Jedes Jahr freuen wir uns wieder auf das schön organisierte Turnier in Kronberg. Nicht nur, weil es nur 15 Minuten von uns entfernt ist, sondern auch, weil es für unsere Pferde das erste Freilandturnier ist … und das gleich als Sichtung zum Preis der Besten. Da sind wir schon ein bisschen nervös :-))) Man möchte sich natürlich verbessern, und die Latte liegt ja schon richtig hoch!
Wir haben die Osterferien genutzt, um alles noch mehr zu verfeinern. Wir haben Videoaufnahmen und Sitzübungen gemacht und mit unserer "Personal Trainerin" gearbeitet. Tetje, Luc und Oma kamen extra aus Weert (NL), um Semmie beim Training zuzusehen. Mit Tetje konnten wir uns gut über Goldi unterhalten (sie kennt Goldi wie sonst niemand!). Oma war begeistert, wie Semmie mit ihren drei Ponys und an sich selber arbeitete. Sie sah, wie das Training von Tag zu Tag einfacher wurde, weil Semmies Ponys wirklich schon top an den Hilfen standen. Ihre berechtigte Frage war dann auch: " Sind die Ponys nicht zu früh in Top-Form?" Nein, Oma, das gibt uns Selbstvertrauen. Von Deini war sie seines schönen goldenen Fells wegen richtig angetan: "Der sieht doch schon aus wie ein Goldpferdchen."
Papa (als Richter) war für die korrekten Hufschlagfiguren zuständig, und damit er alles beweisen konnte :-))), auch für das Video. Danke, das hat Semmie unglaublich weiter gebracht! Jeden Morgen saß sie am Frühstückstisch und schaute sich das Training des vorherigen Tages an. Ich wusste davon nichts, aber das nächste Training verlief dann optimal. Oma hat es mir dann verraten, weil ich nicht verstehen konnte, weshalb es jetzt auf einmal so toll klappte und wir uns wirklich schon auf einem sehr hohen Niveau unterhielten.
Noch dazu kamen die Sitzübungen und die Dehnübungen mit Michaela. Da wir uns sehr intensiv zusammen über das Trainingsprogramm unterhalten, stimmt Michaela ihren Trainingsplan super auf Semmie ab. Vor wichtigen Turnieren werden nur Dehnübungen gemacht, und zwischen den Turnieren gibt es ein Ausdauerprogramm, was Semmie allerdings viel mehr gefällt 🙂
Die Zusammenarbeit mit unserem Personal ist einfach Spitze! Ob Schmied, Futter, Paddock, Aquatrainer, alles herrichten — vor so einem wichtigen Turnier ist schon Teamarbeit gefragt. Schön, dass es zur Zeit so wunderbar klappt! Mein Dank geht dann auch an Steffi, Maria, Joanna, Lisa, Justine und natürlich unsere starken Jungs.
Dass dann noch das Stirnband von Goldis Trense am Mittwoch schnell repariert wurde, so dass wir nicht darauf verzichten mussten , war schon eine echte Leistung der Firma Steiper. Danke, Simone!
So sieht man mal wieder, bevor wir losfahren, passiert zu Hause schon das ein oder andere. Letztendlich ist man dann froh, wenn es losgeht. Am Freitag waren wir in Kronberg noch kurz auf dem Hauptviereck. Da merkten wir schon, dass Goldi alles ein bisschen spannend fand, aber sie war dennoch voll auf Semmie konzentriert. Dass Deini schon öfters in Kronberg war, merkte man sofort.
Wir entschieden uns, morgens mit Goldi um 7:15 Uhr noch einmal auf dem Hauptviereck zu arbeiten. So ganz entspannt war sie immer noch nicht, obwohl sie fantastisch motiviert war! Wir wollten sie darum nicht unnötig müde machen.
Semmie ritt Deini von Feinsten, sie hatte ihn so toll oben dran stehen. Mit unter anderem zweimal 9 für seine einfachen Wechsel und drei mal einer 8 für Semmies Sitz kam sie auf 75,6%!
Wie immer lief Goldi beim Abreiten super konzentriert. Semmie wusste, was auf sie zukam, Goldi fand die kurze Seite bei C schon sehr spannend, dennoch schaffte Semmie es immer wieder, Goldis Stärken zu zeigen. Sie bekam wie schon so oft eine 9 für ihre Trabverstärkungen und wieder 8ten für ihren Sitz. Somit wurde sie mit diesem schon sehr schwierigen Ritt  immerhin noch Dritte mit 72,2%. Auf die Richterkommentare, wie "sehr geschickt geritten" war Semmie richtig stolz. So entschieden wir uns, Goldi für die Siegerehrung zu nehmen, damit sie nochmal (für morgen) auf dem Viereck war. Semmie nutzte ihre Siegerehrung und ließ Goldi hinterher nochmal schön rund galoppieren. Man konnte zusehen, wie Semmie ihr Goldpony davon überzeugen konnte, dass die kurze Seite bei C gar nicht so schlimm war. Super, Semmie!
Da wir Sonntagmorgens nochmals mit Goldi auf das Vierreck wollten, haben wir auf die nette Einladung der Familie Linsenhoff-Rath verzichtet und gingen früh schlafen.
Sonntag früh sah alles schon ganz anders aus, Goldi war zwar noch ein wenig angespannt, aber ihr Gesichtsausdruck war nicht mehr so ängstlich.
Deini war wieder vor Goldi dran und ging Spitze — bis auf die Rechtsdiagonale Mittelgalopp und den einfachen Wechsel. Er sprang um, und Semmie schaffte es nicht, ihn wieder rechtzeitig in den Rechtsgalopp zu bekommen um den einfache Galoppwechsel zu zeigen. Damit standen mehrere Note unter 4 auf seinem Protokoll. Schade, aber wenn man mit soviel Risiko reitet, kann das schon mal passieren. Mit 73,4% war er dennoch super mit dabei. Man kann sich ausrechnen, wenn diese zwei große Fehler nicht passiert wären, was er dann für Punkte bekommen hätte. Mit Goldi war Semmie sehr zuversichtlich , nicht nur, weil ihre Tante schon prophezeit hatte, dass Goldi das schon machen wird. Danke, Ardy!!!
Das Abreiten sah so harmonisch aus, und Goldi tanzte förmlich durch die Abreitehalle. Mir war ganz egal, wie Goldi in der Prüfung laufen würde, was die beiden da zusammen machten, war "ganz großes Kino"! Wow! Herr Scholten, Papa und ich, wir wussten, wenn sie es schafft, das einmal im Viereck zu zeigen …dann … lassen wir uns einfach überraschen!  Auch wenn sich das jetzt komisch anhört, aber wenn jede Parade sitzt, jeder Muskel schwingt und wir Gänsehaut bekommen … geht es nicht mehr "nur" um die Goldene Schleife, sondern um das Arbeiten MIT deinem Pferd! Viel hat da auch Tante Tet beigetragen, die nach jeder Prüfung mit Semmie gesprochen hat und es immer wieder schafft, Semmie unglaublich viel Selbstvertrauen zu geben! Danke, Tet! Damit haben wir unseren eigenen Mentaltrainer in der Familie :-))
Als letzte Starterin durfte sie dann das Vierreck betreten, wir beschlossen, uns ein bisschen Zeit zu lassen, damit die Protokolle schon abgeholt waren und jeder seinen Platz gefunden hatte. Das Risiko ist dann natürlich, dass der Richter bei C ganz schnell klingelt, aber das nahmen wir in Kauf, und Semmie war darauf vorbereitet. Es kam so wie erwartet, es wurde schnell geklingelt, und sie fingen ihre Prüfung an. Noch nicht ganz spannungsfrei, aber mit viel Ausdruck ging es schon gleich mit dreimal der Note 9 für den Mitteltrab los. Eine schöne Runde trotz ein paar Spannungsfehlern, 75,4% ! Wow! Semmie wurde von vielen gelobt für die tollen Übergänge und das Zusammenspiel mit ihrem Pony, das immer mit gespitzten Ohren durchs Viereck lief — Happy Horse, Happy Rider!

–Gonnelien