Nach nur 10 Stunden kamen wir schon in Lambourn an. Es ging viel schneller als geplant, die Autobahnen waren frei, und wir konnten schon einen Zug früher nehmen. So kamen wir bei Tageslicht an. Die Schweizer Ponymannschaften haben sich auch entschieden, einen Zwischenstopp hier in Lambourn, auf diesem wunderbaren Gestüt zu machen.

Nachdem wir Deinis Temperatur gecheckt hatten, gingen wir schön mit ihm spazieren und grasen 🙂 In der Abendsonne strahlte er wie ein Goldpferdchen :-)))

Wir stellten unsere Uhren um, und ein Papa der Schweizer Ponydressurreiter war so freundlich und brachte uns zu einem schönen Restaurant direkt die Straße runter, Hare and Hounds. Die Stimmung ist großartig und das Essen war soooo gut, dass Papa gleich für morgen Mittag einen Tisch reserviert hat 🙂

Nachdem Abendessen besuchten wir noch kurz Deini und überprüften seine Temperatur, 37.5 Grad! Alles im grünen Bereich 🙂

Ich wachte um 04:30, von lautem LKW-Gebrumm auf. 3, 2, 1, und es klickte bei mir. Die Deutschen sind da! Jedoch war es noch viel zu früh für mich, um aufzustehen, also schlief ich weiter.

Um 7:33 bin ich als erste der Familie (sehr selten) endlich aufgestanden. Der frühe Vogel fängt den Wurm. Sofort auf zu Deini! Der war noch im Schlafmodus … ich ließ ihm ein bisschen Zeit, um wach zu werden, und dann ging es los zum Beine vertreten. Ich habe ihn schön um den Stall rum geführt. Da wir ganz alleine waren, durfte Deini noch ein bisschen grasen und die aufgehende warme englische Sonne auf dem Rücken kitzeln fühlen. Als er dann gefühlte 3 LKWs voll mit Grass gefressen hatte, war es dann auch mal genug! Dachte ich … Als ich ihn gerade vom Gras runter führen wollte, entschied er sich spontan, doch noch zu essen, und in dem Moment sehe ich, wie von einem vorbeifliegendem Vogel etwas Weißes auf meine Schulter fällt. Ich glaube, ihr versteht alle, was das war. Da war wohl doch ein Vogel früher wach als ich … Deinis Gesichtsausdruck verriet mir schon alles, innerlich lachte er mich aus, und wie ein Wunder hatte er dann ja auch keinen Hunger mehr. Also zurück in die Box mit dem Kleinen, und auf zu Mama, erzählen, was passiert ist. Ihr Kommentar: ,Das bringt Glück!‘ Na toll! Weggewischt, neues T-Shirt an, und weiter ging es.

Ich habe ein paar Bilder von Desert Rose gemacht, um Maike zu berichten, wie es ihrem Pony so in England geht, da sie nachgeflogen kommt sowie die meisten Buschreiter auch. Dann noch ein paar Schnappschüsse von dem schönen Gelände für Dini, die mittlerweile schon in Irland ist, da sie eine etwas andere Route fährt als der Rest.

Als Zeitvertreib spielte ich noch etwas mit meinem neuen Freund ‚Oscar‘ — eigentlich genannt Scruff, aber das wusste ich ja nicht. Er ist ein kleiner schwarzer Kater aus einem Wurf vom Hof. Ich würde sagen, es war Freundschaft auf den ersten Blick, da er mich sofort herzlich begrüßt hat, als wir angekommen sind. Die Mitarbeiter warnten mich, dass ich nicht streicheln sollte, aber ich tat es trotzdem … Jetzt habe ich den Salat! Er dackelt mir hinterher wie ein Hund und hört sogar auf seinen neuen Namen Oscar.

Naja, langsam werden alle anderen Deutschen auch wach … Ich gehe mal hallo sagen.

Bis dann

Semmie 🙂