meine Pferdchen glücklich sind und so toll aussehen 🙂

Jetzt gibt es erstmal eine Pause, für die Pferdchen auf der Weide und für mich, bis es weiter geht mit dem Training für die nächsten Turniere. Vielen Dank für die tollen Gästebucheinträge; ich habe mich sehr darüber gefreut. Wir üben fleißig weiter, und ich werde euch auf dem Laufenden halten 🙂

Bis dann,

Eure Semmie 🙂