Erinnerung an die Olympischen Spiele in Athen 2004

Die Brandschutztür zum Nachbarstall

Das mit „ ich schreibe morgen weiter …“, daraus wurde dann leider doch nichts.

Es immer noch unfassbar.
Morgens hört man die Vögel zwitschern … der Frühling ist schon im Anflug, gleichzeitig sorgen Sturmböen mit Starkregen gepaart für nasse
und ungemütliche Tage. Zwei Bäume haben leider das Unwetter nicht überstanden. Weitere Fichten müssen in Kürze gefällt werden, da der
Borkenkäfer es auf sie abgesehen hat.
Es ist alles so unfassbar, als ob es einfach nicht aufhört. Alles weht über den Hof. Viel anfassen dürfen wir nicht. Mit Flatterband wurde der
Stall abgetrennt. Lediglich die Steine durften wir schon von den Holzteilen trennen und das verbrannte Heu und Stroh wegfahren.
Jeden Tag findet man etwas „Neues“, verkohlte Kleidungsstücke und alte Schulsachen liegen zwischen verbranntem Holz und Stahlträgern.

Am Ostermontag 1980 brannte dieser wunderschöne Hauptstall, damals noch Stutenstall genannt, schon einmal. Leider konnte damals nur eine Stute
gerettet werden, 25 wurde Opfer des Feuers. Das Problem lag darin, dass die Pferden keine Außentüren hatten, so dass man sie nur durch die
Stallgasse retten konnte.
Der Stall wurde mit viel Liebe ganz neu konzipiert. Mit 16 Quadratmeter großen Boxen, wobei alle Pferde eine Fensterbox hatten inklusive
Außentür, und Brandtüren zwischen den Stalltrakten wurde er wieder aufgebaut.

1996 zogen unsere Pferde ein. Ein Traum, was für ein Paradies. Diese Ruhe, große Boxen und ganz viel Auslauf für die Pferde. Da ab jetzt
nicht nur gezüchtet wurde, sondern auch das Training auf dem Erlenhof stattfand, wurde aus einer Bewegungshalle unsere neue kuschelige, auf
jedes Wetter vorbereitete kleine Reithalle.

Unsere Rentner und Youngster nutzten die riesigen Wiesen intensiv und fanden sich je nach Rangordnung zu großen Gruppen zusammen. Auch an
unsere Hengste wurde gedacht. Hoch eingezäunt genossen sie ihre Freiheit auf ihren Paddocks. Auch für alle Sportpferde standen sowohl Gras- als
auch Sandpaddocks zur Verfügung.

Unsere Ideen und Erfahrungen konnten wir langsam verwirklichen. Für unsere Pferde war die Anlage perfekt, im eigenen Spa-Bereich mit
Aquatrainer und Spa (Whirlpool) fehlte es unseren Pferden an gar nichts.
Nachdem wir uns bis jetzt selber immer zurückstellten für das Wohl unserer Pferde, hatten wir uns für dieses Jahr fest vorgenommen, auch
unsere eigene Gesundheit nicht zu vernachlässigen.

Jetzt stehen wir wieder ganz am Anfang …

Für uns ist ganz klar, das Wohl unserer Pferde steht weiter im Vordergrund. Wie wir es wieder aufbauen können, hängt von vielen
Faktoren ab. Es wird dauern, bis unsere Pferde wieder auf dem herrlichen Erlenhof zu Hause sein werden. Luna und Kantate sind nach wie vor in
einem kritischen Zustand, sie kämpfen aber weiterhin tapfer mit. Bitte drückt ihnen die Daumen.

Trotz allem danke ich Gott, dass unseren Kindern und ihren Lebenspartnern nichts passiert ist und wir uns als Familie glücklich
schätzen dürfen, das noch Schlimmeres verhindert wurde.

Gonnelien