Schon seit mehreren Jahre genießen wir es, mit unseren Pferden die Freilandsaison im Süden zu starten, ehe die großen und wichtigen Qualifikationen losgehen. So wissen wir rechtzeitig, woran wir unbedingt noch arbeiten oder was wir vielleicht ändern müssen/sollten.
Leider konnte uns Sanni aus beruflichen Gründen nicht begleiten. So kümmerten sich Sanni und Jan um unsere „restlichen“ Vierbeiner. Danke!!!
Laut Online-Wetterdienst hatten wir ganz tolles Wetter zu erwarten. Das freute uns … besonders für unsere Pferde.

Nach dem Vetcheck am Donnerstag ging es Freitag endlich los.
Semmie und Geisha waren unsere „Vorreiter“. Vor dem ersten internationalen Freiland-Start sind wir immer wieder nervös. Die Messlatte hängt immer höher … die Ziele sind schon wieder gesteckt.
Die Bedingungen waren hervorragend, also konnten wir uns freuen. Leider schlichen sich zwei größere Fehler ein, trotzdem gaben die beiden ein super Bild ab. Mit deutlich über 73% waren wir mehr als zufrieden.
Jetzt kam Daisy. Viel Zeit blieb nicht zwischen den beiden Starts, also schnell zum Stall.
Auch hier Kleinigkeiten … das geht noch viel korrekter. Eine Volte zu groß, die andere etwas zu klein, das Halten zu früh … Andererseits gab es 9en für beide Schrittpirouetten!! Und … bei zwei Richtern eine 9 für Semmies Sitz. Spitze!
Mit fast 76% übertraf Daisy schon wieder alle Erwartungen.
Als zweiter Starter im Grand Prix galoppierte Sönke mit Favo um das Viereck. Favo mit seinen 18 Jahren! Das spanische Wetter schien ihm gut zu tun. Er glänzte und war so fröhlich 🙂
Die Piaffen gelangen hervorragend, er bekam zweimal die 8 und dreimal eine 7,5. Spitze!
Leider verzählte Sönke sich in der Zickzack-Traversale, so machte er einmal sieben und einmal vier Sprünge; es sollten zweimal drei Sprünge und dreimal sechs Sprünge sein, und diese Lektion zählt doppelt. Danach folgten direkt die 15 Einer. Eigentlich Favos Highlight … schade, auch da ein Fehler, und auch diese Lektion zählt doppelt! Die beiden sahen so gut aus …
Es wurde knapp 72%.
Jetzt Cosmo.
Wir mussten ihn während der ganzen Wintermonate nicht scheren, so toll stand er im Fell. Er hat etwas zugelegt, ist erwachsener geworden. Alle waren gespannt, zu was die beiden nach ihrer siebenmonatigen Turnier Pause im Stande sein würden. Diesen Druck konnten wir nicht von uns fernhalten.
Das Abreiten war vom Feinsten, Cosmo wollte keinen Fehler machen. Was für ein Pferd!
Er genoss es … die Menschen um ihm herum, die Kameras, genau das gefällt ihm. Alle nur für ihn 🙂
Auch er kam nicht fehlerfrei aus der Prüfung … dennoch waren alle begeistert. Und mit fast 79% war es ein persönlicher Rekord für Sönke und Cosmo. Dreimal die 10 für die Einerwechsel und den starken Trab. Und 9en für Sönkes Sitz und Einwirkung. Super!
Wir waren erleichtert, alles hat wie erhofft super geklappt.

Am zweiten Prüfungstag ging es für Sönke mit Cosmo los: Der Grand Prix Special.
Dass es etwa kälter und auch windiger war, sah man Cosmo an. Beim Abreiten war er deutlich mehr „an“.
Vor der Prüfung ließ Sönke ihn nochmal schön vorwärts galoppieren. Neben dem Hauptviereck fand gleichzeitig noch eine Prüfung statt. Mal schauen, wie er damit zurechtkommen würde.
Alles sah schon sehr vielversprechend aus … bis zu den Zweierwechseln. Etwas hat ihn abgelenkt. Schade. Knapp unter 80% geblieben.
Favo hatte einen prüfungsfreien Tag. Sönke hatte ihn morgens schon schön locker geritten.
Daisy als erste Starterin bei den Jungen Reitern.
Spitze verlief ihre Prüfung bis zu den Pirouetten. Diese werden in der Einzelaufgabe genau bei X geritten. Leider Semmie Daisy zu spät daran erinnert, und so parierte sie beide Male durch. Dafür bekam sie zwischen 3 und 5.5, und diese Lektion zählt doppelt. Damit war nicht mehr mit einer hohen Punktzahl zu rechnen, und sie blieben knapp unter 74%. Schade, sie waren sooo gut unterwegs. In der Trabtour bekamen sie mehrfach die Note 9.
Geisha war erst später dran. So konnte sich Semmie nochmal richtig sammeln. Für Geisha war es das erste Mal, dass sie die Einzelaufgabe der Jungen Reiter laufen würde.
Während der Prüfung war sie sichtlich überrascht und hat ein paarmal versucht, Semmie zuvorzukommen. Vor den Pirouetten war sich Geisha sicher, jetzt müsste mal ein starker Galopp kommen 🙂 So wurde es für Semmie nicht ganz einfach, sie überall kontrolliert durch zu reiten. Dennoch meisterten die beiden die Prüfung überragend: fast 75%!
Genial!

Sonntag – Kür-Tag.
Semmie musste sich entscheiden, welche ihrer Stuten die Kür gehen würde. In der Kür am Finaltag darf man nur mit einem Pferd an den Start gehen. Wir beschlossen, Daisy den Vortritt zu lassen.
Semmie hat noch keine Junge-Reiter-Kür für ihre Stuten, zum Glück konnte sie auf eine Riesenauswahl von Küren ihrer Geschwister zurückgreifen. Ihre Wahl fiel auf Devils Kür. Die Musik passte super zu Daisy. Ein bisschen improvisieren musste Semmie dennoch. Mit fast 77% waren wir aber mit einer „geliehenen“ Kür mehr als zufrieden.
Jetzt waren Sönke und Favo dran. Unser letzter Start, und wir wollten uns gern mit einem guten Gefühl vom Turnier in Valencia verabschieden. Auch wenn wir schon fast alles eingepackt hatten, gaben wir nochmal alles für Favo.
Sönke ritt eine sehr starke Kür. Favo kennt diese Kür schon fast auswendig, damit wird es für Sönke nicht einfacher, ihn an den Hilfen zu behalten. Es gelang ihm aber hervorragend.
Wieder eine goldene Schleife; außerdem schlug er mit 77,8% auch noch Semmies Tagesrekord 🙂
Während die Pferde zum Verladen fertiggemacht wurden, bestellten wir noch 6 Pizzen, damit alle gestärkt die lange Fahrt antreten konnten.

Bis dann,
Familie Rothenberger

P.S.: Danke an Rui Pedro Godhino für die tollen Fotos 🙂