Während unseres Kurzurlaubs auf Sylt bekam Sönke einen Anruf von der FEI, dass er unter den fünf Nominierten für den Longines Rising Star Award in der Endauswahl war.
Wow, Wahnsinn!
Nur … außer Sanneke glaubte keiner von uns daran, dass er am Ende den Award auch bekommen würde.
Am 5. Oktober kam dann der endgültige Anruf. Sönke war fassungslos und gerührt. Nachdem er schon in Rio mit der Mannschaft die Goldmedaille im Empfang nehmen durfte, bekam jetzt noch das Sahnehäubchen oben drauf: Den Longines FEI Rising Star Award!
Auf der Heimfahrt gab es nur noch ein Thema: den Award.
Ein Team der FEI meldete sich kurz darauf, um am 30. Oktober eine Dokumentation über Sönke zu filmen. Es war eine wahre Freude, mit Peter Clayton als Producer und seiner charmanten Assistentin zu arbeiten. Thanks Peter!
Da der Award immer dort verliehen wird, wo auch die Jahreshauptversammlung der FEI stattfindet, wurde alles in die Wege geleitet, wie und wann wir nach Tokio fliegen würden. Für Sönke wurde alles bis im kleinste Detail durch die FEI organisiert. Sven und ich schlossen uns an und buchten auf seinem Flug noch zwei Plätze dazu.
Zu Hause wurden wir schon von einem Chauffeurdienst der „Emirates“ zum Flughafen gefahren. Einen Zwischenstopp gab es in Abu Dhabi, wo wir wieder persönlich abgeholt wurden und direkt nach Dubai in das berühmte Burj al Arab, das Hotel mit der „Segel-Silhouette“, gebracht wurden.
Wahnsinn … 30 Grad, ein tolles Bett, gutes Essen, und Sandstrand mit klarem Wasser, das nicht nur bei uns als Quelle des Lebens angesehen wird und uns speist mit Energie.
Wir erholten uns tatsächlich ein paar Tage, ehe es schließlich Richtung Tokio weiterging.
In Tokio angekommen und eingecheckt, machten wir uns gleich auf dem Weg zum Sushi-Restaurant. Sönke hatte einen Tisch reserviert. Nobu! Lecker! Wir sind absolute Nobu-Fans. Nachdem wir schon das Flaggschiff in New York probiert hatten und das erste europäische Nobu Restaurant in London, ging es jetzt in Tokio zum „Original“ zwischen der Toranomon- und der Kamiyacho-U-Bahn-Station.
Nicht nur, dass wir hervorragend gegessen haben, sondern das Highlight war … da der Kellner mitbekommen hatte, dass er einen Olympiasieger bediente, rief er seinen Chef herbei. Der legendäre Nobu Matsuhisa kam persönlich, um Sönke zu gratulieren. Toll! Was für eine Ehre!
Am Montag Morgen gab es dann ein kleines Erdbeben, was in Tokio wohl ganz normal zu sein scheint. Aber am nächsten Morgen war es nicht mehr so „witzig“: Das ganze Hotel wackelte, und im 27. Stock spürten wir es sehr intensiv. Viele Gäste versuchten, das Hotel zu verlassen. Nur die Japaner blieben in ihren Häusern. Sven machte ein kleines Video, wo man deutlich das Knacken des Hotels und der Aufzüge hören kann.
Schon beängstigend. Sofort bekamen wir aus Europa mehrere Nachrichten, ob alles in Ordnung ist. In Deutschland schien es schon in den Nachrichten gewesen zu sein. Die Japaner schienen es da nicht so eilig zu haben. Sie hatten doch alles im Griff?
So hatten wir mittags während der Probe für die Awards Gesprächsstoff satt. Für Sönke lief die Probe glatt, und so machten wir uns auf den Weg zum Zimmer, um uns noch einmal kurz hinzulegen, damit wir fit für den Abend waren.
Abends um 19:30 fing der Abend mit ca. dreihundert Gästen an.
Wir saßen an einem Tisch mit Rodolpho Riskalla und seiner Schwester aus Brasilien, Badr Fakir aus Marokko mit Begleitung, Liz Price, die den Abend moderierte, und nicht zu vergessen Koji Murofushi mit seiner Frau: Der Olympiasieger im Hammerwerfen von Athen 2004 ist der Sportdirektor für Tokio 2020. Es wurde ein sehr interessanter Abend.
Rodolpho bekam den „Against all Odds“ Award, Badr Fakir nahm für SA Charif Moulay Abdellah Alaoui den „Solidarity“ Award entgegen. So hatten wir genug zu Feiern.
Am nächsten Tag ging es Abends schon wieder los Richtung Heimat … und gleich auf die nächste Reise, da wie jedes Jahr der Championatsball in Warendorf im Terminkalender stand …

– Gonnelien